Wonnemond, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wonnemond(e)s · Nominativ Plural: Wonnemonde
Aussprache  [ˈvɔnəˌmoːnt]
Worttrennung Won-ne-mond
Wortzerlegung WonneMond
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

veraltet, dichterisch Bezeichnung für den Mai, den fünften Monat des Jahres, in welchem das Ende des Winters und der Beginn des Frühlings besonders betont wird
Synonym zu Wonnemonat, Mai
Beispiele:
Übrigens führte Karl der Große im 8. Jahrhundert den Namen »Wonnemond« ein, der auf die warmen Temperaturen und die wiedererwachte Vegetation hinweist. [Der Standard, 04.05.2006]
Natürlich beginnt er [der Frühling] im März; gleichwohl konzentrieren sich im allgemeinen Bewusstsein die positiven Elemente des Frühlings auf den Mai: Die Veilchen blühen, alles erneuert sich und auch die menschlichen Triebe erwachen. Zahlreiche Volksbräuche wie die Walpurgisnacht, der Maibaum, Maisingen, Mairitte feiern dieses Gefühl. Dabei ist das Tierreich schneller, denn die Jungtiere sind zumeist schon Ende April geboren, damit ihnen das reichliche Futterangebot im Mai zugute kommen kann. Und diesen Zusammenhang hat die Sprache mit dem Wort »Wonnemond« durchaus aufbewahrt. [Der Tagesspiegel, 21.05.2005]
Sollte es uns aber den Wonnemond verhageln und vernässen, dann bietet diese Bauernregel Trost: »Auf nassen Mai kommt trockner Juni herbei«. [Süddeutsche Zeitung, 07.05.1999]
Der Mai fiel in den letzten Jahren oft von einem Extrem ins andere. Von 1988 mit 1990 war er jedesmal ein echter Wonnemond, dagegen konnte man ihn 1987 und 1991 jeweils nur als obermies beschimpfen: zu kalt – wenig Sonne – viel Regen – pfui Teufel! [Süddeutsche Zeitung, 12.05.1992]
Eine verklärte und zugleich wilde Liebe blüht in den beiden auf. Hinreißend die Zwiegesänge: Wagnersche Leitmotivik gepaart mit südlicher Gesangsleidenschaft! (Am bekanntesten: »Winterstürme wichen dem Wonnemond.«) [Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938, S. 242. Zitiert nach: Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1935.]
Es war Mai geworden, der Wonnemond einfältigen kleinen Liedern des Flachlandes zufolge, – recht frisch und wenig einschmeichelnd von Luftbeschaffenheit hier oben, aber die Schneeschmelze konnte für abgeschlossen gelten. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998, S. 781. Zitiert nach: Mann, Thomas: Der Zauberberg, Berlin: S. Fischer 1924.]
bildlich Phase der Erneuerung oder des Gelingens
Beispiele:
Das Glück war wenig von vergeblichen Polemiken der Linken getrübt, währte aber trotzdem nicht lange. Denn der Wonnemond der Flitterwochen in der vom Charisma des Wahlsiegers Berlusconi zusammengehaltenen Regierungskoalition ist vorüber. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2003]
Dieser jahrzehntelange irisch‑europäische Wonnemond hatte allerdings auch seine »typisch irischen« Eintrübungen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2001]
Wer unter den deutschsprachigen literarischen Neuerscheinungen dieses Herbstes zehn Arbeiten diskussionswürdig findet und darunter vielleicht eine oder zwei, die eine Preisrede verdienen, erlebt doch bereits einen literarischen Wonnemond. [Die Zeit, 03.10.1997, Nr. 41]
Der Wonnemond des allseits mit Vorschußlorbeeren bedachten Ministers Rüttgers währte nicht lange. [die tageszeitung, 21.09.1995]
Nur kalendarisch sind die Winterstürme dem Wonnemond schon gewichen, diplomatisch noch keineswegs. [Die Zeit, 17.05.1963, Nr. 20]

Thesaurus

Synonymgruppe
Mai · ↗Wonnemonat · Wonnemond · fünfter Monat des Jahres
Oberbegriffe
  • Jahreszwölftel  ●  ↗Monat  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Wonnemond‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wonnemond‹.

Zitationshilfe
„Wonnemond“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wonnemond>, abgerufen am 09.08.2020.

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