Wirtschaftsweise, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wirtschaftsweise · Nominativ Plural: Wirtschaftsweisen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [ˈvɪʁtʃafʦˌvaɪ̯zə]
Worttrennung Wirt-schafts-wei-se
Wortzerlegung  Wirtschaft Weise1
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Art, nach der in Industrie, Landwirtschaft o. Ä. gewirtschaftet (1) wird
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine extensive, umweltschonende, umweltverträgliche, schonende, nachhaltige, bäuerliche Wirtschaftsweise; die kapitalistische Wirtschaftsweise
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf [eine bestimmte] Wirtschaftsweise umstellen
Beispiele:
Auch der Verbraucher an der Ladenkasse hat es in der Hand, welche Wirtschaftsweise er mit seinem Konsum und seinem Geldschein unterstützt. Eine gesunde, nachhaltige Landwirtschaft sei im Interesse aller. [Die Welt, 08.08.2019]
Digitalisierung bedeute in der Chemie neben der Nutzung von internen und externen Daten zur Optimierung der betrieblichen Prozesse auch die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Darüber hinaus arbeiteten die Unternehmen an zukunftsorientierten Lösungen mit Impulsen für eine zirkuläre Wirtschaftsweise, die steigende Ressourceneffizienz biete. [Süddeutsche Zeitung, 18.05.2018]
Die Umstellung der Mehrzahl der noch längst nicht voll ausgenutzten landwirtschaftlichen Betriebe auf eine intensive Wirtschaftsweise ist abhängig von einer planmäßigen und möglichst rasch einsetzenden Versorgung der Landwirtschaft mit Schleppern und Anhängegeräten. [Die Zeit, 27.06.1946]
Schon Roscher hatte gemeint, nach der ursprünglich okkupatorischen Wirtschaftsweise (= Nutzung herrenloser Ressourcen) werde nach Klima, Boden und Menschenart hier Jagd, dort Viehzucht, an dritter Stelle Ackerbau entstanden sein. [Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Erster Teil. Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 198]
Heute bilden die Untersuchungen über den Stickstoffkreislauf die Grundlagen für Computermodelle, mit denen Umsetzungsvorgänge und Verluste verschiedener Wirtschaftsweisen simuliert werden können. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.1993] ungewöhnl. Pl.

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Typische Verbindungen zu ›Wirtschaftsweise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wirtschaftsweise‹.

Zitationshilfe
„Wirtschaftsweise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirtschaftsweise#1>, abgerufen am 16.10.2021.

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Wirtschaftsweise, die oder der

Grammatik Substantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Wirtschaftsweisen · Nominativ Plural: Wirtschaftsweisen · wird meist im Plural verwendet
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Wirtschaftsweisen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Wirtschaftsweise.
Aussprache  [ˈvɪʁtʃafʦˌvaɪ̯zə]
Worttrennung Wirt-schafts-wei-se
Wortzerlegung  Wirtschaft Weise2
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

salopp Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung   Der 1963 gegründete fünfköpfige Sachverständigenrat informiert die Bundesregierung und interessierte Öffentlichkeit durch jährliche Gutachten oder Sondergutachten über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, darf aber keine konkreten politischen Maßnahmen vorschlagen.
Kollokationen:
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Wirtschaftsweisen prognostizieren, sagen voraus, korrigieren [eine frühere Prognose], plädieren für etw.
in Koordination: die Wirtschaftsweisen und Steuerschätzer, Regierungsberater, Bundesbank, Bundesregierung
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. zum Wirtschaftsweisen ernennen
Beispiele:
»30 Jahre nach dem Mauerfall hat sich der materielle Wohlstand der Bevölkerung in Deutschland insgesamt positiv entwickelt, dagegen zeichnet die Entwicklung der Lebensqualität und der Nachhaltigkeit in Deutschland ein gemischtes Bild«, schreiben die Ökonomen des Sachverständigenrates, auch Wirtschaftsweise genannt. [Die Welt, 24.09.2019]
Der promovierte Volkswirt Michael Heise gehört zu den prominentesten deutschen Chefökonomen. Seine Karriere startete er im Stab der fünf Wirtschaftsweisen, wo er zum Generalsekretär aufstieg. [Die Welt, 30.09.2019]
Als Nachfolgerin Lautenschlägers [in der Europäischen Zentralbank] ist die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel […] im Gespräch[…]. [Bild, 27.09.2019]
Der Forscher Bert Rürup schlägt […] vor, das Ruhestandsalter schrittweise auf mehr als 67 Jahre zu erhöhen. Der frühere Wirtschaftsweise hat recht. [Süddeutsche Zeitung, 20.10.2018]
Statt 1,6 Millionen [Arbeitslosen], wie die Experten im Wirtschaftsministerium meinen, sollen im Gutachten der Wirtschaftsweisen »1,5 Millionen oder mehr« vorausgesagt werden. [Der Spiegel, 19.10.1981]

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„Wirtschaftsweise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wirtschaftsweise#2>, abgerufen am 16.10.2021.

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