Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wohltäter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wohltäters · Nominativ Plural: Wohltäter
Aussprache 
Worttrennung Wohl-tä-ter
Wortzerlegung Wohltat -er
eWDG

Bedeutung

jmd., der einem anderen eine Wohltat erweist
siehe auch tun
Beispiele:
bewegt dankte er seinem Wohltäter
umgangssprachlich, abwertendsich als Wohltäter aufspielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wohl · Wohl · wohlig · Wohlfahrt · Wohlstand · Wohltat · Wohltäter · Wohlwollen · wohlhabend
wohl Adv. ‘gut’. Das gemeingerm. Adverb zu dem unter gut (s. d.) dargestellten Adjektiv ahd. wela und (mit zu o verdumpftem e nach w) wola (8. Jh.), mhd. wol(e), asächs. wel(a), wola, mnd. wol, mnl. wēle, wel, nl. wel, afries. wel, wal, wol, aengl. wel(l), engl. well, anord. vel, schwed. väl, (ablautend) anfrk. asächs. wala, mnd. wal (germ. *welō-) sowie got. (mit abweichendem und nicht erklärtem Vokal) waíla oder waila stellt sich wie wählen, Wille und wollen2 (s. d.) zur Wurzel ie. u̯el- ‘wollen, wählen’ und bedeutet etwa ‘gewollt, gewünscht, nach Wunsch’. Die heutige Schreibung mit Dehnungs-h setzt im 16. Jh. ein und wird im 18. Jh. vorherrschend. Das Adverb mit der Bedeutung ‘gut, zweckmäßig, richtig, genau, geziemend, günstig, erfolgreich, glücklich, gesund, angenehm, schön, reichlich, ausreichend’ wird bereits im Ahd. in abgeschwächtem Sinne zur Partikel der Beteuerung, Vermutung, Einschränkung oder Verstärkung sowie interjektionaler Aus- und Zuruf. – Wohl n. ‘Wohlergehen’ (15. Jh.), Substantivierung des Adverbs; Wohl und Wehe (16. Jh.). wohlig Adj. ‘angenehm, behaglich’ (Anfang 18. Jh.). Wohlfahrt f. ‘Wohlergehen’ (16. Jh.), Abstraktum neben gleichbed. frühnhd. wolfaren n. (substantivierter Infinitiv, 15. Jh.); vgl. auch mhd. wolvar f. Wohlstand m. ‘Wohlhabenheit, Besitz, materiell gesicherte Verhältnisse’ (18. Jh.), zuvor ‘Wohlergehen, Gesundheit, was schön ist, gefällt, geziemt’ (16. Jh.). Wohltat f. ‘sittlich richtiges Verhalten, gute Tat, Geschenk, Labsal’, ahd. wolatāt (9. Jh.), mhd. woltāt. Wohltäter m. ‘wer richtig handelt, mildtätig ist, Gutes tut’ (16. Jh.), Gegensatz Übeltäter (s. d.). Wohlwollen n. ‘Gunst, Zuneigung’ (18. Jh.), ‘sittlich richtiges Wollen’ (17. Jh.). wohlhabend Adj. ‘vermögend, begütert, reich’, wolhabend (14. Jh.); vgl. ahd. sie habent wola ‘sie befinden sich wohl’ (9. Jh.), d. h. sie (die Kranken) gesunden (nach Handauflegen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Menschenfreund · Philanthrop · Wohltäter · Wohltäter der Menschheit  ●  Heilsbringer  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Ökonomie
Synonymgruppe
Donator · Finanzier · Förderer · Geldgeber · Gönner · Mäzen · Patron · Spender · Sponsor · Stifter · Wohltäter
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Sugardaddy engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wohltäter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wohltäter‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wohltäter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leicht fällt es in diesem Land nicht, sich als Wohltäter zu bekennen. [Die Zeit, 30.07.1998, Nr. 32]
In dieser Welt ist er selbst immer ein Wohltäter gewesen, so sieht er es. [Die Zeit, 28.12.2009 (online)]
Am Ende wollte er sich vor allem als Wohltäter sehen. [Die Zeit, 05.01.2006, Nr. 02]
Auf ihr Zureden hin einigten sich die beiden schließlich auf einen neuen Schluss – ohne das Wort »Wohltäter". [Die Zeit, 24.09.2001, Nr. 39]
Was war der gnädige Dank des Schicksals dafür, daß er dem alten Wohltäter sein Versprechen gehalten hatte? [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann – Fischer 1947 [1933], S. 10]
Zitationshilfe
„Wohltäter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wohlt%C3%A4ter>.

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