Wochenbett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungWo-chen-bett
WortzerlegungWocheBett
eWDG, 1977

Bedeutung

der Entbindung folgender Zeitraum von der Ausstoßung der Plazenta bis zur Rückbildung der Gebärmutter auf ihre normale Größe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Woche · wöchentlich · Wöchnerin · Wochenbett · Wochenstube
Woche f. ‘Zeitabschnitt von sieben Tagen’, ahd. wehha (8. Jh.), wohha (11. Jh., mit o aus e unter Einfluß des vorausgehenden w), mhd. weche, woche, wuche, asächs. wika, mnd. wēken(e), wēke, mnl. wēke, nl. week, afries. wike, aengl. wice, wicu, wucu, engl. week, anord. vika ‘Woche, Seemeile’ (d. i. ‘Strecke, nach der die Ruderer wechseln’), schwed. vecka ‘Woche’, got. wikō ‘Ordnung, Reihenfolge’ (germ. *wikōn-) läßt sich wohl zu ↗Wechsel (s. d.) und damit zu ie. *u̯eig-, *u̯eik- ‘biegen, winden’, auch ‘Wechsel, Abwechslung’ stellen (s. ↗weichen). Die Bedeutung ‘Wechsel, Abwechslung’ könnte dann über ‘Reihenfolge der Dienstpflicht’ (vgl. das Anord. und Got.) unter römischem Einfluß auf den ‘Wechsel der die einzelnen Tage der Woche beherrschenden Gottheiten’ und damit auf die Woche als ‘regelmäßig wiederkehrender kalendarischer Zeitabschnitt von sieben Tagen’ übergegangen sein. Vgl. die Fügung die Wochen ‘Kindbett’ (um 1500), verkürzt aus mhd. sehs wochen ‘Zeitraum, in dem eine Wöchnerin Bett und Zimmer hüten soll’; in die Wochen kommen (16. Jh.). wöchentlich Adj. ‘jede Woche wiederkehrend’ (16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), mhd. wochlich, wochenlich, wochentlich. Wöchnerin f. ‘Frau, die ein Kind geboren hat (und nach der Geburt sechs Wochen Bett und Zimmer hüten soll), Kindbetterin’ (17. Jh.), älter Sechswöch(n)erin (16. Jh.). Wochenbett n. ‘Kindbett, Zeitraum von 6 bis 8 Wochen nach der Entbindung’ (17. Jh.); Wochenstube f. ‘Raum der Wöchnerin, Kindbettstube’, offenbar verkürzt (17. Jh.) aus Sechswochenstube.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Kindbett · Wochenbett  ●  ↗Puerperium  fachspr., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Geburt Schwangerschaft sterben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wochenbett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch auch ihr wurde das gleiche Schicksal, und sie starb nach zwei Jahren zugleich mit dem Kinde im Wochenbett.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16934
In den ersten Tagen des Wochenbettes wird man verständlicherweise vorsichtig beginnen, auch wohl etwas mit den Händen nachhelfen.
Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 418
Und wenn ich eine Frau zu Hause im Wochenbett besuche und betreue, werde ich mit 27 Euro brutto abgespeist!
Die Zeit, 21.06.2012, Nr. 26
So können Mütter vom Wochenbett aus auch sehr kleine Frühgeborene mitversorgen.
Süddeutsche Zeitung, 08.08.1997
Hier steht das breite Wochenbett mit den zurückgezogenen Vorhängen links in der Ecke.
o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337
Zitationshilfe
„Wochenbett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wochenbett>, abgerufen am 12.11.2019.

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