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Wiegendruck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Wie-gen-druck
Wortzerlegung Wiege Druck2
eWDG

Bedeutung

Buchwesen Druckerzeugnis aus der Zeit, die von der Erfindung des Buchdrucks und dem Jahre 1500 begrenzt ist, Frühdruck, Inkunabel
Beispiele:
bedeutende Wiegendrucke herausgeben
diese Bibliothek verfügt über einen einzigartigen Wiegendruck
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wiege · wiegen1 · Wiegendruck
Wiege f. ‘zum Schaukeln eingerichtetes, ursprünglich frei an Deckenbalken hängendes Kinderbett’, ahd. wiega (Hs. 12. Jh.), mhd. wiege, (md.) wige, mnd. wēge, mnl. wieghe, nl. wieg. Daneben stehen ablautend die gleichbed. Formen ahd. waga (9. Jh.), wiga, wega (11. Jh.), mhd. wage und (mit expressiver Konsonantendoppelung) anord. schwed. vagga, die sich an die unter bewegen (s. d.) angeführte Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’ anschließen. Ahd. wiega, mhd. wiege, nhd. Wiege und seine unmittelbaren Verwandten dürften dagegen eine auf dem iterativen Charakter des Wortes (‘das sich Bewegende, das Schaukelnde’) beruhende reduplizierende Wurzelform ie. *u̯eug̑h- (germ. *weug-) voraussetzen. – wiegen1 Vb. ‘ein Kind in der Wiege schaukeln’ (Ende 15. Jh.), dann auch ‘(sich) hin und her bewegen, schwanken’ (17. Jh.); vom Substantiv abgeleitet. Wiegendruck m. ‘Druck aus der Frühzeit (bis 1500) des Buchdrucks’ (1. Hälfte 19. Jh., geläufig gegen Ende 19. Jh.), zu Wiege im Sinne von ‘Ursprung, erster Anfang’, Verdeutschung von Inkunabel (s. d.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Frühdruck · Inkunabel · Wiegendruck
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Wiegendruck‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wiegendruck‹.

Gesamtkatalog Gutenberg-bibel

Verwendungsbeispiele für ›Wiegendruck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Abteilung Wiegendrucke nimmt begreiflicherweise die Schweiz eine ruhmvolle Stellung ein. [Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 90]
Die ersten Wiegendrucke erinnerten in Gestaltung und Aufteilung noch sehr an die handgeschriebenen Vorgänger. [Die Zeit, 04.12.2007 (online)]
Inzwischen ist die Kenntnis der auf uns gekommenen Frühdrucke durch das Erscheinen des zweiten Bandes des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke (80) wiederum bereichert worden. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 163]
Als Bibliothekar war er mit Arbeiten an der Zentralstelle für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke beschäftigt. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 14.03.1917]
Konrad Haebler hat sie in seinem bekannten Typenrepertorium systematisch verzeichnet und damit eine allgemein anerkannte Grundlage für die Ursprungsermittlung unsignierter Wiegendrucke geschaffen. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 100]
Zitationshilfe
„Wiegendruck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wiegendruck>.

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