Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wichtel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wichtels · Nominativ Plural: Wichtel
Aussprache [ˈvɪçtl̩]
Worttrennung Wich-tel
Wortbildung  mit ›Wichtel‹ als Erstglied: Wichtelmann · Wichtelmännchen  ·  mit ›Wichtel‹ als Grundform: wichteln
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

Zwerg, Kobold; Heinzelmännchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wicht · Wichtelmann · Wichtelmännchen · Bösewicht
Wicht m. ‘kleines Wesen, Kobold, charakterloser Mensch’, gemeingerm., unterschiedlichen Flexionsklassen angehörendes Substantiv, ahd. wiht m. n. ‘(Lebe)wesen, Ding, Dämon’ (9. Jh.), mhd. wiht m. n. ‘lebendes Wesen, Geschöpf’ (von Menschen, Tieren, Kobolden, Zwergen), asächs. wiht m. ‘Ding, Dämon, Wesen, Sache’, mnd. wicht, wucht n. ‘Sache, Ding’, mnl. wicht, wecht n., nl. wicht ‘Wesen, Kind’, aengl. wiht f. n., engl. (älter) wight ‘Wicht, Wesen’, anord. vættr, vēttr f. ‘Wesen, Wicht, Geist, Ding, Sache’, schwed. vätte ‘Erdgeist, Wichtel-, Heinzelmann’, got. waíhts f. ‘Ding, Sache’ (germ. *wihta- m. n. oder *wihti- f.). Herkunft nicht geklärt. Nimmt man (wie Vasmer 1, 196) Verwandtschaft an mit aslaw. veštь, russ. vešč’ (вещь) ‘Ding, Sache’ (aus urslaw. *vektь), kann ie. *u̯ekti- ‘Sache, Ding’ angesetzt werden. Weitere Anknüpfung an die Wurzel ie. *u̯eku̯- ‘sprechen’ (s. erwähnen) ist unsicher. In den germ. Sprachen geht das Substantiv im Sinne von ‘Ding, Sache, etwas’ eine feste Verbindung mit der Negationspartikel ein (s. nicht, nichts). Wichtelmann m. Wichtelmännchen n. ‘Zwerg, Kobold’ (19. Jh.), zuvor vereinzelt wichtelmendle (16. Jh.), zum Deminutivum Wichtel n., auch m., mhd. wihtel(īn). Bösewicht m. ‘böser, heimtückischer Kerl’, ahd. bōsiwiht (um 1000), mhd. bœsewiht ‘verachteter und verächtlicher Mensch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Wichtel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wichtel setzen sich in Bewegung, seit fünf, sechs Jahren schon. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2002]
Einmal zeigt eine irische Straße ins Nichts, und ein fauler Mann liegt unter einem Baum, der aussieht wie ein Wichtel. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.2001]
Wie ein elektrisierter Wichtel turnt und taumelt sie auf dem Bett, glückselig und ziemlich geil. [Süddeutsche Zeitung, 16.01.1995]
Morgen sollen die Wichtel an einen Abnehmer in Westfalen geliefert werden. [Die Zeit, 07.10.1994, Nr. 41]
Kaum jemand bekennt sich öffentlich zu den Wichteln, dennoch bevölkern acht Millionen die Vorgärten. [Die Welt, 18.06.1999]
Zitationshilfe
„Wichtel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wichtel>.

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