Wilderer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wilderers · Nominativ Plural: Wilderer
Aussprache
WorttrennungWil-de-rer (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

Wilddieb
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wild · Wildbret · Wilderer · Wilddieb · Wildschütz · wildern
Wild n. ‘jagdbare Tiere, das Fleisch dieser Tiere’, ahd. wild ‘freilebendes, jagdbares Tier’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. wilt, nl. wild, aengl. wildor (woraus die volksetymologische Verdeutlichung aengl. wilddēor) beruht auf einem alten es/os-Stamm (vgl. ahd. wildir Plur.) und entspricht (mit anderer Stammbildung) dem unter ↗wild (s. d.) dargestellten Adjektiv. Wild, ursprünglich alle freilebenden Tiere, auch die Raubtiere bezeichnend, wird seit mhd. Zeit vornehmlich als Kollektivbegriff verwendet. Im gleichen Zeitraum erfolgt die Übertragung des Ausdrucks auf das Fleisch gejagter Tiere. Wildbret n. ‘rohes oder zubereitetes Fleisch gejagter Tiere, Wildfleisch’, mhd. wiltbræte, daneben mhd. wiltbrāt, mnd. wildbrāt, zusammengesetzt mit dem a-Stamm ahd. brāt n. ‘schieres Fleisch ohne Fett und Knochen, Muskelfleisch, gebratenes Fleisch’, mhd. mnd. brāt n. bzw. dem ja-Stamm mhd. bræte n. (verwandt mit ↗Braten m., s. d.), der gekürzt und unter Verlust des auslautenden -e in der nhd. Form erhalten ist. Vgl. auch anord. villibrāð f. Wilderer m. ‘wer ohne Erlaubnis jagt, Wilddieb’ (16. Jh.), mhd. wilderære ‘Jäger’; zum alten Plural von Wild (ahd. wildir) gebildet. Wilddieb m. ‘wer ohne Erlaubnis Wild schießt oder in Fallen fängt’ (17. Jh.). Wildschütz m. ‘Jäger’ (16. Jh.), ‘Wilddieb’ (um 1700). wildern Vb. ‘ohne Berechtigung Wild schießen oder fangen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jagdfrevler · ↗Wilddieb · ↗Wildschütz  ●  Wilderer  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bande Elefant Holzdieb Holzfäller Interieur Jagd Jäger Nashorn Nationalpark Revier Räuber Schmuggler Vorstandsvorsitzende Wildhüter abschießen abschlachten ausrotten bedrohen brutal dezimieren erlegen erschießen ertappt erwischen fangen jagen mutmaßlich skrupellos töten verhaften

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wilderer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wilderer aber sind keineswegs nur hinter dem Tiger her.
Der Tagesspiegel, 26.03.2001
Urplötzlich haben sich die braven Deutschen in böse Wilderer verwandelt.
Die Zeit, 14.06.1996, Nr. 25
Auch trug der Wilderer ein offenes, zerrissenes Hemd und wildlederne Hosen.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 31
Als der Jagdpächter die Wilderer entdeckte und sah, daß die drei bewaffnet waren, überlegte er wohl, was er machen soll.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 306
Schlingen, wie sie daheim die Wilderer verwenden, sehen in Sibirien nicht anders aus.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 141
Zitationshilfe
„Wilderer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wilderer>, abgerufen am 20.09.2019.

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