Wortklauber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungWort-klau-ber (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wortklauber‹ als Erstglied: ↗wortklauberisch
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

abwertend jmd., der wortklauberisch ist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klauben · Klauberei · Klauber · Wortklauberei · Wortklauber
klauben Vb. ‘mühsam und einzeln zusammensuchen, auflesen, von der Schale befreien’, (obd.) ‘pflücken, sammeln’, ahd. klūbōn (10. Jh.), mhd. klūben, klouben ‘pflücken, stückweise ab-, auflesen’, mnd. klūven, mnl. clūven, nl. kluiven stehen ablautend und gedehnt zu dem unter ↗klieben (s. d.) behandelten starken Verb. klauben wird heute oft in Präfixbildungen wie ab-, auf-, aus-, heraus-, herum-, zusammenklauben näher bestimmt. Klauberei f. ‘ins einzelne gehende Arbeit, mühsame Kleinarbeit’ (18. Jh.) und Klauber m. ‘wer klaubt’ (vgl. mhd. würfelkloubære ‘Würfelspieler’) sind heute vor allem in den Kompositionsbildungen Wortklauberei f. ‘kleinliche, engstirnige Auslegung eines Textes, übertriebenes Festhalten am Wortlaut’ (Mitte 18. Jh.) und Wortklauber m. vertreten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haarspalter · ↗Kleinigkeitskrämer · ↗Krämerseele · Wortklauber · kleinlicher Mensch  ●  ↗Federfuchser  ugs. · ↗Kümmelspalter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bürokrat  ●  ↗Paragrafenhengst  ugs. · ↗Paragrafenreiter  ugs. · ↗Paragraphenhengst  ugs. · ↗Paragraphenreiter  ugs. · Wortklauber  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Deutler · ↗Haarspalter · ↗Kasuist · ↗Silbenstecher · ↗Sophist · Splitterrichter · ↗Täuscher · Verwirrer · Wortklauber · ↗Wortverdreher  ●  ↗Rabulist  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und außerdem ist er ein Wortspieler und Wortklauber par excellence.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.1996
Beim 0:1 gegen Leverkusen wird Schalker Held zum Wortklauber
Süddeutsche Zeitung, 28.09.1998
Die Sprachspieler liebt sie, die zwanghaften Wortklauber wie Unica Zürn, verstrickt in die Regelwerke ihrer Anagramme und Palindrome.
Die Zeit, 17.08.1998, Nr. 33
Die Sprachspieler liebt sie, die zwanghaften Wortklauber wie Unica Zürn, verstrickt in die Regelwerke ihrer Anagramme und Palindrome.
Die Zeit, 06.08.1998, Nr. 33
Zitationshilfe
„Wortklauber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wortklauber>, abgerufen am 21.04.2019.

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