Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wettkampf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Wett-kampf
Wortzerlegung Wette Kampf
Wortbildung  mit ›Wettkampf‹ als Erstglied: Wettkampfbahn · Wettkampfbedingung · Wettkampfbestimmung · Wettkampfdisziplin · Wettkampfpause · Wettkampfregel · Wettkampfsport · Wettkampfstätte · Wettkampftag · Wettkampfteilnehmer · Wettkampfturnen · Wettkämpfer
 ·  mit ›Wettkampf‹ als Letztglied: Ausscheidungswettkampf · Boxwettkampf · Fußballwettkampf · Hallenwettkampf · Schachwettkampf · Sportwettkampf
eWDG

Bedeutung

Begegnung zwischen Sportlern, bei der um die beste sportliche Leistung, um den Sieg, die Meisterschaft gekämpft wird
Beispiele:
an einem Wettkampf teilnehmen
Wettkämpfe veranstalten, durchführen
ein fairer Wettkampf
jmdn. zum Wettkampf auffordern
den Wettkampf gewinnen
die Sportler messen beim Wettkampf ihre Kräfte
einen Wettkampf austragen, gewinnen, verlieren
umgangssprachlicheinen Wettkampf haushoch gewinnen, verlieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wette · wetten · Wettbewerb · Wettkampf · Wettlauf · Wettrennen · Wettstreit
Wette f. ‘Abmachung, daß derjenige, dessen Behauptung oder Vorhersage zutrifft, vom Verlierer einen Gewinn erhält, mit Geldeinsatz verbundene Vorhersage’. Das (ursprünglich neutrale) Substantiv entstammt alter Rechtssprache. Ahd. wetti n. ‘Pfand, Pfandvertrag’ (8. Jh.), mhd. wet(t)e, wet n. ‘Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit, Gesetz, Pfand, Einsatz bei einem Wettspiel, Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens, Geldbuße’, asächs. weddi n. ‘Pfand’, mnd. wedde ‘Wette, dem Richter zu erlegendes Strafgeld, Strafe, Strafurteil’, mnl. nl. wedde ‘Pfand, Besoldung’, aengl. wed(d) n. ‘Übereinkunft, Pfand, Versprechen’, engl. (älter) wed ‘Pfand, Wetteinsatz’, anord. veð n. ‘Pfand, (Spiel)einsatz, Sicherheit’, schwed. vad ‘Wettvertrag’, got. wadi n. ‘Pfand’ führen auf germ. *wadja- n. Dieses läßt sich mit lat. vas (Genitiv vadis) m. ‘Bürge’ und wohl auch mit lit. vãdas ‘Pfand, Bürge’, vadúoti ‘auslösen, loskaufen, für jmdn. eintreten’ auf eine Wurzel ie. *u̯adh- ‘Pfand, Pfand einlösen’ zurückführen. Die gemeingerm. Bedeutung ‘Pfand’ (im Schuldrecht) wird im Mhd. erweitert zu ‘Strafgeld, Geldbuße’ (im Strafrecht) und im Bereich der Hanse zu ‘Ratsbehörde, die die Strafgelder einzieht’ (14. Jh.). Die dem heutigen Gebrauch entsprechende Verwendung im Sinne von ‘Pfandeinsatz (beim Spiel oder Meinungsstreit), der der gewinnenden Partei zufällt, Wettstreit’ verbreitet sich in Verbindung mit den mittelalterlichen ritterlichen Kampfspielen, wobei Wette die Sphäre der Rechtssprache verläßt. Der Übergang zum fem. Genus zeigt sich zuerst im Spätmhd. (14. Jh.), entsprechend im Mnl. Vgl. formelhaftes es gilt eine Wette (17. Jh.), was gilt die Wette? (18. Jh.), um die Wette (18. Jh.), älter in die Wette (15. Jh.), mhd. in wette, enwette. wetten Vb. ‘eine Wette abschließen’, ahd. wettōn ‘als Pfand nehmen, ein Versprechen geben, als Pfand- oder Wetteinsatz setzen’ (um 1100), mhd. wetten ‘Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen’, mnd. mnl. wedden ‘Strafgeld zahlen, Pfandbesitz nehmen, einen Vertrag eingehen, einen Einsatz geben’, aengl. weddian ‘einen Vertrag machen, versprechen, verheiraten’, engl. to wed ‘(ver)heiraten’, anord. veðja ‘zum Pfand setzen, wetten’, got. gawadjōn ‘verloben’ (durch Bürgschaft). Wettbewerb m. ‘Kampf um bessere Leistungen (besonders in der Wirtschaft)’ (19. Jh.), älteres Konkurrenz (s. konkurrieren) teilweise ablösend. Wettkampf m. ‘Leistungskampf’ besonders bei Spiel und Sport (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). Wettlauf m. ‘Lauf um den Sieg’ (15. Jh.). Wettrennen n. ‘Wettlauf, Pferde- und Wagenrennen’ (16. Jh.), substantiviert aus wett(e)rennen Vb. ‘um die Wette rennen’ (16. Jh.). Wettstreit m. ‘das Bestreben, andere zu übertreffen, den Vorrang zu gewinnen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
(...) Spiele · Ausscheidung · Ausscheidungskampf · Ausscheidungswettkampf · Championat · Championship · Contest · Cup · Meisterschaft · Turnier · Wettbewerb · Wettkampf  ●  Ausscheid  regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wettkampf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wettkampf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wettkampf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei solchen Wettkämpfen konnten DDR‑Teilnehmer sich stets sehr gut plazieren. [Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3341]
Ausgesprochen musikalische Wettkämpfe stellten die pythischen Spiele zu Ehren des Apollon in Delphi dar. [Schaal, Richard: Feste und Festspiele. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 12540]
Er liebte Spiele, ob er nun vor dem Spielbrett saß oder Kinder beim Spiel beobachtete oder eine Ringkämpfertruppe für einen Wettkampf anheuerte. [Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 2302]
Der Wettkampf ist nicht nur das Gegenbild, sondern das verklärte Abbild des Krieges; ständig wächst daher das Ansehen des in ihm gewonnenen Siegespreises. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 10785]
An einigen Tagen der vierzehntägigen Olympiade werden die Wettkämpfe von zwölf verschiedenen Sportarten gleichzeitig stattfinden. [Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 03.06.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16518]
Zitationshilfe
„Wettkampf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wettkampf>.

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