Wichse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wichse · Nominativ Plural: Wichsen
Aussprache
WorttrennungWich-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wichse‹ als Letztglied: ↗Bartwichse · ↗Schuhwichse · ↗Stiefelwichse
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich wachsartiges Mittel zum Putzen, Blankreiben, besonders Schuhcreme
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
Wichse auf die Schuhe, Stiefel schmieren
umgangssprachlich, abwertend, übertragen (alles) eine Wichse!alles eine Sorte!
Beispiel:
Sohn wie Vater, eine Wichse [FalladaWolf2,533]
2.
salopp Prügel, Schläge
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
Wichse verdienen, kriegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wichsen · Wichse · Wichs
wichsen Vb. ‘mit Wachs bestreichen’ (15. Jh.), ‘polieren, blank putzen’ (17. Jh.), ‘prügeln’ (18. Jh.), Lautvariante des von ↗Wachs (s. d.) abgeleiteten Verbs wächsen, bei der Umlaut-e in i übergegangen ist. wächsen, in einzelnen Mundarten bewahrt, wird in der Literatursprache von wichsen verdrängt. Dazu gewichst Part.adj. ‘schlau, gerissen’, verwichsen Vb. ‘verprügeln’ (beide 19. Jh.). Wichse f. ‘Schmierfett, Putzmittel, Prügel’ (18. Jh.), Rückbildung aus dem Verb. In der Studentensprache Wichs m. ‘Festtracht, Gala der Verbindungsstudenten’ (18. Jh.), danach auch umgangssprachlich ‘Festgewand, Putz, Staat’, sich in Wichs werfen ‘sich fein machen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Samen · ↗Samenflüssigkeit · ↗Sperma  ●  ↗Ejakulat  fachspr. · Wichse  vulg.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Samenplasma · Seminalplasma
Assoziationen
  • (einen) Samenerguss haben · zum Samenerguss kommen  ●  (jemandem) geht einer ab  ugs. · ↗abspritzen  derb · ↗abwichsen  vulg. · ↗ejakulieren  fachspr. · in die Muschel rotzen  vulg. · ↗kommen  ugs. · sich ergießen  geh.
Synonymgruppe
Schuhcreme · Schuhpflegecreme · Schuhputzcreme · Wichse  ●  ↗Schuhkreme  alte Schreibung bis 2011

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihnen scheinen heute auch nicht gerade die Fliegen die Wichse von den Stiefeln gefressen zu haben.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 175
Wie bei älteren Herren üblich, tauchen inmitten der Romantik gelegentlich die unromantischen Worte "Titten" und "Wichsen" auf.
Der Tagesspiegel, 10.05.1999
Muß ich denn erst den Papst beim Wichsen in der Peep-Show erwischen?
konkret, 1983
Mit dem Geld, das er beim Wichsen und Polieren verdient, unterstützt er seine Familie.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2004
Jack redete natürlich ganz salopp von Wichsen und von Ficken ebenso.
Die Zeit, 11.11.1988, Nr. 46
Zitationshilfe
„Wichse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wichse>, abgerufen am 06.12.2019.

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