Wolf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wolf(e)s · Nominativ Plural: Wölfe
Aussprache
Wortbildung mit ›Wolf‹ als Erstglied: ↗Wolfsbalg · ↗Wolfsgrube · ↗Wolfshund · ↗Wolfshunger · ↗Wolfsjagd · ↗Wolfsmilch · ↗Wolfsmilchgewächs · ↗Wolfspelz · ↗Wolfsrachen · ↗Wolfsrudel · ↗Wolfsspitz · ↗Wölfin · ↗Wölfling
 ·  mit ›Wolf‹ als Letztglied: ↗Beutelwolf · ↗Fleischwolf · ↗Hautwolf · ↗Leitwolf · ↗Mähnenwolf · ↗Reißwolf · ↗Werwolf
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
besonders in den Wäldern und Steppen Osteuropas, Asiens, Nordamerikas lebendes, gefährliches Raubtier, das einem starken Schäferhund gleicht, ein starkes Gebiss und einen langen, buschigen Schwanz hat, ein ausdauernder Läufer ist und im Winter in Rudeln lebt
Beispiele:
der Wolf hat ein Schaf gerissen
das Märchen von Rotkäppchen und dem Wolf
die Wölfe heulten
ein Rudel Wölfe
salopp jmd. ist hungrig wie ein Wolf (= sehr hungrig)
übertragen
Beispiele:
ein Wolf im Schafskleid, Schaf(s)fell, Schafspelz (= Mensch, der unter der Maske des Harmlosen böse Ziele verfolgt)
umgangssprachlich jmd. heult mit den Wölfen (= schließt sich wider besseres Wissen um des Vorteils willen der Meinung, dem Handeln der Menge an)
jmd. wird zu einem reißenden Wolf (= geht brutal, rücksichtslos vor)
jmd. gerät unter die Wölfe (= wird von anderen rücksichtslos, brutal behandelt)
Nackt unter Wölfen [ApitzNacktTitel]
2.
umgangssprachlich Fleischwolf
Beispiele:
Fleisch durch den Wolf drehen
ich war, fühlte mich wie durch den Wolf gedreht (= ich fühlte mich zerschlagen, war zermürbt, alles tat mir weh)
übertragen
Beispiel:
salopp jmdn. durch den Wolf drehen (= jmdn. übel zurichten, jmdm. übel mitspielen, hart zusetzen)
3.
umgangssprachlich Hautwolf
Beispiel:
sich [Dativ] einen Wolf laufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wolf m. gemeingerm. Tiername, ahd. (8. Jh.), mhd. wolf, asächs. mnd. wulf, mnl. wolf, wulf, nl. wolf, aengl. wulf, engl. wolf, anord. ūlfr, schwed. ulv, got. wulfs führen mit gleichbed. aind. vṛ́kaḥ, awest. vəhrka-, lit. vil̃kas, aslaw. vlьkъ, russ. volk (волк) auf ie. *u̯ḷku̯os ‘Wolf’; daneben die Umstellung ie. *luku̯os mit griech. lýkos (λύκος), lat. lupus (mit p als sabinisches Lehnwort?). Das f der germ. Formen kann auf einem durch Assimilation des labiovelaren k‐ͧ an den anlautenden Labial u̯ entstandenen p (ie. *u̯ḷpos) beruhen (und daher besser hierzu mit Metathese auch lat. lupus?); denn auf den Labiovelar deutet das Femininum anord. ylgr ‘Wölfin’ (aus ie. *u̯ḷku̯ī ‘Wölfin’). Andrerseits ist damit zu rechnen, daß den lautlichen Differenzen in den ie. Namensformen Tabuvorstellungen zugrunde liegen, aus denen der Name des gefürchteten Tieres geändert wurde. Daher ist auch eine Deutung als ‘Zerreißer’ und Anschluß an die Wurzel ie. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden’ (s. ↗Walstatt) nicht zu sichern. Zum Nebeneinander von ie. *u̯ḷku̯- und *u̯ḷp- vgl. auch Peeters in: Revue belge de phil. et d’hist. 48 (1970) 820 f. Wolf erscheint vielfach übertragen; als Name einer als Fraßschaden gedeuteten Hautentzündung zwischen den Schenkeln (15. Jh., Übersetzung von medizin.-lat. lupus), vgl. Hautwolf, fressender Wolf, sich einen Wolf laufen, reiten; als Bezeichnung für Geräte (mit großen Zähnen oder zerkleinernder Funktion), vgl. Wolf ‘eine Maschine zum Lockern und Reinigen der Wolle’ (18. Jh.) sowie Fleischwolf, Reißwolf.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Isegrim · Wolf  ●  Canis lupus (zool.)  fachspr. · ↗Lupus  fachspr. · Meister Isegrim  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Hautwolf · Wolf · Wundsein  ●  ↗Intertrigo  fachspr. · intertriginöses Ekzem  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Braunbär Bär Elch Fuchs Heulen Hyäne Kojote Lamm Luchs Löwe Pakt Rudel Schaf Schafspelz Tal Wildschwein Wisent Wolf Wölfin ausrotten bös dreibeinig einsam erlegen fressen grau heulen heulend hungrig reißend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wolf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt soll er die Wölfe bis 2007 in die Champions League führen.
Bild, 26.11.2004
Wer international wettbewerbsfähig sein will, muss mit den Wölfen heulen.
Der Tagesspiegel, 18.08.2001
Diese Taktik können sie oft mit Erfolg gegen Wölfe anwenden.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 139
Und nun geht Sie hin und heult mit den Wölfen.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 371
Wenn sie alle zusammenhielten, könnten sie der hungrigen Wölfe leicht Meister werden.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 6122
Zitationshilfe
„Wolf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wolf>, abgerufen am 18.06.2019.

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