Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
Bitte unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Teilnahme an unserer aktuellen Umfrage!

Windsbraut, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Windsbraut · Nominativ Plural: Windsbräute
Aussprache 
Worttrennung Winds-braut
Wortzerlegung Wind Braut
eWDG

Bedeutung

dichterisch Sturmwind, Wirbelwind
Beispiele:
wie die Windsbraut daherjagen
im Boot gegen die Windsbraut ankämpfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wind · windig · Windsbraut
Wind m. ‘sich bewegende, wehende Luft, Luftströmung’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wint, asächs. nl. aengl. engl. wind, anord. vindr, schwed. vind, got. winds (germ. *winda-, aus *wenda- m.) und lat. ventus, kymr. gwynt, toch. A want, toch. B yente ‘Wind’ sind mit partizipialem nt-Formans im Sinne von ‘das Wehende, Blasende’ zu der unter wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ gebildet. Redensartlich in den Wind reden ‘etw. vergeblich sagen’ (15. Jh.), in den Wind schlagen ‘geringschätzig abweisen, abschlagen, preisgeben’ (16. Jh.), heute ‘keine Beachtung schenken’. In der Bedeutung ‘Blähung’ begegnet Wind seit dem 14. Jh. – windig Adj. ‘voll Luftbewegung’, übertragen ‘eitel, leer, unzuverlässig’, mhd. windec, windic, auch ‘blähend’. Windsbraut f. ‘heftiger Wind, Wirbelwind’, ahd. wintes prūt (9. Jh.), mhd. windesbrūt. Das Grundwort gehört wohl zu ie. *bʰer, *bʰrū ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’ (s. brauen, brausen1).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sturm · Sturmwind · heftiger Wind · stürmischer Wind  ●  Windsbraut  geh., veraltend, literarisch
Assoziationen
  • (sehr) schwerer Sturm · maximale Windstärke · orkanartiger Sturm  ●  Orkan  Hauptform

Verwendungsbeispiele für ›Windsbraut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als seine „Windsbraut“ hängt Alma heute im Museum in Basel. [Die Zeit, 06.10.1989, Nr. 41]
Die Lippen geöffnet, als tränke er der Windsbraut wollüstiges Schluchzen. [Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10193]
Als letzter und höchster Ausdruck der Verbindung zu A. Mahler entstand 1914 das Bild »Die Windsbraut«. [o. A.: Lexikon der Kunst – K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 20064]
Von der Nordsee kommt der Frühling als Windsbraut in verwaschenem Grau. [Die Zeit, 08.04.2002, Nr. 14]
Im Falle der verschleppten „Windsbraut“ haben wir uns einer Zweit‑Enteignung schuldig gemacht. [Die Zeit, 08.05.1992, Nr. 20]
Zitationshilfe
„Windsbraut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Windsbraut>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Windsack
Windrädchen
Windrose
Windrichtung
Windradar
Windschatten
Windscherung
Windschirm
Windschur
Windschutz