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Wirrwarr, der

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GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wirrwarrs · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Wirr-warr
eWDG

Bedeutung

völliges Durcheinander, Unordnung
Beispiele:
im allgemeinen Wirrwarr konnte er sich unbemerkt entfernen
auf dem Rummel herrschte ein unbeschreiblicher, heilloser Wirrwarr
der Wirrwarr nahm zu, nahm kein Ende
er fand sich in dem Wirrwarr ihrer Gedanken nicht zurecht
seine Stimme ging in dem Wirrwarr des Lärms unter
im Wirrwarr des Umzuges waren ihm einige wertvolle Bücher abhanden gekommen
er suchte unter all dem Wirrwarr auf seinem Schreibtisch ein freies Plätzchen
das rote Holz der Buchen leuchtete weithin aus dem wildgrünen Wirrwarr von Ranken, Blattwerk, Brombeergesträuch [ A. ZweigErziehung30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
wirr · Wirrsal · Wirrkopf · Wirrwarr
wirr Adj. ‘ungeordnet, zusammenhangslos, unklar’ (17. Jh.), rückgebildet aus dem schwach flektierenden Verb wirren ‘durcheinanderbringen’ (zuerst belegt in mhd. verwirren), das mit dem Stammsilbenvokal i (in Analogie zu irren entstanden?) altes, stark flektierendes werren (mit starker Flexion bis ins 18. Jh.; vgl. noch heute verworren) beeinflußt, so daß sich nach Umbildung des Vokals auch schwache Formen durchsetzen. Dieses nur im Dt. und Nl. belegte Verb (mit -rr- aus germ. -rs-) nhd. werren, ahd. werran (Part. Prät. giworran) ‘durcheinanderbringen, in Aufruhr bringen, stören’ (8. Jh.), mhd. werren, asächs. werran, mnd. mnl. werren, nl. warren sowie das Substantiv ahd. werra (11. Jh.), mhd. werre ‘Ärgernis, Zank, Streit, Verwicklung, Schaden, Not’ haben keine sicheren Anknüpfungsmöglichkeiten. Wenn nach Walde/Hofmann ³2, 761 eine Verbindung zu lat. verrere ‘schleifen, am Boden schleppen, fegen’ besteht, kann von ie. *u̯ers- ‘am Boden schleifen’ ausgegangen werden. Sollte besser ein onomatopoetischer Ansatz anzunehmen sein? – Wirrsal n. f. ‘Durcheinander, Chaos, Verwicklung’, geläufig seit 19. Jh.; doch vgl. ahd. werrisal ‘Widerstand’ (9. Jh.), frühnhd. wirresal ‘Streit, Unruhe, Unordnung’. Wirrkopf m. ‘verworrener, konfuser Mensch’ (17. Jh.), auch ‘Mensch mit ungeordneter Frisur’ (19. Jh.). Wirrwarr m. n. ‘Durcheinander, Wust’ (15. Jh.), mhd. wirrewarren n., ablautende, alliterierende Bildung (wie Mischmasch u. ä.).

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(wüstes / wildes) Durcheinander · Chaos · Gewirr · Sammelsurium · Tohuwabohu · Unordnung · Verhau · Wirrnis · Wirrwarr · Wust  ●  Dschungel fig. · Kuddelmuddel ugs. · Pelemele geh., franz. · Salat ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wirrwarr‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirrwarr‹.

Verwendungsbeispiel für ›Wirrwarr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch inzwischen blickt kaum noch jemand durch, der Wirrwarr ist komplett. [Die Welt, 31.07.1999]
Die Farben der Fahnen wirbelten durcheinander, waren ein Wirrwarr von Blau, Schwarz, Rot und Gelb. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 173]
Und diesen Wirrwarr soll eine schwache Übergangsregierung in wenigen Monaten entzerren? [Die Zeit, 11.02.2008, Nr. 06]
Es existiert keine zentrale Zuständigkeit, sondern nur ein Wirrwarr von Zuständigkeiten. [Klee, Ernst: Behinderten-Report, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch-Verl. 1981 [1974], S. 82]
Der Wirrwarr in der vor Erwartung fiebernden Stadt hatte es ihr ermöglicht, unbemerkt herzukommen. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 158]
Zitationshilfe
„Wirrwarr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirrwarr>.

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