Wirkkraft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wirkkraft · Nominativ Plural: Wirkkräfte
Aussprache
WorttrennungWirk-kraft
Wortzerlegungwirken1Kraft
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
gehoben
Synonym zu Wirkungskraft (Lesart 1)
Beispiele:
Die Deutschen schlucken zu häufig Antibiotika – und nehmen damit diesem wichtigen Arzneimittel gegen Bakterien zusehends [ihre] Wirkkraft. [Die Zeit, 28.10.2014 (online)]
Der Marburger Bund hat schon im Moment der Schlichtung gesagt, dass diese Schlichtung für die Ärzte in den Krankenhäusern keine Wirkkraft entfaltet. [www.deutschlandfunk.de, 10.04.2010]
Die Macht und der Einfluss der Religion in der islamischen Welt werden von westlichen Beobachtern allzu häufig als allmächtig eingeschätzt; dadurch wird der Blick auf all die anderen sozialen, ökonomischen und politischen Wirkkräfte der Geschichte[…] verstellt. [Die Zeit, 01.12.2005, Nr. 49]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: eine Wirkkraft entfalten
2.
Synonym zu Wirkungskraft (Lesart 2)
Beispiele:
Vor einem Publikum, das […] nicht nur aus Gläubigen bestand, […] sollte der Zauber der Poesie seine Wirkkraft entfalten. [Berliner Zeitung, 17.07.2000]
Die Führer hatten ein magisches Vertrauen auf die Wirkkraft des Wortes. [Süddeutsche Zeitung, 24.02.2000]
So geht es im Ausstellungsteil »Die Gewalt der Kunst«[…] vor allem um uns: den unter Deutschen fatalen Hang zum Gesamtkunstwerk, die messianischen Vorstellungen noch immer vieler Künstler, den ungebrochenen Glauben an die gesellschaftlichen Wirkkräfte der Kunst. [Der Tagesspiegel, 03.09.1999]
Außer Helligkeit und Reinheit, die mit dem Farbton die meßbaren Bestimmungen der Farbarten darstellen, wird die Farbintensität, die »Kraft« (Wirkkraft, Buntkraft) einer F [arbe] einbezogen. [o. A.: Lexikon der Kunst – F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 8598]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: eine geheime Wirkkraft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glaube entfalten geheim

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirkkraft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Führer hatten ein magisches Vertrauen auf die Wirkkraft des Wortes.
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2000
Viele, die ihn einst als "Stillen im Lande" abtaten, kommen nicht umhin, die unauffällige und doch so nachhaltige Wirkkraft seiner Beschreibungen anzuerkennen.
Die Welt, 22.02.2003
Welche Erkenntnisse bargen sich in ihnen und gaben ihre Geheimnisse preis, wenn Deckel und Korken sie nicht länger davon abhielten, ihre Wirkkraft auf Vater auszuüben?
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 331
Mit der reformierten Theologie verband sich bald eine neue und gegenwartsbezogene Wirkkraft des humanistischen Weltbildes.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1470
Dem Glauben an die verborgene Wirkkraft der Riten begegnen sie mit Skepsis.
Müller, Hans-Peter: Jainismus. In: Notz, Klaus-Josef (Hg.) Lexikon des Buddhismus, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 932
Zitationshilfe
„Wirkkraft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirkkraft>, abgerufen am 19.06.2019.

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