Wortklauberei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wortklauberei · Nominativ Plural: Wortklaubereien
Aussprache
WorttrennungWort-klau-be-rei
formal verwandt mitklauben
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend kleinliche, engstirnige Auslegung eines bestimmten gesprochenen oder geschriebenen Textes, spitzfindiges, übertriebenes Festhalten am Wortlaut
Beispiele:
in (fruchtlose, lächerliche) Wortklauberei verfallen
ihr Streit lief auf eine bloße Wortklauberei hinaus
das sind doch Wortklaubereien!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klauben · Klauberei · Klauber · Wortklauberei · Wortklauber
klauben Vb. ‘mühsam und einzeln zusammensuchen, auflesen, von der Schale befreien’, (obd.) ‘pflücken, sammeln’, ahd. klūbōn (10. Jh.), mhd. klūben, klouben ‘pflücken, stückweise ab-, auflesen’, mnd. klūven, mnl. clūven, nl. kluiven stehen ablautend und gedehnt zu dem unter ↗klieben (s. d.) behandelten starken Verb. klauben wird heute oft in Präfixbildungen wie ab-, auf-, aus-, heraus-, herum-, zusammenklauben näher bestimmt. Klauberei f. ‘ins einzelne gehende Arbeit, mühsame Kleinarbeit’ (18. Jh.) und Klauber m. ‘wer klaubt’ (vgl. mhd. würfelkloubære ‘Würfelspieler’) sind heute vor allem in den Kompositionsbildungen Wortklauberei f. ‘kleinliche, engstirnige Auslegung eines Textes, übertriebenes Festhalten am Wortlaut’ (Mitte 18. Jh.) und Wortklauber m. vertreten.

Thesaurus

Linguistik/Sprache, Psychologie
Synonymgruppe
Silbenstecherei · ↗Spitzfindigkeit · Wortklauberei  ●  ↗Haarspalterei  fig. · ↗Erbsenzählerei  ugs., fig. · ↗Finesse  geh., franz. · ↗Fliegenbeinzählerei  ugs., fig. · ↗Kasuistik  geh. · ↗Korinthenkackerei  derb · ↗Paralogistik  geh., griechisch · ↗Rabulistik  geh., lat. · ↗Sophisterei  geh., griechisch · ↗Sophistik  geh., abwertend, bildungssprachlich · Wortverdreherei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

juristisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wortklauberei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit juristischen Wortklaubereien versuchte sie zu begründen, warum die Wiederaufnahme des Verfahrens unmöglich sei.
Die Zeit, 11.12.1995, Nr. 50
Gegenüber den Wortklaubereien und Spitzfindigkeiten der Dialektik macht er den Standpunkt praktischer Nützlichkeit geltend.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7212
Mit Wortklaubereien läßt sich die Regierung dann nicht mehr retten.
Süddeutsche Zeitung, 21.04.1999
Es geht nicht um bloße Semantik und schon gar nicht um Wortklauberei.
Die Welt, 11.10.2003
Wenn die Berufsunfähigkeitsrente demnächst in Erwerbsminderungsrente umbenannt wird, ist das aber mehr als nur Wortklauberei.
Der Tagesspiegel, 13.07.1999
Zitationshilfe
„Wortklauberei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wortklauberei>, abgerufen am 24.10.2019.

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