Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wortsinn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wortsinn(e)s · Nominativ Plural: Wortsinne · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈvɔʁtzɪn]
Worttrennung Wort-sinn
Wortzerlegung Wort Sinn
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Bedeutung, begrifflicher Inhalt eines Ausdrucks¹ (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der eigentliche, ursprüngliche, wahre Wortsinn; der genaue, strenge Wortsinn; ein doppelter Wortsinn (= Mehrdeutigkeit eines Ausdrucks)
als Präpositionalobjekt: im Wortsinn (= wörtlich)
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. im Wortsinn begreifen, meinen, verstehen
Beispiele:
Jene Zeiten, als Klöster wichtige Stätten der Bewahrung, also des Konservatismus im Wortsinne waren, sind lange vorbei. [Welt am Sonntag, 09.06.2019]
Wann soll es diese Zeiten »in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten«, je gegeben haben? In der Amtszeit von Obama, als das Ausspähen unter Freunden gar nicht ging? Oder unter George W. Bush mit seinem Irakkrieg? Der Wortsinn trägt, wie bei jeder guten Literatur, nicht weit. Man muss den Satz als Hyperbel begreifen, als Rhetorik der Übertreibung. Gemeint ist nämlich: Es war schon immer schwierig mit unseren Verbündeten[…]. [Die Zeit, 03.06.2017]
Oft haben [diplomatische] Konsultationen […] keinen strafenden Zweck. Dem Wortsinn nach bedeutet der aus dem Lateinischen kommende Begriff »Beratschlagung«. Völkerrechtlich versteht man darunter den Austausch von Informationen und die Abstimmung der Standpunkte zwischen Staaten. [Konsultationen. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München: DIZ 2000 [2000]]
Die Wortbedeutungen, und gerade ihre tieferen Schichten, ihre mitschwingenden Nebennuancen, ihre angedeuteten Gegensätzlichkeiten gegen andere Wortbedeutungen auszuwerten, das erweist sich immer wieder als ein fruchtbarer Weg, um zu gehaltvollen wissenschaftlichen Begriffen zu kommen. Voraussetzung ist allerdings, daß die Vieldeutigkeit, die dem Wortsinn der natürlichen Sprache immer innewohnt, gesehen und daß zwischen den Alternativen, die die Sprache für die wissenschaftliche Festlegung der Wortbedeutung läßt, klar entschieden wird. [Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft. Leipzig [u. a.]: B.G. Teubner 1930, S. 230]
Aus Wortsinnen ist ein Satzsinn aufgebaut wie aus Bausteinen, nämlich in der Weise, dass diese Sinne der logischen Bindemittel bedürfen und erst als durch sie verbunden hinreichend sind für die Existenz des Satzsinnes. [Held, Carsten: Frege und das Grundproblem der Semantik. Paderborn: Mentis 2005, S. 160] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Wortsinn‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wortsinn‹.

Zitationshilfe
„Wortsinn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wortsinn>.

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