Wette, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wette · Nominativ Plural: Wetten
Aussprache
WorttrennungWet-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wette‹ als Erstglied: ↗Wettanbieter · ↗Wettannahme · ↗Wettbüro · ↗Wetteifer · ↗Wettfahrt · ↗Wettkampf · ↗Wettlauf · ↗Wettrennen · ↗Wettschalter · ↗Wettschießen · ↗Wettschwimmen · ↗Wettskandal · ↗Wettspiel · ↗Wettstreit · ↗wettlaufen · ↗wettmachen
 ·  mit ›Wette‹ als Letztglied: ↗Auswahlwette · ↗Doppelwette · ↗Dreierwette · ↗Einlaufwette · ↗Elferwette · ↗Platzwette · ↗Rennwette · ↗Saalwette · ↗Siegwette · ↗Sportwette
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Abmachung zwischen zwei Personen, dass derjenige von beiden, dessen Behauptung sich als unrichtig erweist, eine bestimmte Summe zahlen oder eine bestimmte Leistung vollbringen muss
Beispiele:
eine Wette annehmen, gewinnen, verlieren
jmdm. eine Wette anbieten
(mit jmdm.) eine Wette abschließen, eingehen
ich gehe jede Wette ein (= bin fest davon überzeugt), dass er heute abend kommt
was gilt die Wette? (= wie hoch, um welchen Wert wollen wir wetten?)
die Wette gilt
2.
mit einer Zahlung verbundener Tipp über den Ausgang eines Rennens, einer Ziehung bei einer Institution, die bei richtiger Voraussage an den Einzahler eine höhere Summe auszahlt, während sie bei unrichtiger Voraussage die eingezahlte Summe einbehält
Beispiele:
bei der zweiten Ziehung »6 aus 49«, im Fußballtoto wurden fast zwei Millionen Wetten abgeschlossen
eine Wette auf dem Rennplatz abschließen
3.
(mit jmdm.) um die Wette fahren, laufengleichzeitig mit jmdm. zusammen so schnell wie möglich fahren, laufen, um festzustellen, wer am schnellsten ist, die beste Leistung erbringt
Beispiele:
die Jungen rannten, schwammen um die Wette
um die Wette arbeiten, essen, trinken
sie sangen um die Wette (= einer lauter als der andere)
scherzhaft sie schwitzten um die Wette (= schwitzten alle sehr)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wette · wetten · Wettbewerb · Wettkampf · Wettlauf · Wettrennen · Wettstreit
Wette f. ‘Abmachung, daß derjenige, dessen Behauptung oder Vorhersage zutrifft, vom Verlierer einen Gewinn erhält, mit Geldeinsatz verbundene Vorhersage’. Das (ursprünglich neutrale) Substantiv entstammt alter Rechtssprache. Ahd. wetti n. ‘Pfand, Pfandvertrag’ (8. Jh.), mhd. wet(t)e, wet n. ‘Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit, Gesetz, Pfand, Einsatz bei einem Wettspiel, Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens, Geldbuße’, asächs. weddi n. ‘Pfand’, mnd. wedde ‘Wette, dem Richter zu erlegendes Strafgeld, Strafe, Strafurteil’, mnl. nl. wedde ‘Pfand, Besoldung’, aengl. wed(d) n. ‘Übereinkunft, Pfand, Versprechen’, engl. (älter) wed ‘Pfand, Wetteinsatz’, anord. veð n. ‘Pfand, (Spiel)einsatz, Sicherheit’, schwed. vad ‘Wettvertrag’, got. wadi n. ‘Pfand’ führen auf germ. *wadja- n. Dieses läßt sich mit lat. vas (Genitiv vadis) m. ‘Bürge’ und wohl auch mit lit. vãdas ‘Pfand, Bürge’, vadúoti ‘auslösen, loskaufen, für jmdn. eintreten’ auf eine Wurzel ie. *u̯adh- ‘Pfand, Pfand einlösen’ zurückführen. Die gemeingerm. Bedeutung ‘Pfand’ (im Schuldrecht) wird im Mhd. erweitert zu ‘Strafgeld, Geldbuße’ (im Strafrecht) und im Bereich der Hanse zu ‘Ratsbehörde, die die Strafgelder einzieht’ (14. Jh.). Die dem heutigen Gebrauch entsprechende Verwendung im Sinne von ‘Pfandeinsatz (beim Spiel oder Meinungsstreit), der der gewinnenden Partei zufällt, Wettstreit’ verbreitet sich in Verbindung mit den mittelalterlichen ritterlichen Kampfspielen, wobei Wette die Sphäre der Rechtssprache verläßt. Der Übergang zum fem. Genus zeigt sich zuerst im Spätmhd. (14. Jh.), entsprechend im Mnl. Vgl. formelhaftes es gilt eine Wette (17. Jh.), was gilt die Wette? (18. Jh.), um die Wette (18. Jh.), älter in die Wette (15. Jh.), mhd. in wette, enwette. wetten Vb. ‘eine Wette abschließen’, ahd. wettōn ‘als Pfand nehmen, ein Versprechen geben, als Pfand- oder Wetteinsatz setzen’ (um 1100), mhd. wetten ‘Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen’, mnd. mnl. wedden ‘Strafgeld zahlen, Pfandbesitz nehmen, einen Vertrag eingehen, einen Einsatz geben’, aengl. weddian ‘einen Vertrag machen, versprechen, verheiraten’, engl. to wed ‘(ver)heiraten’, anord. veðja ‘zum Pfand setzen, wetten’, got. gawadjōn ‘verloben’ (durch Bürgschaft). Wettbewerb m. ‘Kampf um bessere Leistungen (besonders in der Wirtschaft)’ (19. Jh.), älteres Konkurrenz (s. ↗konkurrieren) teilweise ablösend. Wettkampf m. ‘Leistungskampf’ besonders bei Spiel und Sport (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). Wettlauf m. ‘Lauf um den Sieg’ (15. Jh.). Wettrennen n. ‘Wettlauf, Pferde- und Wagenrennen’ (16. Jh.), substantiviert aus wett(e)rennen Vb. ‘um die Wette rennen’ (16. Jh.). Wettstreit m. ‘das Bestreben, andere zu übertreffen, den Vorrang zu gewinnen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glücksspiel · ↗Hasardspiel · ↗Spiel · Wette
Unterbegriffe
  • Poker spielen · ↗pokern
  • Russisch Roulette · russisches Roulette

Typische Verbindungen
computergeneriert

Buchmacher Einlösung Fußballspiel Glücksspiel Lotterie Zinsentwicklung abschließen aufgehen ballern eifern eingehen einlösen funkeln gewagt glitzern illegal irre leuchten paddeln pascalsch platzieren rasen rennen riskant segeln spekulativ strahlen verloren verrückt zwitschern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wette‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der enge Kampf um die WM macht Wetten wieder interessanter.
Bild, 05.07.2003
Die Wette ist offen, ob Interventionen den Euro langfristig stabilisieren werden.
Der Tagesspiegel, 25.09.2000
Aber wette nicht mit mir, daß es das nicht gibt - diese Wette verlierst Du.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 11.12.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16341
Es war eine alberne Wette gewesen, aber er bereute sie nicht.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 674
Bei der Durchführung dieser Wette habe ich sehr viel gelernt.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Wette“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wette>, abgerufen am 23.10.2019.

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