Winde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Winde · Nominativ Plural: Winden
Aussprache
WorttrennungWin-de (computergeneriert)
Grundformwinden1
Wortbildung mit ›Winde‹ als Letztglied: ↗Ackerwinde · ↗Ankerwinde · ↗Aufzugswinde · ↗Aufzugwinde · ↗Handwinde · ↗Seilwinde · ↗Trommelwinde · ↗Zaunwinde
eWDG, 1977

Bedeutungen

I.
Technik Vorrichtung zum Heben und Senken oder zum Heranziehen von Lasten
Beispiel:
mit Hilfe einer Winde einen Baum aufrichten, eine Last absetzen, aufladen
II.
Kletterpflanze mit weiß, lila oder rosa blühenden, trichterförmigen Blüten
Beispiel:
eine weiße, mattgefärbte Winde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

winden · Winde · umwinden · unumwunden
winden Vb. ‘drehen, (um)wickeln, schlingen, flechten’, reflexiv ‘ranken, sich krümmen, sich schlängeln’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. wintan (8. Jh.), mhd. winden, winten ‘(sich) drehen, um-, einwickeln, sich umdrehen, angreifen’, asächs. windan ‘sich wenden, bewegen’, mnd. mnl. nl. winden, afries. winda, aengl. windan, engl. to wind, anord. schwed. vinda ‘winden, drehen’, got. biwindan ‘umwinden’ (germ. *windan) führt mit aind. vandhúram ‘Wagenkorb’, griech. áthras (ἄθρας, aus *ϝαθ-) ‘Wagen’ auf ie. *u̯endh- ‘drehen, winden, flechten’ (wozu auch ↗Wand, ↗wandeln, ↗wandern, ↗wenden, ↗Windel, ↗windschief, s. d.). Winde f. ‘Hebegerät mit einer Kurbel zum Aufwickeln eines Seils’, ahd. waʒʒarwinta ‘Vorrichtung zum Wasserschöpfen’ (10. Jh.), mhd. winde. Zugleich Pflanzenname (Acker)winde, mit sich um eine Stütze windendem Stengel, ahd. winda (11. Jh.), mhd. winde. umwinden Vb. ‘herumschlingen, mit etw. umwickeln’ (15. Jh.). unumwunden Part.adj. ‘ungezwungen, deutlich, offen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ankerwinde · Ladewinde · Winde
Synonymgruppe
Laufkatze · ↗Spill · Winde
Biologie
Synonymgruppe
Blähung · ↗Flatulenz · ↗Flatus · Winde (nur Plur.)  ●  Leibwind  veraltet · Vapeur  franz., lat. · ↗Darmwind  ugs. · ↗Furz  derb · ↗Pups  ugs. · ↗Pupser  ugs. · ↗Schas  derb, österr. · Schoas  derb, bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Geräusch
  • (einen) Wind fahren lassen · Blähungen haben · ↗blähen · flatulieren  ●  einen fahren lassen  ugs. · einen ziehen lassen  ugs. · ↗furzen  ugs. · ↗pupsen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Regenfall Rohr Seegang Trockenheit abflauend achterlich anfachen auffrischend böig computergesteuert drehend eisig flattern heulend hydraulisch klirren knattern lau nordwestlich orkanartig peitschend rauh segeln stürmisch südwestlich verwehen vorherrschend wechselnd wehend widrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Winde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Günstige Winde verhinderten bisher, dass größere Ölmengen an die Strände getrieben wurden.
Der Tagesspiegel, 23.01.2001
In alle Winde verstreut das Ensemble, geblieben sind immerhin vier.
Süddeutsche Zeitung, 23.09.1994
Die gespannten Taue fingen zu brummen an, im harten Winde.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 376
Was sie auszeichnet, ist einerseits die Farbe und andererseits die Bewegung im Winde.
Ratschow, C. H.: Banner. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 27755
Die Winde draußen vorm Fenster müssen sehr kühl sein - oder sind die Sterne meiner Stirne so kühl?
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10260
Zitationshilfe
„Winde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Winde>, abgerufen am 15.10.2019.

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