Windhund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Windhund(e)s · Nominativ Plural: Windhunde
Aussprache 
Worttrennung Wind-hund
Wortzerlegung  Wind Hund1
Wortbildung  mit ›Windhund‹ als Erstglied: Windhundprinzip · Windhundverfahren
eWDG

Bedeutungen

1.
sehr schneller Hund mit langem, schmalem Körperbau
Beispiele:
er ist dünn und schmächtig wie ein Windhund
er läuft schnell wie ein Windhund
2.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen leichtfertiger, wenig zuverlässiger, oberflächlicher Mensch
Beispiele:
ein unverantwortlicher Windhund
wie kannst du dich nur mit diesem Windhund einlassen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Windhund · Windspiel
Windhund m. verdeutlichende Zusammensetzung (Mitte 16. Jh.) im Anschluß an ahd. wint ‘Hund für die Jagd’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. wint. Dieses erklärt Suolahti in: Neuphilolog. Mitt. 19 (1918) 16 aus dem Völkernamen der slawischen Wenden, ahd. Winida, mhd. Winden, aengl. Venidas, Wenedas, anord. Vindr, ursprünglich Name eines östlichen illyrischen Stammes (lat. Venedī, Tacitus Venetī), der auf die an der Weichsel lebenden Slawen übertragen wurde. Windhund bedeutet danach eigentlich ‘wendischer Hund’, wird heute jedoch vielfach mit Wind verbunden und als ‘schnell (wie der Wind) laufender Hund’ aufgefaßt. Übertragen ‘leichtfertiger Mensch’ (18. Jh.). Eine andere Erklärung versucht Pijnenburg in: Tijdschr. voor nederlandse taal- en letterkunde 96 (1980) 205 ff., indem er germ. *hwindaz ‘Hund’ auf (mit Dental gebildetes) ie. *k̑u̯ent-, eine Nebenform von ie. *k̑u̯ont- (s. Hund), zurückführt. Windspiel n. ‘Jagdhund’, mhd. wintspil, ebenfalls eine verdeutlichende Zusammensetzung, zu mhd. spil im Sinne von ‘Jagd’ (s. Spiel); vgl. mhd. vederspil ‘zur Vogelbeize abgerichteter Falke, Sperber, Habicht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruder Leichtfuß  ugs. · Bruder Lustig  ugs. · Flabes  ugs., rheinisch · Hallodri  ugs. · Heiopei  ugs., rheinisch · Knallcharge  ugs., fig. · Knalltüte  ugs., fig. · Leichtfuß  ugs. · Luftikus  ugs. · Luftnummer  ugs. · Schiffschaukelbremser  ugs., scherzhaft · Windbeutel  ugs. · Windei  ugs. · Windhund  ugs. · lockerer Vogel  ugs. · loser Vogel  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Windhund‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Windhund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Windhund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch die Windhunde begleiten alle Frauen durch die Geschichte.
Die Zeit, 01.04.2013, Nr. 13
Wenn Sie schon fünfmal innerhalb der letzten zehn bis fünfzehn Jahre gewechselt haben, könnte man Sie für einen Windhund halten.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 229
Die seriöse Wissenschaft war sowieso peinlich berührt von dem interdisziplinären Windhund.
konkret, 1985
Hatte auch diesem Windhund, der wahllos jeder Frau an den Hals geflogen war, die Stunde geschlagen?
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 190
Ich konnte wieder rennen wie ein Windhund und Sprünge machen wie ein jagender Wolf.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18534
Zitationshilfe
„Windhund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Windhund>, abgerufen am 19.01.2022.

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