Wollust, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wollust · Nominativ Plural: Wollüste
Aussprache
WorttrennungWol-lust (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wollust‹ als Erstglied: Wollüstling
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Lustgefühl, das bei sexueller Erregung, Befriedigung sexueller Bedürfnisse entsteht
2.
großes Vergnügen, Wonne
Beispiele:
etw. mit wahrer Wollust tun
er hatte sie mit wahrer Wollust verspottet, gegeneinander aufgehetzt
mit Wollust genoss er seine Rache, verbreitete er dieses Gerücht weiter
Er badete geradezu mit Wollust [J. RothinÖsterr. Erzähler1,479]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wollust f. ‘Freude, Lust, Genuß auslösender Reiz’, dann ‘das durch entsprechende Reize ausgelöste Lustgefühl, Begierde nach Lust’, häufig auf die sexuelle Sphäre bezogen, ahd. wolalust (11. Jh.; vgl. willilust, 9. Jh.), mhd. mnd. wollust, mnl. nl. wellust. Zusammengesetzt aus ↗Lust (s. d.) und dem unter ↗wohl (s. d.) behandelten Adverb, daher auch Wohllust (16. bis 18. Jh.). Das Kompositum ist in seiner Frühzeit vor allem in der mhd. Legendendichtung und der mystischen Literatur belegt und bedeutet ‘was Freude macht, Lustgefühl’. Die Verlagerung zum Pejorativen, moralisch Anrüchigen im Sinne von ‘Laster, Ausschweifung’ beginnt im Frühnhd.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ekel mischt sich mit Wollust, und insgeheim fliegt er schon wieder durch nächtliche Straßen, hin zum Tempel seiner verbotenen Lust.
Die Zeit, 19.06.1987, Nr. 26
Es ist, eindeutig, eine Frau und es ist, eindeutig, eine Wollust.
konkret, 1985
Elkes Gott war ein böser Gott, ein Ungeheuer mit der Wollust des Quälens.
Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 220
Euch ginge eine kleine Wollust des Lebens verloren, müßtet ihr euch anstandshalber etwas zurückhalten.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3009
Da sie das Ziel vor Augen hatten, schauerte Wollust durch ihr Leiden.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 90
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begierde Einsamkeit Eitelkeit Geiz Grausamkeit Habgier Habsucht Hochmut Hoffart Keuschheit Laster Leiden Maßlosigkeit Melancholie Neid Rache Reisens Schmerz Sinnlichkeit Sünde Trägheit Tugend Völlerei Wahnsinn Weib Zorn denkende hingab pure Üppigkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wollust‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora