Widersacher, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWi-der-sa-cher
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben, veraltend (persönlicher) Gegner, meist in rechtlichen, politischen, geistigen Auseinandersetzungen
Beispiele:
ein erbitterter, böswilliger, politischer Widersacher
gegen seinen Widersacher kämpfen, aussagen
Was den Kapitän zu einem scharfen Gegenangriff herausforderte, wobei er seinen Widersacher einen impertinenten Störenfried ... nannte [CramerKonzessionen38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sache · sachlich · Sachlichkeit · versachlichen · sächlich · Sachbearbeiter · Sachwalter · Widersacher
Sache f. ‘Gegenstand, Ding, Angelegenheit, Aufgabe’, ahd. sahha (8. Jh.), mhd. sache ‘Rechtssache, Rechtsstreit, Angelegenheit, Ursache, Ding’, asächs. saka, auch ‘Gericht, Feindschaft, Schuld’, mnd. mnl. sāke, nl. zaak ‘Sache, Angelegenheit, Handlung, Geschäft’, afries. seke, sake, aengl. sacu ‘Verfolgung, Streit, Krieg, Prozeß’, engl. sake ‘Ursache, Grund’, anord. sǫk ‘Rechtshandel, Klage, Grund, Veranlassung’, schwed. sak ‘Ding, Rechtsangelegenheit’ (germ. *sakō) sowie (mit anderer Stammform) got. sakjō ‘Streit’ (germ. *sakjōn-), ahd. seck(e)a (8. Jh.), aengl. sæcc ‘Streit’ (germ. *sakjō) sind Bildungen zu einem in ahd. sahhan ‘streiten, prozessieren, schelten’ (8. Jh.), asächs. sakan, aengl. sacan ‘streiten, klagen, leugnen’, got. sakan ‘streiten, schelten, Vorwürfe machen’ bezeugten starken Verb, das in den germ. Sprachen bald (bis auf wenige Reste) untergegangen ist. In dem ursprünglichen Sinne von ‘Rechtsangelegenheit, Rechtsstreit vor Gericht’ ist Sache mit seinen Verwandten ein altes Wort der Rechtssprache, dessen Bedeutung sich (wie bei ↗Ding, s. d.) mehr und mehr verallgemeinert. Es steht schwundstufig neben griech. hēgé͞isthai (ἡγεῖσθαι) ‘vorangehen, führen’, dann auch ‘meinen, glauben’, lat. sāgīre ‘spüren, wittern’, sāgus ‘wahrsagend, prophetisch’, air. saigim ‘suche, gehe einer Sache nach’ und gehört mit diesen zu der auch für ↗suchen (s. d.) geltenden Wurzel ie. *sāg-, *səg- ‘(witternd) nachspüren’, so daß für das oben genannte starke Verb eine Bedeutungsentwicklung von ‘witternd suchen, nachspüren’ über ‘eine Spur, einen Täter verfolgen’ zu ‘vor Gericht klagen, prozessieren’ anzunehmen ist. Dazu formelhafte Wendungen wie in Sachen (‘in der Rechtsangelegenheit’) X gegen Y (16. Jh.), allgemeiner in Sachen (X) ‘betreffs, bezüglich’ (17. Jh.); in eigener Sache ‘in einer persönlichen Angelegenheit’, Richter in eigener Sache (eigentlich ‘Rechtsangelegenheit’) sein (17. Jh.); gemeinsame Sache mit jmdm. machen ‘mit jmdm. zusammen etw. (Fragwürdiges) unternehmen’ (18. Jh.); das ist Sache (‘Angelegenheit, Aufgabe’) des X (18. Jh.); nichts, etw. zur Sache tun ‘(keinen) Einfluß haben’ (17. Jh.); zur Sache! ‘ohne Umschweife zum Wesentlichen!’ (18. Jh.); seine sieben Sachen ‘alles, was man (nötig) hat’ (19. Jh.; s. auch ↗Siebensachen). sachlich Adj. ‘von der Sache her, in der Sache begründet, objektiv, ohne Vorurteile’ (17. Jh.); zuvor (vereinzelt und ohne Nachfolge) für den grammatischen Ausdruck spätlat. causālis ‘den Grund angebend’ (z. B. coniunctio causālis) in dt. Übersetzungen des Donat (um 1400). Sachlichkeit f. ‘Nüchternheit in der Betrachtungsweise, Objektivität’ (19. Jh.); Neue Sachlichkeit (G. Hartlaub 1923) Stilrichtung in der Kunst mit dem Bestreben einer objektiven Wiedergabe der Realität. versachlichen Vb. ‘vergegenständlichen, in klarer, nüchterner Form darstellen’ (20. Jh.). sächlich Adj. ‘neutrales Genus aufweisend’, dt. Ausdruck für ↗neutral (s. d.) bzw. für lat. neutrum (18. Jh.). Sachbearbeiter m. ‘Angestellter für einen bestimmten abgegrenzten Arbeitsbereich’ (20. Jh.). Sachwalter m. ‘Anwalt, Verteidiger in Rechtsangelegenheiten’, spätmhd. sachwalter. Widersacher m. ‘Gegner, Feind’, spätmhd. widersacher ‘Gegner in einem Rechtshandel, Angeklagter, Gegner, Feind’ (14. Jh.), als Wort der Bibel in seiner Gebrauchshäufigkeit gefördert; vgl. älteres, zum Verb ahd. sahhan (s. oben) gebildetes ahd. widarsahho (9. Jh.), mhd. widersache, frühnhd. Widersache ‘Gegner im Rechtshandel’ (bis 16. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Antagonist · ↗Feind · ↗Gegenspieler · ↗Gegner · ↗Konkurrent · ↗Konterpart · ↗Kontrahent · ↗Neinsager · ↗Opponent · ↗Rivale · ↗Widerpart · Widersacher  ●  ↗Frondeur  franz. · ↗Sparringspartner  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Neider Weggefährte arg ausschalten einstig entmachten entschieden erbittert ernstzunehmend ewig gefährlich hart hartnäckig innenpolitisch innerparteilich intern kaltstellen konservativ langjährig mächtig nehmend parteiintern republikanisch scharf triumphieren unbequem unbeugsam unterlegen unversöhnlich übermächtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Widersacher‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Widersacher werfen ihm eine verfehlte Politik vor allem in der staatlichen Ölindustrie vor.
Süddeutsche Zeitung, 04.02.2003
In der Krankheit, im Symptom, erfahre ich meinen Körper zunächst als Widersacher.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 20
Der Widersacher des Teufels ist die Freude und die Zuversicht.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 29
Franz Dahlem, das eng mit der Organisation verbundene Politbüro-Mitglied, galt als stärkster Widersacher Ulbrichts.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - V. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 1475
Das Gesetz richte sich ausdrücklich gegen Widersacher der bestehenden politischen Ordnung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1953]
Zitationshilfe
„Widersacher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Widersacher>, abgerufen am 10.12.2019.

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