Wink, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wink(e)s · Nominativ Plural: Winke
Aussprache
Grundformwinken
Wortbildung mit ›Wink‹ als Letztglied: ↗Augenwink
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Zeichen mit der Hand, dem Kopf oder mit den Augen, wodurch man jmdm. etw. zu verstehen gibt
Beispiele:
ein kurzer, deutlicher, wortloser, stummer Wink
jmdm. mit den Augen, Augenbrauen, dem Kopf, Daumen einen Wink geben
das Kind gehorchte auf einen heimlichen Wink (hin)
er gab mit seinem Kopf einen ganz leisen Wink
auf seinen Wink wurde die Tür geöffnet, der Gefangene abgeführt
bildlich
Beispiel:
saloppdas war ein Wink mit dem Zaunpfahl (= das war eine sehr deutliche Anspielung)
2.
übertragen Äußerung, die jmdn. auf etw. aufmerksam macht, Hinweis, Fingerzeig
Beispiele:
jmdm. einen Wink geben
die Polizei hatte einen Wink erhalten
er wollte die Winke nicht verstehen, die ihm gegeben wurden
das war wie ein Wink des Schicksals, Himmels
Ratschlag
Beispiel:
Ratschläge und praktische Winke für die Küche, die Hausfrau, für das Reisen im Ausland
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

winken · Wink
winken Vb. ‘durch Bewegungen der Hand (bzw. eines Gegenstandes) ein Zeichen geben’, ahd. winken ‘zublinzeln, zuzwinkern’ (9. Jh.), mhd. winken ‘(mit den Augen, mit der Hand) ein Zeichen geben, nicken, schwanken, sich seitwärts bewegen’, mnd. winken ‘die Augen schließen’, mnl. winken, aengl. wincian ‘die Augen schließen, ein Zeichen geben, blinzeln’, engl. to wink ‘blinzeln, zwinkern’, verwandt mit ↗Winkel und ablautendem ↗wanken (s. d.). Vergleichbar sind wohl aind. váṅgati ‘geht, hinkt’ (?), lit. véngti ‘zu vermeiden suchen’, eigentlich ‘ausweichen’, vìngis ‘Bogen, Krümmung’, vingiúoti ‘sich krümmen, biegen, Bogen, Umwege machen’, so daß ie. *u̯eng- ‘gebogen sein’ angesetzt werden kann. Die heutige Verwendung ‘mit der Hand ein Zeichen geben’ ist bereits im Mhd. voll ausgebildet. Ebenfalls in mhd. Zeit wird das Verb gelegentlich starker Flexion angeglichen; noch heute gilt in Umgangssprache und Mundart weithin ein Part. Prät. gewunken. Wink m. ‘durch Bewegen der Hand, der Augen, des Kopfes gegebenes Zeichen’, ahd. (Hs. 12. Jh.), mhd. winc, auch ‘das Wanken’; in übertragener Verwendung ‘Hinweis, Andeutung’ (18. Jh.). Vgl. die scherzhafte Wendung einen Wink mit dem Zaun(s)pfahl, auch mit dem Laternenpfahl (‘eine deutliche, gebietende, plumpe Aufforderung’) geben (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geste · Wink · ↗Zeichen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Computer
Synonymgruppe
Hinweis · ↗Kurzinfo · ↗Tipp · Tooltip · Wink · automatischer Hinweis
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Balloon Help · Mouse-over-Text · Mouseover · Quickinfo  ●  Tooltip  Hauptform
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(versteckter) Hinweis · ↗Andeutung · ↗Anspielung · ↗Anzüglichkeit · ↗Fingerzeig · ↗Zweideutigkeit · ↗Zwischenton  ●  ↗Allusion  geh., lat. · ↗Innuendo  geh., bildungssprachlich · Wink  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andeutung Dirigent Himmel Ratschlag Schicksal Zauberstab Zaunpfahl Zeigefinger befolgen beherzigen dezent diskret gehorchen genügen göttlich heimlich hilfreich ironisch leise lässig nützlich praktisch pädagogisch stumm unmißverständlich unübersehbar versteckt verstehen warnend zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wink‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst nach ein paar Stunden, auf einen Wink von oben hin, konnte er das Land verlassen.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2002
Aus dieser Erkenntnis sei noch ein Wink für die Praxis hinzugefügt.
Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 98
Hier wartet man nicht ängstlich auf den Wink von oben, hier wird scharf geschossen.
Die Zeit, 21.06.1963, Nr. 25
Nicht nur die Frauen gehorchen ihm auf seinen lachenden Wink, untertänig, wenn auch zuweilen nachmaulend.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 278
Mit ihrer Tochter allerdings hätte Mary sich unschwer verständigt, durch einen Wink.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 711
Zitationshilfe
„Wink“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wink>, abgerufen am 20.11.2019.

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