Wirt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wirt(e)s · Nominativ Plural: Wirte
Aussprache
Wortbildung mit ›Wirt‹ als Erstglied: ↗Wirtin · ↗Wirtshaus · ↗Wirtsinsekt · ↗Wirtskörper · ↗Wirtsleute · ↗Wirtsorganismus · ↗Wirtspflanze · ↗Wirtsstube · ↗Wirtstier · ↗Wirtszelle · ↗Wirtszimmer · ↗wirtlich
 ·  mit ›Wirt‹ als Letztglied: ↗Bierwirt · ↗Bordellwirt · ↗Gastwirt · ↗Hauswirt · ↗Hurenwirt · ↗Kantinenwirt · ↗Kneipenwirt · ↗Landwirt · ↗Nobiswirt · ↗Schankwirt · ↗Schenkwirt · ↗Schänkwirt · ↗Volkswirt · ↗Zwischenwirt
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Inhaber, Pächter, Leiter einer Gaststätte, besonders auf dem Lande, Gastwirt
Beispiele:
ein aufmerksamer, geschäftstüchtiger, guter, umsichtiger Wirt
der Wirt des Gasthofes
der Wirt bediente seine Gäste selbst
eine Bestellung bei dem Wirt machen, aufgeben
sprichwörtlich seine Rechnung ohne den Wirt machen (= sich täuschen, weil man nicht alles einkalkuliert hat)
2.
Gastgeber
Beispiele:
sein Schwiegervater war ein liebenswürdiger Wirt
den Wirt machen, spielen
3.
jmd., der Wohnraum vermietet, Vermieter
a)
Wohnungsinhaber, der einen oder mehrere Räume an Untermieter vermietet
b)
Hausbesitzer, der Wohnungen vermietet
4.
Biologie Wirtsorganismus
Beispiele:
häufigster Wirt der Gallwespe ist die Eiche
die Viren der asiatischen Grippe bewirken beim Wirt Entzündungen der Luftwege
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wirt · wirtlich · bewirten · Wirtshaus
Wirt m. ‘Gastgeber, Hausherr, Gastwirt’, ahd. (9. Jh.), mhd. wirt ‘Ehemann, Haus-, Burg-, Landes-, Schutzherr, Bewirter, Gastfreund’, asächs. werd, mnd. werd, wert, mnl. weert, waert, wert, nl. waard, got. waírdus (germ. *werdu-). Herkunft unbekannt. Sichere außergerm. Anknüpfungen fehlen. Verwandtschaft mit anord. verðr ‘Mahlzeit, Speise’ und Deutung als ‘Mahlzeit Gewährender’ ist zweifelhaft. Aber auch ein Anschluß an die unter ↗gewähren und ↗wahr (s. d.) angeführte Wurzel ie. *u̯er- ‘Freundlichkeit (erweisen)’ bleibt bedenklich. Eher eine Dentalableitung (wie ↗Wart, ↗warten, s. d.) zur Wurzel ie. *u̯er- ‘gewahren, achtgeben, beaufsichtigen’. wirtlich Adj. ‘gastfreundlich, einladend’, mhd. wirtlich ‘einem Wirt angemessen’. bewirten Vb. ‘beköstigen mit Speise und Trank’, mhd. bewirten. Wirtshaus n. ‘Gasthaus’, spätmhd. wirtshūs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schankwirt · Wirt  ●  ↗Kneipier  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Gastgeber · ↗Gastwirt · Wirt  ●  ↗Restaurateur  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwohner Brauer Brauerei Erreger Gast Gasthaus Gasthof Gaststätte Hotelier Kellner Kneipe Koch Lokal Metzger Parasit Pub Rechnung Regenbogenfonds Restaurant Schausteller Theke Virus Winzer Wirtin ausschenken schwul servieren singend spendieren zapfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun aber hat der Lärm überall Gäste vertrieben, haben ratlose Wirte ihre Häuser vergammeln lassen.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2003
Der Wirt hat sie danach jedes Mal nach Hause fahren müssen.
Der Tagesspiegel, 26.08.2002
Einige von den neuen Wirten brachten es rasch zu einem großen Namen.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 161
Doch das Geld, welches er freigebig seinem Sack entnimmt, erwirbt ihm das Vertrauen des Wirtes.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 630
Wohl wird sich ferner der praktische Wirt dagegen sträuben, in unserm Sinne auch die Wechsel, die er ausstellen kann, als Kapital zu betrachten.
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 168
Zitationshilfe
„Wirt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirt>, abgerufen am 20.05.2019.

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