Widmung, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Widmung · Nominativ Plural: Widmungen
Aussprache
WorttrennungWid-mung
Wortzerlegungwidmen-ung
Duden, GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
persönliche, in ein Buch, unter ein Bild o. Ä. geschriebene Worte (durch die kenntlich gemacht wird, dass es sich um ein Geschenk o. Ä. handelt)
Beispiele:
Die 1939 in Basel erschienene Erstausgabe des Hauptwerkes von Elias Über den Prozeß der Zivilisation trug die Widmung »Meinen lieben Eltern. Den treuen Freunden und Helfern «. [Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 21]
Zwischen den frei sprießenden Unkräutern [im Innenhof des Reichstagsgebäude] wird dann die in Neon gegossene Widmung »Der Bevölkerung« leuchten. Ein multikultureller Kontrapunkt, sozusagen, zum frontalen Portalgruß "Dem deutschen Volke". [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6] allgemeiner
Erst in meinem Hotelzimmer schlug ich, noch im Mantel, neugierig das Buch [von Wolfgang Koeppen] auf. Die Widmung lautete: »Für Herrn Marcel Ranicki in freundschaftlicher Zueignung.« Unterschrift, Datum. Das war alles. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 502]
Die Königin schrieb mir [ihrem Arzt] damals ein paar Zeilen, sandte mir ihr Bild mit einer persönlichen Widmung als kleines Zeichen der Dankbarkeit […]. [Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 82]
Die Bücher mit handschriftlichen Widmungen erzielten verhältnismäßig geringe Preise. […] Recht interessant war eine von Jacob und Wilhelm Grimm unterzeichnete Dedikation der »Kinder- und Hausmärchen« an Malchen Hassenpflug (ihre Schwägerin): Wir schenken dir das, bei deinem nunmehrigen Austritt aus den Kinderjahren, zur erinnerung an die schöne zeit. den 30 jan 1826. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1907]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine eigenhändige, handschriftliche, herzliche, liebevolle, persönliche Widmung
als Akkusativobjekt: eine Widmung bekommen, hinzufügen, schreiben, voranstellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Erstausgabe, ein Exemplar, eine Fotografie, ein Bild mit Widmung
mit Genitivattribut: eine Widmung des Autors, Dichters, Schriftstellers
2.
Synonym zu Schenkung
Beispiele:
Eine Stiftung ist die Widmung einer Vermögensmasse für einen bestimmten Zweck durch den Willensakt eines Stifters. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.1993]
Von den rund 380 im Werkverzeichnis gelisteten Gemälden verkaufte er [der Maler] […] nur 22 in das Ausland: elf davon nach Deutschland, drei nach Paris oder zwei nach London. Letztere wechselten über eine Widmung 1857 in den Bestand des Victoria & Albert Museum. [Der Standard, 31.08.2012]
Widmungen für wohltätige, kulturelle nationale oder gemeinnützige Zwecke aus dem Auslande bedürfen der Bewilligung des Innenministeriums. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]]
3.
Amtssprache Verwaltungsakt, durch den etw. zur öffentlichen Benutzung freigegeben und dem öffentlichen Recht unterstellt wird
Beispiele:
Straßen und Wege werden durch öffentliche Widmung zu öffentlichen Straßen. Der Gebrauch der öffentlichen Straßen ist jedermann im Rahmen der Verkehrsvorschrift gestattet. [Die Welt, 02.08.2004]
Die städtische Privatstraße »Am Haselnussstrauch« soll zur öffentlichen Ortsstraße werden. […] Das Baureferat wird nun voraussichtlich bis Ende diesen Monats die Widmung zur Ortsstraße veranlassen. [Süddeutsche Zeitung, 14.03.2002]
Eine Straße erhält die Eigenschaft einer Bundesfernstraße durch Widmung. Voraussetzung für die Widmung ist, daß der Träger der Straßenbaulast Eigentümer des der Straße dienenden Grundstückes ist, oder der Eigentümer und ein sonst zur Nutzung dinglich Berechtigter der Widmung zugestimmt hat […]. [o. A.: Bundesfernstraßengesetz (FStrG). In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998]
Die bisherige Widmung der Sammlungen [der Habsburger] für die öffentliche Besichtigung wird keinerlei Einschränkung erfahren [durch eine Rückgabe an die Familie]. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1934]]
Kollokation:
mit Genitivattribut: die Widmung einer Straße
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

widmen · Widmung
widmen Vb. ‘als Zeichen der Verehrung, Freundschaft, Dankbarkeit übereignen, sich einer Sache, jmdm. verschreiben, sich intensiv mit etw. beschäftigen’, ahd. widamen ‘ausstatten’ (9. Jh.), mhd. widemen ‘stiften, zueignen, ausstatten, dotieren’, mnd. mnl. wēdemen ist als Faktitivum zu dem unter ↗Wittum (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. widamo) gebildet. Wie dieses gehört auch das Verbum ursprünglich dem rechtssprachlichen Bereich an und bedeutet ‘die Frau bei der Hochzeit ausstatten’ (später auch zur Sicherstellung im Todesfalle des Mannes), seit dem 13. Jh. ‘die Kirche mit Vermögenswerten ausstatten’. Durch syntaktische Umordnung (der Empfänger steht im Dativ, die übergebene Sache im Akkusativ) steht das Verb im Sinne von ‘übereignen’ (13. Jh., zuerst kirchenrechtlich, dann allgemein von Liegenschaften, finanziellen Zuwendungen), ‘stiften, gründen, einrichten’, von Personen ‘jmdn. einer Bestimmung (weihend) anheimgeben, zum Priesterstand bestimmen’ (16. Jh.). Aus ‘jmdm. etw. weihend darbringen, zueignen’ entwickelt sich durch Verallgemeinerung der heutige Gebrauch (18. Jh.). Widmung f. ‘Schenkung, Übereignung’ (14. Jh.), ‘Widmungstext’ (18. Jh.), spätmhd. widmunge ‘Ausstattung, Schenkung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autogramm Erstausgabe Gedichtbände Herzog Madrigalbuchs Madrigale Mahnmals Motetten Reichstagsgebäudes Rückseite Signatur Titelblatt Vorreden Vorsatzblatt bezeugen datiert datierten eigenhändiger eingraviert eingravierter gedruckte gravierten handgeschriebene handschriftlichen hineinschrieb persönlichen versehen vorangestellt vorangestellte überreichte

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Widmung‹.