Wie, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wie · Wie · wieso
wie Adv. Konj. mhd. wie, (md. auch) , . Die nhd. schriftsprachliche Form hat zwei Vorstufen. Ahd. (h)wie (9. Jh.), abgeschwächt aus ahd. (h)wio (9. Jh.), ist hervorgegangen aus älterem ahd. (h)weo (8. Jh.); dieses beruht durch Kürzung von ē auf ahd. (h)wēo, das got. ƕaiwa ‘wie, von welcher Beschaffenheit’ entspricht. Die weitere Herleitung ist nicht sicher. Man kann mit W. Schulze Gesch. lat. Eigennamen (1904) 435 griech. pó͞ios (ποῖος) ‘wie beschaffen’ (wenn aus *πο-οιϝος) vergleichen und als Grundlage ie. *ku̯o-oiu̯o ‘welchen Gang habend’ voraussetzen als den Instrumental eines Kompositums aus dem Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- und einem Wort für ‘Lauf, Gang, Art und Weise’ (aind. ḗvaḥ ‘Gang, Weg’, Plur. ‘Gewohnheit, Sitte’, ahd. ēwa ‘Gesetz, Recht’, zu der unter ↗eilen und ↗Jahr, s. d., angegebenen Wurzel ie. *ei- bzw. *eiə- ‘gehen’). Daneben steht ahd. hwē (um 800), das got. ƕē ‘womit’ entspricht und durch Diphthongierung des ē und Übergang von eo in io (10. Jh.) mit ahd. (h)wie (s. oben) zusammenfällt. Hierzu gehören anord. hvī ‘wie, weshalb’, aengl. hwī, hwȳ, engl. why ‘warum’ sowie lat. quī ‘wodurch, wovon, warum’, deren Grundlage wohl ein Instrumental des Pronominalstamms ie. *ku̯o-, *ku̯e- ist. Im Ablaut dazu steht eine für asächs. hwō ‘wie’, mnd. , wu, nd. (wu), mnl. nl. hoe, aengl. , engl. how anzusetzende Ausgangsform westgerm. *hwō. wie fragt seit ahd. Zeit als Interrogativum in direkter und indirekter Frage und in absolutem Gebrauch nach der Art und Weise. In mhd. Zeit geht wie auch in konjunktionalen Gebrauch über mit verallgemeinernder und konzessiver Funktion (für ahd. sō (h)wio (sō), mhd. swie ‘wie immer, obgleich’), dann temporal im Sinne von ‘als, während, sobald, wenn’ (seit dem 16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.). wie ersetzt (im Ahd. beginnend, oft im Frühnhd.) vergleichendes als und wird schließlich (seit dem 15. Jh.) auch beiordnend gebraucht. Substantiviert Wie n. ‘die Art und Weise’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). wieso Adv. ‘wie kann das sein, wie ist das zu verstehen’ (16. Jh.), aus einem Satztyp wie ist es so, daß entstanden; satzeinleitend ‘auf welche Weise, warum’ (19. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber kaum hat sich der Wind gedreht, geht es nicht mehr um das Wie.
Die Zeit, 27.01.1997, Nr. 04
Es steht also nicht mehr in Frage, ob die Einheit kommen wird - fraglich ist nur noch das Wie.
Nr. 157A: Statement vom 2. Februar 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 17668
Aber ebenso unlösbar schien auch 1953 schon die Frage nach dem Wie.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 22
Aber auch ihm wurde das "Was" und das "Wie" gelehrt.
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 18
Wir werden im Laufe der Analyse nicht nur auf das hören, was gesagt wird, sondern auch auf das Wie achten.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 90
Zitationshilfe
„Wie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wie>, abgerufen am 16.07.2019.

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