Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Woge, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Woge · Nominativ Plural: Wogen
Aussprache 
Worttrennung Wo-ge (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Woge‹ als Erstglied: Wogenberg · Wogenkamm  ·  mit ›Woge‹ als Letztglied: Feuerwoge · Kriegswoge · Menschenwoge · Wasserwoge
eWDG

Bedeutung

gehoben hohe, starke Welle
Beispiele:
die Wogen des Meeres
Wellen und Wogen
Wind und Wogen
schäumende, brausende, stürmische, wilde, haushohe Wogen
die empörten Wogen
mächtige Wogen brandeten gegen die Felsen, schlugen ans Ufer
die Wogen schlugen über das Boot
der Sturm peitschte die Wogen
eine riesige Woge schleuderte das Boot auf den Strand
übertragen
Beispiele:
eine Woge herzlicher Sympathie, von Begeisterung empfing den Künstler
die Wogen der Bewunderung, Empörung schlugen hoch
der Übermut schlug hohe Wogen
die Wogen der Debatte, Diskussion gingen hoch
die Wogen der Begeisterung verebbten allmählich, ebbten ab
die lärmende Woge des Verkehrs
etw. löst eine Woge von Beifall, Zustimmung aus
er verstand es, die Wogen (der Erregung) zu glätten
umgangssprachlichÖl auf die Wogen gießen (= jmdn., etw. beruhigen)
Die Banknotenpresse in Berlin schleudert mit jeder neuen Woge Papiergeld eine neue Woge Erbitterung ins Land [ FalladaWolf1,349]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Woge · wogen
Woge f. ‘große (Meeres)welle’. Mnd. wāge ‘bewegtes Wasser’, seit dem 15. Jh. auch ‘Bewegung des Wassers, Welle’, dringt im 13. Jh. rheinaufwärts in md. Gebiet vor, vgl. mhd. (md.) wāge, das mit md. Verdumpfung von ā zu ō (s. Atem) frühnhd. Woge ergibt und durch Luther im 16. Jh. in die Literatursprache eingeführt wird, nun auch mit der Bedeutung ‘Bewegung des Wassers, besonders des Meeres, Wellengang, Welle’. Mit mnd. wāge sind verwandt mnl. wāge ‘hohe Welle, Flut’ sowie ahd. waga (um 1000), mhd. wage ‘Bewegung’ (frühnhd. nicht mehr belegt) und der maskuline a-Stamm (germ. *wēga-) ahd. wāg ‘Woge, stürmisch bewegtes Meer’, auch ‘ruhige Meeresfläche, See’ (8. Jh.), mhd. wāc ‘bewegtes Wasser, Strömung, Flut, Woge, Fluß, Meer, Wasser’, asächs. wāg, aengl. wǣg ‘Woge, Flut’, anord. vāgr ‘Meer, See, Bucht, Flüssigkeit, Eiter’, got. wēgs ‘Brandung, Wogen’. Sie stellen sich mit dem unter bewegen (s. d.) abgehandelten Verb zur Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. Die ursprünglich dem Obd. fremde Form Woge erfährt erst im 18. Jh. schriftsprachliche Verbreitung. – wogen Vb. ‘Wellen schlagen, sich heftig bewegen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Geografie
Synonymgruppe
Brecher · Grundsee · Welle · Woge
Oberbegriffe
  • Wasser Hauptform · Aqua fachspr., lat. · H2O fachspr., Abkürzung · H₂O fachspr., Abkürzung · Nass geh. · Quell des Lebens geh., poetisch · blaues Gold geh., literarisch · das nasse Element geh., literarisch · kostbares Nass geh. · kühles Nass ugs., mediensprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Woge‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Woge‹.

Begeisterung Emotion Empörung Entrüstung Erregung Glättung Sympathie anbrandend anschwellend branden brandend brausend erstarrt geglaettet geglättet glaetten glätten hochgehen hochgehend hochschlagen hochschlagend rollen schlagen schwappen schäumend spülen tiefblau

Verwendungsbeispiele für ›Woge‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wogen des Meeres wären nicht aufgeregter als ihr Gebaren. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 679]
In der Tat brachte wenige Stunden später eine mächtige Woge das Boot zum Kentern. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.03.1914]
Die heftig bewegte dunkelgrüne See schlug klatschend Woge über Woge durch Breite der ganzen Straße zu den Häusern hin. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 93]
Als er sich umdrehte, überkam ihn eine weitere Woge des intensiven Ölgeruchs. [C’t, 2001, Nr. 9]
Die heftig bewegte dunkelgrüne See schlug klatschend Woge über Woge durch Breite der ganzen Straße zu den Häusern hin. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 93]
Zitationshilfe
„Woge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Woge>.

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