Wirrkopf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWirr-kopf (computergeneriert)
WortzerlegungwirrKopf
Wortbildung mit ›Wirrkopf‹ als Erstglied: ↗wirrköpfig
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend verworren, unklar denkender und entsprechend handelnder Mensch
Beispiel:
sie hielt uns für heillose Schwach- und Wirrköpfe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wirr · Wirrsal · Wirrkopf · Wirrwarr
wirr Adj. ‘ungeordnet, zusammenhangslos, unklar’ (17. Jh.), rückgebildet aus dem schwach flektierenden Verb wirren ‘durcheinanderbringen’ (zuerst belegt in mhd. verwirren), das mit dem Stammsilbenvokal i (in Analogie zu irren entstanden?) altes, stark flektierendes werren (mit starker Flexion bis ins 18. Jh.; vgl. noch heute verworren) beeinflußt, so daß sich nach Umbildung des Vokals auch schwache Formen durchsetzen. Dieses nur im Dt. und Nl. belegte Verb (mit -rr- aus germ. -rs-) nhd. werren, ahd. werran (Part. Prät. giworran) ‘durcheinanderbringen, in Aufruhr bringen, stören’ (8. Jh.), mhd. werren, asächs. werran, mnd. mnl. werren, nl. warren sowie das Substantiv ahd. werra (11. Jh.), mhd. werre ‘Ärgernis, Zank, Streit, Verwicklung, Schaden, Not’ haben keine sicheren Anknüpfungsmöglichkeiten. Wenn nach Walde/Hofmann ³2, 761 eine Verbindung zu lat. verrere ‘schleifen, am Boden schleppen, fegen’ besteht, kann von ie. *u̯ers- ‘am Boden schleifen’ ausgegangen werden. Sollte besser ein onomatopoetischer Ansatz anzunehmen sein? Wirrsal n. f. ‘Durcheinander, Chaos, Verwicklung’, geläufig seit 19. Jh.; doch vgl. ahd. werrisal ‘Widerstand’ (9. Jh.), frühnhd. wirresal ‘Streit, Unruhe, Unordnung’. Wirrkopf m. ‘verworrener, konfuser Mensch’ (17. Jh.), auch ‘Mensch mit ungeordneter Frisur’ (19. Jh.). Wirrwarr m. n. ‘Durcheinander, Wust’ (15. Jh.), mhd. wirrewarren n., ablautende, alliterierende Bildung (wie Mischmasch u. ä.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Wirrkopf  Hauptform, abwertend · ↗Chaot  ugs., abwertend · Konfusling  ugs., selten · ↗Krauskopf  geh., fig. · ↗Spinner  ugs., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denker braun gefährlich ideologisch jugendlich link politisch rechtsradikal unterscheiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirrkopf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was macht es uns so schwer, mit diesen Wirrköpfen umzugehen?
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2000
Und wenn es sich bei den Kritikern um linke Wissenschaftler handelt, sind sie schnell als revolutionäre Wirrköpfe abqualifiziert.
Die Zeit, 04.05.1979, Nr. 19
Sie sind natürlich selber Wirrköpfe, aber ihre Interessen und Vorurteile geleiten sie sicher.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 139
Organisatorisch hatte sich die Deutsche Glaubensbewegung seit Mai 1934 durch Umbildung der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Glaubensbewegung gestrafft, dies bei gleichzeitiger Abstoßung der allerärgsten völkisch-religiösen Wirrköpfe.
Nowak, Kurt: Kirche und Religion. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 473
Versuche der Könige von Navarra in dieser Richtung waren jedoch von Wirrköpfen erdacht und mußten mit Mißerfolgen bezahlt werden.
Ganshof, François Louis: Das Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7570
Zitationshilfe
„Wirrkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirrkopf>, abgerufen am 26.03.2019.

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