Wettstreit, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWett-streit (computergeneriert)
WortzerlegungWetteStreit
eWDG, 1977

Bedeutung

ernstliches, heftiges Bemühen, jmdn., etw. zu übertreffen
Beispiele:
sie trafen sich zu einem musikalischen, kulturellen Wettstreit, zu einem Wettstreit der Laienkünstler
mit jmdm. in den Wettstreit treten
es entbrannte in ihm ein Wettstreit der Gefühle, zwischen Herz und Vernunft
ein edler Wettstreit
der weltweite, ökonomische Wettstreit zwischen sozialistischem und kapitalistischem Gesellschaftssystem
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wette · wetten · Wettbewerb · Wettkampf · Wettlauf · Wettrennen · Wettstreit
Wette f. ‘Abmachung, daß derjenige, dessen Behauptung oder Vorhersage zutrifft, vom Verlierer einen Gewinn erhält, mit Geldeinsatz verbundene Vorhersage’. Das (ursprünglich neutrale) Substantiv entstammt alter Rechtssprache. Ahd. wetti n. ‘Pfand, Pfandvertrag’ (8. Jh.), mhd. wet(t)e, wet n. ‘Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit, Gesetz, Pfand, Einsatz bei einem Wettspiel, Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens, Geldbuße’, asächs. weddi n. ‘Pfand’, mnd. wedde ‘Wette, dem Richter zu erlegendes Strafgeld, Strafe, Strafurteil’, mnl. nl. wedde ‘Pfand, Besoldung’, aengl. wed(d) n. ‘Übereinkunft, Pfand, Versprechen’, engl. (älter) wed ‘Pfand, Wetteinsatz’, anord. veð n. ‘Pfand, (Spiel)einsatz, Sicherheit’, schwed. vad ‘Wettvertrag’, got. wadi n. ‘Pfand’ führen auf germ. *wadja- n. Dieses läßt sich mit lat. vas (Genitiv vadis) m. ‘Bürge’ und wohl auch mit lit. vãdas ‘Pfand, Bürge’, vadúoti ‘auslösen, loskaufen, für jmdn. eintreten’ auf eine Wurzel ie. *u̯adh- ‘Pfand, Pfand einlösen’ zurückführen. Die gemeingerm. Bedeutung ‘Pfand’ (im Schuldrecht) wird im Mhd. erweitert zu ‘Strafgeld, Geldbuße’ (im Strafrecht) und im Bereich der Hanse zu ‘Ratsbehörde, die die Strafgelder einzieht’ (14. Jh.). Die dem heutigen Gebrauch entsprechende Verwendung im Sinne von ‘Pfandeinsatz (beim Spiel oder Meinungsstreit), der der gewinnenden Partei zufällt, Wettstreit’ verbreitet sich in Verbindung mit den mittelalterlichen ritterlichen Kampfspielen, wobei Wette die Sphäre der Rechtssprache verläßt. Der Übergang zum fem. Genus zeigt sich zuerst im Spätmhd. (14. Jh.), entsprechend im Mnl. Vgl. formelhaftes es gilt eine Wette (17. Jh.), was gilt die Wette? (18. Jh.), um die Wette (18. Jh.), älter in die Wette (15. Jh.), mhd. in wette, enwette. wetten Vb. ‘eine Wette abschließen’, ahd. wettōn ‘als Pfand nehmen, ein Versprechen geben, als Pfand- oder Wetteinsatz setzen’ (um 1100), mhd. wetten ‘Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen’, mnd. mnl. wedden ‘Strafgeld zahlen, Pfandbesitz nehmen, einen Vertrag eingehen, einen Einsatz geben’, aengl. weddian ‘einen Vertrag machen, versprechen, verheiraten’, engl. to wed ‘(ver)heiraten’, anord. veðja ‘zum Pfand setzen, wetten’, got. gawadjōn ‘verloben’ (durch Bürgschaft). Wettbewerb m. ‘Kampf um bessere Leistungen (besonders in der Wirtschaft)’ (19. Jh.), älteres Konkurrenz (s. ↗konkurrieren) teilweise ablösend. Wettkampf m. ‘Leistungskampf’ besonders bei Spiel und Sport (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). Wettlauf m. ‘Lauf um den Sieg’ (15. Jh.). Wettrennen n. ‘Wettlauf, Pferde- und Wagenrennen’ (16. Jh.), substantiviert aus wett(e)rennen Vb. ‘um die Wette rennen’ (16. Jh.). Wettstreit m. ‘das Bestreben, andere zu übertreffen, den Vorrang zu gewinnen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerangel · ↗Konkurrenz · ↗Rivalität · ↗Wetteifer · Wettstreit  ●  Rangeleien  fig.
Synonymgruppe
Konkurrenz · ↗Mitbewerb · ↗Rivalität · ↗Wettbewerb · Wettstreit  ●  ↗Bewerb  österr. · Kontrarität  geh., veraltend
Assoziationen
  • Coopetition · Kooperationswettbewerb · Koopkurrenz
  • deutscher Dualismus · preußisch-österreichischer Dualismus

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bieter Erzrivale Gigant Gunst Olympia-Geschichte Sieger Skulptur Supermacht ausfechten ausgetragen austragen edel entbrennen erbittert fair freundschaftlich friedlich global herausfordern kabarettistisch kontinental musikalisch obsiegen parteiintern punkten regelrecht rhetorisch sportlich unedel ungleich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wettstreit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber im Wettstreit um den zweiten Platz liegen sie jetzt zurück.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2003
Weniger beachtet, nicht aber weniger hart ist der Wettstreit der Sponsoren.
Der Tagesspiegel, 17.02.1998
Und sie machen einen Wettstreit in der Pflege der Anlagen.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 130
In dem Wettstreit, der nun begann, waren die Kräfte von vornherein ungleich verteilt.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4315
Im Austausch von Erfahrungen und edlem Wettstreit wird das Verfahren immer weiter vervollkommnet.
Forschungen und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 1943, Nr. 3/4, Bd. 19
Zitationshilfe
„Wettstreit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wettstreit>, abgerufen am 20.07.2019.

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