Wichtelmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungWich-tel-mann (computergeneriert)
WortzerlegungWichtelMann
eWDG, 1977

Bedeutung

Synonym zu WichtelQuelle: DWDS, 2015
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wicht · Wichtelmann · Wichtelmännchen · Bösewicht
Wicht m. ‘kleines Wesen, Kobold, charakterloser Mensch’, gemeingerm., unterschiedlichen Flexionsklassen angehörendes Substantiv, ahd. wiht m. n. ‘(Lebe)wesen, Ding, Dämon’ (9. Jh.), mhd. wiht m. n. ‘lebendes Wesen, Geschöpf’ (von Menschen, Tieren, Kobolden, Zwergen), asächs. wiht m. ‘Ding, Dämon, Wesen, Sache’, mnd. wicht, wucht n. ‘Sache, Ding’, mnl. wicht, wecht n., nl. wicht ‘Wesen, Kind’, aengl. wiht f. n., engl. (älter) wight ‘Wicht, Wesen’, anord. vættr, vēttr f. ‘Wesen, Wicht, Geist, Ding, Sache’, schwed. vätte ‘Erdgeist, Wichtel-, Heinzelmann’, got. waíhts f. ‘Ding, Sache’ (germ. *wihta- m. n. oder *wihti- f.). Herkunft nicht geklärt. Nimmt man (wie Vasmer 1, 196) Verwandtschaft an mit aslaw. veštь, russ. vešč’ (вещь) ‘Ding, Sache’ (aus urslaw. *vektь), kann ie. *u̯ekti- ‘Sache, Ding’ angesetzt werden. Weitere Anknüpfung an die Wurzel ie. *u̯eku̯- ‘sprechen’ (s. ↗erwähnen) ist unsicher. In den germ. Sprachen geht das Substantiv im Sinne von ‘Ding, Sache, etwas’ eine feste Verbindung mit der Negationspartikel ein (s. ↗nicht, ↗nichts). Wichtelmann m. Wichtelmännchen n. ‘Zwerg, Kobold’ (19. Jh.), zuvor vereinzelt wichtelmendle (16. Jh.), zum Deminutivum Wichtel n., auch m., mhd. wihtel(īn). Bösewicht m. ‘böser, heimtückischer Kerl’, ahd. bōsiwiht (um 1000), mhd. bœsewiht ‘verachteter und verächtlicher Mensch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Däumling · ↗Gnom · ↗Heinzelmännchen · ↗Kobold · Wicht · Wichtel · Wichtelmann · ↗Wichtelmännchen · ↗Winzling · ↗Zwerg
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Buschemann · ↗Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
  • Kleinwüchsiger · ↗Pygmäe · ↗Zwergmensch  ●  ↗Liliputaner  derb
  • Gnom · ↗Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
  • kleinwüchsiger Mensch  ●  ↗Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt plant er, eine Alarmanlage für seine Wichtelmänner zu installieren.
Bild, 25.05.1999
Dem schlafenden Halbgott Herkules rückt ein Heer bis an die Zähne bewaffneter Wichtelmänner auf den Leib.
Süddeutsche Zeitung, 09.02.1994
Und um Kobolde und Wichtelmänner gnädig zu stimmen, legte man ihnen in der Nacht ein Schnupftuch parat.
Der Tagesspiegel, 08.01.1997
Zusammen mit den Wichtelmännern wartet auch ein Pulk von Zwergensendern auf den Frühling.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.1994
Nach der Hoch-Zeit der Weihnachtsengel, Wichtelmänner, Nußknacker und Weihnachtsmänner könnte die geheimnisvolle Welt der Hexen eine willkommene Abwechslung für die weihnachtsmüde Freizeitgesellschaft sein.
Die Welt, 24.12.2005
Zitationshilfe
„Wichtelmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wichtelmann>, abgerufen am 24.04.2019.

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