Wohl, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wohl(e)s · wird nur im Singular verwendet
Wortbildung mit ›Wohl‹ als Letztglied: ↗Allgemeinwohl · ↗Gemeinwohl · ↗Geratewohl · ↗Kindeswohl · ↗Kindswohl · ↗Staatswohl
eWDG, 1977

Bedeutung

Glück, Wohlergehen des Menschen
Beispiele:
das Wohl des Menschen
die Sorge um das Wohl der Kinder
ihr lag immer das Wohl ihrer Familie am Herzen
er war stets nur auf sein eigenes Wohl bedacht
auf jmds. Wohl trinken
mit jmdm. auf sein Wohl anstoßen
ich leere mein Glas auf das Wohl unserer Gastgeber!
zum Wohl!
Ihr Wohl, verehrte Gäste!
auf Ihr, dein (ganz) spezielles Wohl! (= Wunsch beim Zutrinken, der einer bestimmten Person zugerufen wird)
für jmds. leibliches Wohl (= körperliches Wohlbefinden, besonders seine Nahrung) sorgen
für das leibliche Wohl der Hotelgäste sorgen zwei Restaurants
Glück, Wohlergehen vieler, aller Menschen
Beispiele:
das öffentliche, allgemeine Wohl
diese Erfindung darf nur zum Wohl der Menschen verwendet werden
für das Wohl des Staates, der Menschheit, einer Stadt wirken
der Besatzung ist das Wohl der Passagiere anvertraut
Alle Macht dient dem Wohle des Volkes [Verfassung DDR10]
das Wohl und Weh(e)das Ergehen, Geschick
Beispiele:
jeder trägt Verantwortung für das Wohl und Wehe der Gesellschaft
er war sich selbst genug und hatte nicht das geringste Interesse für das Wohl und Weh seiner Mitmenschen
von dieser Entscheidung hängt unser aller Wohl und Weh(e) ab
sich um jmds. Wohl und Weh(e) kümmern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wohl · Wohl · wohlig · Wohlfahrt · Wohlstand · Wohltat · Wohltäter · Wohlwollen · wohlhabend
wohl Adv. ‘gut’. Das gemeingerm. Adverb zu dem unter ↗gut (s. d.) dargestellten Adjektiv ahd. wela und (mit zu o verdumpftem e nach w) wola (8. Jh.), mhd. wol(e), asächs. wel(a), wola, mnd. wol, mnl. wēle, wel, nl. wel, afries. wel, wal, wol, aengl. wel(l), engl. well, anord. vel, schwed. väl, (ablautend) anfrk. asächs. wala, mnd. wal (germ. *welō-) sowie got. (mit abweichendem und nicht erklärtem Vokal) waíla oder waila stellt sich wie ↗wählen, ↗Wille und ↗wollen (s. d.) zur Wurzel ie. u̯el- ‘wollen, wählen’ und bedeutet etwa ‘gewollt, gewünscht, nach Wunsch’. Die heutige Schreibung mit Dehnungs-h setzt im 16. Jh. ein und wird im 18. Jh. vorherrschend. Das Adverb mit der Bedeutung ‘gut, zweckmäßig, richtig, genau, geziemend, günstig, erfolgreich, glücklich, gesund, angenehm, schön, reichlich, ausreichend’ wird bereits im Ahd. in abgeschwächtem Sinne zur Partikel der Beteuerung, Vermutung, Einschränkung oder Verstärkung sowie interjektionaler Aus- und Zuruf. Wohl n. ‘Wohlergehen’ (15. Jh.), Substantivierung des Adverbs; Wohl und Wehe (16. Jh.). wohlig Adj. ‘angenehm, behaglich’ (Anfang 18. Jh.). Wohlfahrt f. ‘Wohlergehen’ (16. Jh.), Abstraktum neben gleichbed. frühnhd. wolfaren n. (substantivierter Infinitiv, 15. Jh.); vgl. auch mhd. wolvar f. Wohlstand m. ‘Wohlhabenheit, Besitz, materiell gesicherte Verhältnisse’ (18. Jh.), zuvor ‘Wohlergehen, Gesundheit, was schön ist, gefällt, geziemt’ (16. Jh.). Wohltat f. ‘sittlich richtiges Verhalten, gute Tat, Geschenk, Labsal’, ahd. wolatāt (9. Jh.), mhd. woltāt. Wohltäter m. ‘wer richtig handelt, mildtätig ist, Gutes tut’ (16. Jh.), Gegensatz ↗Übeltäter (s. d.). Wohlwollen n. ‘Gunst, Zuneigung’ (18. Jh.), ‘sittlich richtiges Wollen’ (17. Jh.). wohlhabend Adj. ‘vermögend, begütert, reich’, wolhabend (14. Jh.); vgl. ahd. sie habent wola ‘sie befinden sich wohl’ (9. Jh.), d. h. sie (die Kranken) gesunden (nach Handauflegen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Wohl und Wehe · ↗Behagen · ↗Wohlbefinden · ↗Wohlbehagen · ↗Wohlergehen · Wohlfühlen · ↗Wohlgefühl · ↗Wohlsein
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allgemeinheit Ganzen Gemeinwesens Gesamtheit Gäste Menschheit Patienten Sorge Untertanen Vaterlandes Volkes Wehe Wohl abhing abhängt allgemeinen anstoßen bedacht dienen geistige gemeinen körperliche kümmern leibliche seelische sorgen trinken wacht öffentliche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wohl‹.

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch könne es zum Wohl des Kindes sein, wenn dann von bestimmten Plänen abgeraten wird.
Der Tagesspiegel, 30.03.2003
Was dort beschrieben wird, soll alles nur zum Wohl des Kindes geschehen sein?
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2002
Aber das Wohl der Patienten kann man als verantwortlicher Arzt nicht außer acht lassen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 277
Wenn der Inhalt des Buches einer fremden Macht bekannt wurde, dann war selbstverständlich das Wohl des Deutschen Reiches gefährdet.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 19027
Zitationshilfe
„Wohl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wohl>, abgerufen am 19.10.2017.

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