Wildnis, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wildnis · Nominativ Plural: Wildnisse · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Wild-nis
Wortzerlegung wild-nis
Wortbildung  mit ›Wildnis‹ als Letztglied: ↗Urwaldwildnis
eWDG, 1977

Bedeutung

unwegsames, von der Zivilisation noch unberührtes Gebiet
Beispiele:
eine unberührte, unbetretene, schneebedeckte Wildnis
in der Wildnis leben, aufwachsen
kein Baum belebt die öde Wildnis
er durchstreifte diese Wildnis und Einöde zum ersten Mal
Nur in den Wildnissen der Kalahari sind die Buschmänner klein [ PeschelVölkerkunde169]
unzugängliches, von wild wachsenden Pflanzen überwuchertes Gebiet
Beispiele:
eine grüne, undurchdringliche Wildnis
der Park war zu einer Wildnis geworden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wild · Wildnis
wild Adj. ‘nicht gezähmt, nicht veredelt, unbewohnbar, grausam, roh’, ahd. wild(i) ‘unbebaut, ungezähmt, fremd’ (8. Jh.), mhd. wilde, wilt, auch ‘unbewohnt, wüst, abgestorben, faul, irre, unstet, untreu, sittenlos’, asächs. wildi, mnd. wilde, mnl. wilt, welt, wilde, nl. wild, afries. wilde, aengl. wilde, engl. wild, anord. villr ‘irrend, wild’, got. wilþeis führen auf germ. *wilþija-. Die weitere Herkunft ist ungewiß. Am ehesten vergleicht sich noch kymr. gwyllt ‘wild, wahnsinnig, schnell’, so daß ie. *(gh)u̯eltii̯o- angesetzt werden kann. Ein Zusammenhang mit ↗Wald (s. d.) ist dagegen zweifelhaft. wild bezieht sich auf Tiere (‘ungezähmt, freilebend’), auf Pflanzen (‘nicht angebaut, nicht veredelt’) und auf Bodenflächen (‘nicht bebaut, nicht kultiviert’), steht also im Gegensatz zu zahm und kultiviert. Die kurze Form wild (gegenüber älterem wilde) setzt sich im 16. Jh. (Luther) durch. Wildnis f. ‘unbebaute, unkultivierte Gegend, üppig wuchernder Pflanzenwuchs’, mhd. wiltnisse, wiltnis, wiltnüsse, wiltnus f. n., auch ‘Wildheit, wildes Wesen’.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Busch · ↗Dschungel · ↗Urwald · Wildnis
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Großgehölz · ↗Urwaldriese  ●  ↗Großbaum  fachspr.
  • Naturwaldreservat · Waldreservat  ●  ↗Bannwald  regional
  • Wildnis · unberührte Natur · ungenutztes Land
Synonymgruppe
Wildnis · unberührte Natur · ungenutztes Land
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wildnis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wildnis‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wildnis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Tourist fragt sich angesichts der Wildnis ringsum, wo das wohl sein könne.
Der Tagesspiegel, 13.10.2002
Sie hassen die Wildnis und sie hassen die wilden Tiere.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2002
Wir nahmen an ihm wie sonst bei keinem die sehr unerlaubte Wildnis wahr.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 194
Zu oft schon hatte ich in dieser rätselhaften Wildnis umlernen müssen.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 105
Anstatt dem anderen seine Überlegenheit zu beweisen, hatte er den Weg verloren und wäre aus eigener Kraft, so spürte er, dieser Wildnis nicht entkommen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 197
Zitationshilfe
„Wildnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wildnis>, abgerufen am 28.10.2020.

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