Wetter, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wetters · Nominativ Plural: Wetter
Aussprache
WorttrennungWet-ter
Wortbildung mit ›Wetter‹ als Erstglied: ↗Wetterablauf · ↗Wetteraufzeichnung · ↗Wetteraussicht · ↗Wetterballon · ↗Wetterbericht · ↗Wetterbesserung · ↗Wetterbeständigkeit · ↗Wetterchen · ↗Wetterdaten · ↗Wetterdienst · ↗Wetterecke · ↗Wetterempfindlichkeit · ↗Wetterereignis · ↗Wetterfahne · ↗Wetterfestigkeit · ↗Wetterfront · ↗Wetterfrosch · ↗Wetterführung · ↗Wettergeschehen · ↗Wetterhahn · ↗Wetterhäuschen · ↗Wetterhütte · ↗Wetterkanal · ↗Wetterkapriole · ↗Wetterkarte · ↗Wetterkunde · ↗Wetterlage · ↗Wetterleuchten · ↗Wettermantel · ↗Wetterpate · ↗Wetterpatenschaft · ↗Wetterphänomen · ↗Wetterprognose · ↗Wetterprophet · ↗Wetterradar · ↗Wetterrakete · ↗Wettersatellit · ↗Wetterschacht · ↗Wetterscheide · ↗Wetterschlag · ↗Wetterschutz · ↗Wettersegen · ↗Wetterseite · ↗Wetterstation · ↗Wetterstrahl · ↗Wettersturz · ↗Wettertelegramm · ↗Wetterturbulenz · ↗Wetterumschlag · ↗Wetterumschwung · ↗Wetterunbilden · ↗Wetterverhältnis · ↗Wetterveränderung · ↗Wettervoraussage · ↗Wettervorhersage · ↗Wetterwarte · ↗Wetterwolke · ↗Wetterzeichen · ↗Wetteränderung · ↗wetterabhängig · ↗wetterbedingt · ↗wetterbestimmend · ↗wetterbeständig · ↗wetterdicht · ↗wetterempfindlich · ↗wetterfest · ↗wettergünstig · ↗wetterhart · ↗wetterkundig · ↗wetterleuchten · ↗wettersicher · ↗wetterwendisch · ↗wetterwirksam
 ·  mit ›Wetter‹ als Letztglied: ↗Aprilwetter · ↗Badewetter · ↗Donnerwetter · ↗Dreckswetter · ↗Dreckwetter · ↗Erntewetter · ↗Fliegerwetter · ↗Flugwetter · ↗Frostwetter · ↗Föhnwetter · ↗Graupelwetter · ↗Grippewetter · ↗Hagelwetter · ↗Herbstwetter · ↗Hundewetter · ↗Hundswetter · ↗Matschwetter · ↗Mistwetter · ↗Regenwetter · ↗Reisewetter · ↗Sauwetter · ↗Scheißwetter · ↗Schlackerwetter · ↗Schlagwetter · ↗Schmuddelwetter · ↗Schneewetter · ↗Sudelwetter · ↗Tauwetter · ↗Unwetter · ↗Wachswetter · ↗Wanderwetter · ↗Wochenendwetter
 ·  mit ›Wetter‹ als Binnenglied: ↗Allwetterjäger · ↗Allwetterkleidung · ↗Allwetterlandung · ↗Schlechtwetterfront · ↗Schlechtwettergebiet · ↗Schlechtwetterperiode · ↗Schönwetterdemokratie · ↗Schönwetterhoch · ↗Schönwetterperiode · ↗Schönwetterwolke
 ·  mit ›Wetter‹ als Grundform: ↗bewettern
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen und Vorgänge für einen oder mehrere Tage in einem begrenzten Gebiet
Beispiele:
Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, Bewölkung gehören zum Wetter
es ist schönes, gutes, freundliches, schlechtes, herrliches, hochsommerliches, warmes, nasses, regnerisches, wechselhaftes, nebliges, trübes Wetter
umgangssprachlich es ist scheußliches Wetter
das Wetter wurde kalt, unbeständig
es herrscht windiges, kühles, mildes, heiteres Wetter
sie warteten, hofften auf besseres Wetter
das Wetter hatte sich verschlechtert, gebessert, schlug um, wird sich ändern, hält sich noch
die Bergbewohner trotzten dem (rauen) Wetter
bei klarem Wetter hat man hier eine weite Sicht
das Wetter vorhersagen
was ist für Wetter?
wie ist das Wetter?
was werden wir morgen für Wetter haben, bekommen?
das hängt vom Wetter ab
er sah nach dem Wetter
umgangssprachlich das ist ein Wetterchen heute! (= schönes Wetter!)
er hat ein vom Wetter gebräuntes Gesicht
sie redeten, schimpften über das Wetter
er geht bei jedem Wetter spazieren
sie waren vor Wind und Wetter (= gegen schlechtes Wetter) geschützt
die Kinder sind von, in Wind und Wetter abgehärtet
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich um gut, gutes Wetter (= gnädige, günstige Stimmung) bitten
2.
starke Bewegung der Atmosphäre, (von Blitz und Donner begleiteter) heftiger Sturm, Regen, Unwetter
Beispiele:
ein Wetter zieht sich zusammen, ist im Anzug
gehoben ein Wetter zieht herauf
umgangssprachlich ein Wetter braut sich zusammen
ein (böses, heftiges, schweres, schlimmes, furchtbares) Wetter brach los, tobte über ihnen, entlud sich
das Wetter hat sich verzogen, ist abgezogen
Eva kannte die raschen Wetter in ihren Bergen [DodererLederbeutelchen65]
umgangssprachlich, veraltend alle Wetter!drückt (bewundernde) Überraschung aus
Beispiel:
alle Wetter, das hast du gut gemacht!
3.
meist im Plural
Bergmannssprache
Beispiele:
schlagende Wetter (= unter Tage auftretendes Gemisch von Gas und Luft, das Methan enthält und explosibel sein kann)
böse, giftige (= giftige Gase führende) Wetter
frische (= der atmosphärischen Luft entsprechende) Wetter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wetter · wettern · Wetterleuchten · wetterleuchten · wetterwendisch
Wetter n. ‘meteorologische Konstellation, Ablauf der darauf beruhenden Erscheinungen, Witterung’, ahd. wetar (um 800), mhd. wet(t)er ‘Wetter, Witterung, Ungewitter, freie Luft’, asächs. wedar ‘Wetter, Sturm’, mnd. wed(d)er, mnl. wēder ‘(Un)wetter, Luft’, nl. weder, weer, aengl. weder, engl. weather, anord. veðr ‘Wetter, Witterung, Geruch’, schwed. väder (germ. *wedra-) führt mit aslaw. aruss. vedro, russ. vëdro (вёдро) ‘schönes Wetter’ auf ie. *u̯edhro-, eine (allerdings kurzvokalische) Ableitung mit dem Suffix ie. -dhro- von der unter ↗wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’. Wetter bedeutet ursprünglich wohl ‘bewegte Luft, Lufthauch, Wind’, danach vornehmlich ‘Unwetter’ und, daraus hervorgegangen, ‘Blitz’ (14. Jh., heute selten); in der Bergmannssprache (älteren Gebrauch fortsetzend) ‘Luft in der Grube’ (15. Jh.), besonders ‘schädliche Luft’, vgl. schlagende Wetter ‘explosive Gase im Bergwerk’ (19. Jh.). wettern Vb. ‘gewittern, blitzen, wetterleuchten, ein bestimmtes Wetter sein’ (15. Jh.), heute fast nur noch übertragen ‘schimpfen, fluchen’ (18. Jh.); vgl. mhd. weteren ‘in der freien Luft trocknen’. Wetterleuchten n. ‘entfernt aufleuchtender Blitz ohne hörbaren Donner’ (18. Jh.), Subtantivierung nach wetterleuchten Vb. ‘blitzen ohne Donner’ (15. Jh.), volksetymologische Umdeutung von (besonders alem. geläufigem) frühnhd. wetterleichen ‘blitzen’ (vgl. es wetterleicht) durch Anlehnung an leuchten, das als korrekte gerundete Form aufgefaßt wird. Das Verb ist abgeleitet von ahd. wetarleih (10./11. Jh.), mhd. weterlech(e), -liche, -leich m. ‘Blitz’, dessen zweites Kompositionsglied aus dem unter ↗Leich (s. d.) behandelten Substantiv besteht, so daß ahd. wetarleih als ‘Wettertanz, Wetterspiel’ zu erklären ist. wetterwendisch Adj. ‘unbeständig, wankelmütig’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Wetter · ↗Wetterlage · ↗Witterung  ●  ↗Klima  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Wind feucht freundlich frühlingshaft gut heiß herrlich ideal kalt kühl mies mild mitspielen nass nasskalt regnerisch schlecht schön sommerlich sonnig stürmisch trocken trotzen trüb umschlagen unbeständig warm wechselhaft widrig winterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wetter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass am Ende höchstens 15.000 da waren, kann man nicht nur aufs Wetter schieben.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Er kann sich das Wetter machen, wie er will: er ist Herr der Situation.
Röhrich, Lutz: Wetter. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6785
Das Wetter verschlechterte sich zusehends, der Wind erreichte Stärke 11.
Der Spiegel, 08.11.1982
Gerade bei kühlem Wetter ist er als Getränk höchst willkommen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 209
Bei dem heutigen Wetter war es allerdings verständlicher als sonst.
Kafka, Franz: Der Proceß, Frankfurt a. M.: Fischer 1993 [1925], S. 211
Zitationshilfe
„Wetter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wetter>, abgerufen am 23.10.2019.

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