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Wissenschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wissenschaft · Nominativ Plural: Wissenschaften
Aussprache
WorttrennungWis-sen-schaft
Wortbildung mit ›Wissenschaft‹ als Erstglied: ↗Wirtschaftsstatistik · ↗Wissenschaftsbegriff · ↗Wissenschaftsdisziplin · ↗Wissenschaftsförderung · ↗Wissenschaftsgeschichte · ↗Wissenschaftsglaube · ↗Wissenschaftsglauben · ↗Wissenschaftshistoriker · ↗Wissenschaftslehre · ↗Wissenschaftsminister · ↗Wissenschaftsorganisation · ↗Wissenschaftspolitik · ↗Wissenschaftsprogramm · ↗Wissenschaftsschranke · ↗Wissenschaftssoziologie · ↗Wissenschaftssprache · ↗Wissenschaftstheoretiker · ↗Wissenschaftstheorie · ↗Wissenschaftswissenschaft · ↗Wissenschaftszeitschrift · ↗Wissenschaftszentrum · ↗Wissenschaftszweig · ↗wissenschaftlich · ↗wissenschaftsfeindlich · ↗wissenschaftsgläubig · ↗wissenschaftsintern
 ·  mit ›Wissenschaft‹ als Letztglied: ↗Agrarwissenschaft · ↗Archivwissenschaft · ↗Atomwissenschaft · ↗Bezugswissenschaft · ↗Bibelwissenschaft · ↗Biowissenschaft · ↗Bodenwissenschaft · ↗Einheitswissenschaft · ↗Einzelwissenschaft · ↗Erfahrungswissenschaft · ↗Ernährungswissenschaft · ↗Fachwissenschaft · ↗Finanzwissenschaft · ↗Fischereiwissenschaft · ↗Geheimwissenschaft · ↗Geisteswissenschaft · ↗Geschichtswissenschaft · ↗Gesellschaftswissenschaft · ↗Gesundheitswissenschaft · ↗Grenzwissenschaft · ↗Grundlagenwissenschaft · ↗Handlungswissenschaft · ↗Hilfswissenschaft · ↗Ingenieurswissenschaft · ↗Ingenieurwissenschaft · ↗Islamwissenschaft · ↗Kognitionswissenschaft · ↗Kommunikationswissenschaft · ↗Landwirtschaftswissenschaft · ↗Lebenswissenschaft · ↗Literaturwissenschaft · ↗Medienwissenschaft · ↗Militärwissenschaft · ↗Musikwissenschaft · ↗Münzwissenschaft · ↗Naturwissenschaft · ↗Neurowissenschaft · ↗Organisationswissenschaft · ↗Ostwissenschaft · ↗Parawissenschaft · ↗Pflegewissenschaft · ↗Populärwissenschaft · ↗Pseudowissenschaft · ↗Publizistikwissenschaft · ↗Realwissenschaft · ↗Rechtswissenschaft · ↗Sexualwissenschaft · ↗Sozialwissenschaft · ↗Sportwissenschaft · ↗Sprachwissenschaft · ↗Staatswissenschaft · ↗Strafrechtswissenschaft · ↗Technikwissenschaft · ↗Textwissenschaft · ↗Theaterwissenschaft · ↗Verhaltenswissenschaft · ↗Verkehrswissenschaft · ↗Versicherungswissenschaft · ↗Werkstoffwissenschaft · ↗Wirklichkeitswissenschaft · ↗Wirtschaftswissenschaft · ↗Zweigwissenschaft · ↗Übersetzungswissenschaft
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
forschende Tätigkeit auf einem Gebiet, die neue Erkenntnisse schafft
Beispiele:
die Verbindung von Wissenschaft und Praxis
die angewandte, exakte Wissenschaft
die technischen Wissenschaften
die Molekularbiologie ist eine junge Wissenschaft
die Wissenschaft fördern, pflegen, vorantreiben
sich ganz der Wissenschaft widmen
die Ergebnisse der Wissenschaft auswerten
die Fortschritte der Wissenschaft
Aneignung und Nutzung der Erkenntnisse der Wissenschaft, Wissenschaften
die Verbindung von Wissenschaft und Produktion bei der Umgestaltung der gesellschaftlichen Produktion
die Wissenschaft ist eine Form des gesellschaftlichen Bewusstseins
im Sozialismus dient die Wissenschaft den Interessen der Werktätigen
Natur- und Gesellschaftswissenschaften wachsen im Sozialismus immer mehr zu einem einheitlichen System der Wissenschaften zusammen
die Akademie der Wissenschaften
Die Wissenschaft ist das konzentrierte Ergebnis produktiven schöpferischen Denkens und Handelns [Tageszeitung1972]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich das ist eine Wissenschaft für sich (= das ist sehr kompliziert)
2.
veraltet, übertragen Wissen, Kenntnis von etw.
Beispiel:
Sie haben mir noch nicht gesagt, von wem Sie Ihre Wissenschaft haben [FalladaWolf2,114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wissen · Wissen · Wissenschaft · Wissenschaftler · wissenschaftlich · wissentlich · Besserwisser
wissen Vb. ‘gelernt, erkannt, erfahren und im Gedächtnis haben’, ahd. wiʒʒan (8. Jh.), mhd. wiʒʒen, asächs. aengl. witan, mnd. wēten, wetten, mnl. wēten, nl. weten, anord. vita, schwed. veta, got. witan. Die präsentischen Formen des Sing. des zu den Präteritopräsentien gehörenden Verbs ahd. mhd. weiʒ, nhd. weiß, asächs. mnd. wēt, mnl. weet, aengl. wāt, anord. veit, got. wait (germ. *wait) folgen wie aind. vḗda ‘weiß, kennt’, griech. ó͞ida (οἶδα) ‘ich weiß’, aslaw. vědě ‘ich weiß’, věděti ‘wissen, kennen’, russ. (älter) védat’ (ведать) ‘wissen, kennen’, apreuß. waist ‘wissen’ der Ablautstufe des Perfekts ie. *u̯oid- ‘gesehen haben’ und darum ‘wissen’. Die Ablautstufen des Präsens ie. *u̯eid-, *u̯id- ‘erblicken, sehen’ setzen sich fort in lat. vīsere ‘besichtigen, besuchen’ (eigentlich ‘zu sehen wünschen’), air. rofetar ‘ich weiß’, apreuß. widdai ‘sah’, lit. veizdė́ti ‘sehen, schauen, nach etw. sehen’, aslaw. viděti, russ. vídet’ (видеть) ‘sehen’. Zu vergleichen ist ferner (aus zweisilbigem ie. *u̯(e)idē-) lat. vidēre ‘sehen, wahrnehmen, erkennen’. Zur Wurzel ie. *u̯eid- vgl. Seebold in: Die Sprache 19 (1973) 20ff. und 158 ff. Wissen n. ‘durch Forschung und Erfahrung erworbene Kenntnisse, geistige Erkenntnis’, ahd. wiʒʒan, mhd. wiʒʒen, geläufig seit frühnhd. Zeit. Formelhaft meines Wissens ‘soweit ich weiß’ (16. Jh.), wider besseres Wissen (und Gewissen), nach bestem Wissen (17. Jh.), nach bestem Wissen und Gewissen (18. Jh.). Wissenschaft f. ‘(organisierte) Form der Erforschung, Sammlung und Auswertung von Kenntnissen’, spätmhd. wiʒʒen(t)schaft ‘Wissen, Kenntnis, Kunde’, dafür bis ins 16. Jh. häufiger Wissenheit, ahd. wiʒʒantheit (8. Jh.), mhd. wiʒʒen(t)heit ‘Einsicht, Wissen, Bewußtsein’. Bes. in der Aufklärung wird Wissenschaft Bezeichnung einer gelehrten Disziplin und verdrängt das dafür bisher übliche Kunst. Wissenschaftler m. ‘wer sich mit einer Wissenschaftsdisziplin beschäftigt, Forscher’ (18. Jh.), anfänglich abschätzig gegenüber als korrekter empfundenem Wissenschafter ‘wer sich mit Wissenschaften beschäftigt’ (um 1800). wissenschaftlich Adj. ‘die Wissenschaft betreffend, den Gesetzen der Wissenschaft folgend, gelehrt’ (17. Jh., geläufig 2. Hälfte 18. Jh.). wissentlich Adj. ‘bewußt, absichtlich’, mhd. wiʒʒen(t)lich ‘bewußt, bekannt, offenkundig’, vom Infinitiv oder Part. Präs. des Verbs abgeleitet. Besserwisser m. ‘wer alles besser zu wissen meint, rechthaberischer Mensch’ (Mitte 19. Jh.), wohl rückgebildet aus älterem Besserwisserei (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Forschung · Wissenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Episteme · Wissen · Wissenschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akademie Bildung Bundesministerium Erziehung Forschung Fortschritt Förderung Gewerkschaft Hochschule Industrie Kultur Kunst Literatur Ministerium Philosophie Politik Praxis Religion Stand Stifterverband Stiftung Technik Technologie Wirtschaft angewandt exakt fröhlich medizinisch modern politisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wissenschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und in der Wissenschaft hätte ich allenfalls befristete Stellen bekommen.
Die Zeit, 29.12.2013, Nr. 0
Wenn die nicht tapfer sind, ist es erst einmal mit marxistischer Wissenschaft hierzulande vorbei.
konkret, 1984
Das gilt zunächst für die in den Wissenschaften geübte Auslegung.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 284
Geschichte als Wissenschaft empfängt ihr Ethos vom Begriff der Wissenschaft.
Heuß, Alfred: Verlust der Geschichte, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1959, S. 37
Die Psychologie diskutiert heute eifrig über ihre Einheit als Wissenschaft.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 197
Zitationshilfe
„Wissenschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wissenschaft>, abgerufen am 13.12.2018.

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