Wille, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Willens · Nominativ Plural: Willen · wird meist im Singular verwendet
Nebenform seltenWillen · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Willens · Nominativ Plural: Willen · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungWil-le · Wil-len
Wortbildung mit ›Wille‹ als Erstglied: ↗Willensakt · ↗Willensanspannung · ↗Willensbekundung · ↗Willensbestimmung · ↗Willensbildung · ↗Willenseinheit · ↗Willensentscheidung · ↗Willensentschluss · ↗Willenserklärung · ↗Willensermittlung · ↗Willensfreiheit · ↗Willenshaltung · ↗Willensimpuls · ↗Willenskonzentration · ↗Willenskraft · ↗Willenskundgebung · ↗Willensleistung · ↗Willenslähmung · ↗Willensmacht · ↗Willensmensch · ↗Willensschulung · ↗Willensschwäche · ↗Willensstärke · ↗Willensäußerung · ↗willenlos · ↗willensschwach · ↗willensstark · ↗willig
 ·  mit ›Wille‹ als Letztglied: ↗Abrüstungswille · ↗Abrüstungswillen · ↗Behauptungswille · ↗Behauptungswillen · ↗Daseinswille · ↗Daseinswillen · ↗Durchhaltewille · ↗Durchhaltewillen · ↗Eigenwille · ↗Eigenwillen · ↗Einheitswille · ↗Einheitswillen · ↗Einsatzwille · ↗Einsatzwillen · ↗Eroberungswille · ↗Eroberungswillen · ↗Formwille · ↗Formwillen · ↗Fortschrittswille · ↗Fortschrittswillen · ↗Freiheitswille · ↗Freiheitswillen · ↗Friedenswille · ↗Friedenswillen · ↗Geltungswille · ↗Geltungswillen · ↗Gemeinwille · ↗Gemeinwillen · ↗Gestaltungswille · ↗Gestaltungswillen · ↗Heilungswille · ↗Heilungswillen · ↗Integrationswille · ↗Integrationswillen · ↗Kampfeswille · ↗Kampfeswillen · ↗Kampfwille · ↗Kampfwillen · ↗Kooperationswille · ↗Kooperationswillen · ↗Lebenswille · ↗Lebenswillen · ↗Leistungswille · ↗Leistungswillen · ↗Machtwille · ↗Machtwillen · ↗Mehrheitswille · ↗Mehrheitswillen · ↗Opferwille · ↗Opferwillen · ↗Parteiwille · ↗Parteiwillen · ↗Reformwille · ↗Reformwillen · ↗Selbstbehauptungswille · ↗Selbstbehauptungswillen · ↗Selbsterhaltungswille · ↗Selbsterhaltungswillen · ↗Siegeswille · ↗Siegeswillen · ↗Sparwille · ↗Sparwillen · ↗Unwille · ↗Unwillen · ↗Verhandlungswille · ↗Verhandlungswillen · ↗Verständigungswille · ↗Verständigungswillen · ↗Volkswille · ↗Volkswillen · ↗Widerstandswille · ↗Widerstandswillen · ↗Widerwille · ↗Widerwillen · ↗Wählerwille · ↗Wählerwillen · ↗Überlebenswille · ↗Überlebenswillen
eWDG, 1977

Bedeutung

bewusstes, auf das Erreichen eines (bestimmten) Zieles gerichtetes Streben, jmds. Wollen, feste Absicht
Beispiele:
ein harter, starker, unbezwinglicher, zäher, unerschütterlicher, unbeugsamer, fanatischer, entschlossener, schwacher, schwankender Wille
der Letzte Wille (= das Testament) eines Verstorbenen
die Stärke, Schwäche des Willens
der Wille zum Leben, zu leben
der Schüler zeigte den besten Willen
es ist kein böser, schlechter Wille/Willen, wenn ...
den guten Willen für die Tat nehmen
er hat keinen, seinen eigenen Willen
seinen Willen auf ein Ziel konzentrieren, durchsetzen
sie hat den festen Willen, sich zu ändern
seinen guten Willen zeigen
am guten Willen hat es nicht gefehlt
dem Willen breiter Bevölkerungsschichten entsprechen
auf seinem Willen beharren, bestehen
er war von dem Willen beseelt, das Unrecht wieder gutzumachen
jmdm. zu Willen sein (= das tun, was er will)
verhüllend einem Mann zu Willen sein (= sich einem Mann hingeben)
es war ihr freier Wille gewesen
sprichwörtlich des Menschen Wille ist sein Himmelreich (= jeder sollte das bekommen, was er gern will)
das im Wollen liegende erstrebte Ziel
Beispiele:
jmdm. seinen Willen lassen
seinen Willen bekommen
umgangssprachlich seinen Willen kriegen
jmdm. den Willen tun
es ging alles nach Wunsch und Willen
abgeblasst
in Verbindung mit »bei«
Beispiele:
bei gutem Willen wird es schon gehen
beim besten Willen kann ich dir nicht helfen
in Verbindung mit »gegen«
Beispiel:
das geschieht gegen meinen Willen
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
etw. mit Willen tun (= etw. absichtlich tun)
in Verbindung mit »trotz«
Beispiel:
trotz besten Willens konnte er nichts für sie tun
in Verbindung mit »wider«
wider Willenohne es zu wollen
Beispiele:
sie musste wider Willen lachen
das Geständnis war ihm wider Willen entschlüpft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wille · willfahren · willfährig · willig · willkommen · bewilligen · einwilligen
Wille m. ‘feste Absicht, Vorsatz, auf ein Ziel gerichtetes Streben und Trachten, Verlangen’, ahd. willo (8. Jh.), mhd. wille, asächs. willio, mnd. mnl. wille, nl. wil, aengl. willa, engl. will, anord. vili, schwed. vilja, got. wilja, germ. *weljan-, Abstraktum zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel. willfahren Vb. ‘jmds. Willen tun’ (16. Jh.), willenvarn (15. Jh.), aus mhd. eines willen vāren; zu mhd. vāren ‘feindlich trachten, nachstellen, streben, fürchten’ (s. ↗Gefahr). Doch bereits in der mhd. Fügung erfolgt Anschluß an mhd. varn ‘fahren’; daher (vereinzelt) auch starke Flexion (willfuhr, noch Ende 18. Jh.). willfährig Adj. ‘willig, bereit, gefällig’ (16. Jh.). willig Adj. ‘bereit, gefällig’, ahd. willīg (8. Jh.), mhd. willec, willic; Grundwort in Adjektivkomposita seit ahd. Zeit, vgl. gutwillig, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic. willkommen Part.adj. ‘gern gesehen’, mhd. wille-, wilkomen. Im zweiten Wortteil wohl gebildet zu der Partizipialform von kommen. Vgl. ahd. willikomo m. (10. Jh.), mhd. willekome Adj. bewilligen Vb. ‘zugestehen, erlauben’ (15. Jh.). einwilligen Vb. ‘zustimmen, sein Einverständnis geben’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beschluss · ↗Entscheidung · ↗Entschlossenheit · ↗Entschluss · ↗Ratschluss · ↗Urteil · Wille  ●  ↗Entscheid  schweiz. · das letzte Wort  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • unter Druck stehen · unter Handlungszwang stehen · unter Zugzwang stehen
  • Willensfreiheit · freier Wille

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdruck Beteiligter Bundesregierung Gesetzgeber Geste Macht Mehrheit Triumph Volk Zeichen aufzwingen ausdrücklich bekräftigen bekunden bös durchsetzen eisern erklärt fehlen fest frei gemeinsam gut göttlich mangelnd mutmaßlich politisch unbedingt unbändig vorhanden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wille‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Derart unlauter hat sich der Wille zur gehobenen Unterhaltung selten offenbart.
Die Zeit, 07.11.2011, Nr. 45
Wie oft scheitert der gute Wille, etwas fürs körperliche Wohlbefinden zu tun?
Guter Rat, 1975, Nr. 3
Primär ist nach meiner Überzeugung beim Führer nicht der Wille gewesen, Polen zu erobern.
o. A.: Siebenundneunzigster Tag. Dienstag, 2. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16710
Es war mein fester Wille, alles daran zu setzen, auch diese Frage, die aufgeworfen war, auf friedlichem Wege zu lösen.
o. A.: Fünfundachtzigster Tag. Dienstag, 19. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2246
In Frankreich ist mehr guter Wille, sich zu informieren, aber die Quellen rieseln dünn.
Tucholsky, Kurt: Zwischen zwei Kriegen. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925]
Zitationshilfe
„Wille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wille>, abgerufen am 25.06.2019.

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