Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wirtschaftskriminalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wirtschaftskriminalität · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [ˈvɪʁtʃafʦkʀiminaliˌtɛːt]
Worttrennung Wirt-schafts-kri-mi-na-li-tät
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

(Gesamtheit, Häufigkeit o. Ä. von) Straftaten, die (typischerweise) im Wirtschaftsverkehr begangen werden (wie z. B. Betrug, Bilanzfälschung, Geldwäsche, Produktpiraterie, Unterschlagung, Untreue o. Ä.)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die organisierte, vereinigungsbedingte, schwere, internationale Wirtschaftskriminalität
als Akkusativobjekt: die Wirtschaftskriminalität bekämpfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf gegen die, die Abteilung für, die Opfer von Wirtschaftskriminalität
in Koordination: Wirtschaftskriminalität und Korruption, Betrug, Drogenhandel
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Wirtschaftskriminalität nimmt zu, geht zurück
als Genitivattribut: die Bekämpfung, der Bereich, die Formen der Wirtschaftskriminalität
Beispiele:
Korruption, Geldwäsche, Industriespionage, Produktpiraterie, Bilanzmanipulation und Unterschlagung – Wirtschaftskriminalität ist in deutschen Firmen ein Alltagsphänomen, das in verschiedenen Formen auftritt. Fast jedes zweite Unternehmen wird dadurch geschädigt. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2008]
Autobauer haben die Abgaswerte manipuliert, Banken haben über Jahre betrogen – diese Skandale beherrschen die Schlagzeilen mittlerweile seit Jahren. Doch sie sind nur die kleine Spitze eines Eisbergs namens Wirtschaftskriminalität. Unter der Oberfläche verbergen sich Tausende krimineller Akte, die sich jedes Jahr ereignen. [Die Welt, 06.07.2018]
40 Prozent der Mitarbeiter in österreichischen Unternehmen gehen davon aus, dass Wirtschaftskriminalität in den nächsten Jahren stark zunehmen wird, in Europa sind es sogar 55 Prozent. 7 Prozent der Befragten finden Bilanzmanipulation in Ordnung, wenn damit das Überleben des Unternehmens gesichert wird. [Der Standard, 19.05.2009]
Während Wirtschaftskriminalität meist mit Korruption, Geldwäsche und Erpressung in Verbindung gebracht wird, zeigt die […]Studie eine andere wunde Stelle auf: Denn 63 Prozent der von kriminellen Taten betroffenen Firmen werden demnach von den eigenen Mitarbeitern betrogen, weil diese Vermögensgegenstände unterschlagen. Dahinter folgt der Vertrauensbruch durch Manager. […] ein Viertel aller Betrugsfälle geht auf Missbrauch von Führungskompetenzen wie Bilanzfälschung und Untreue zurück. [Süddeutsche Zeitung, 12.07.2001]
Der Schwerpunkt der Wirtschaftskriminalität in Deutschland liege derzeit auf Kapitalanlage‑ und Subventionsbetrug, Korruption spiele eine »gewisse Rolle«, der Stoßbetrug [eine Form des Versandbetrugs] blühe bisweilen auf. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.1998]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Wirtschaftskriminalität‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirtschaftskriminalität‹.

Zitationshilfe
„Wirtschaftskriminalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirtschaftskriminalit%C3%A4t>.

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