Wulst, der oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wulstes · Nominativ Plural: Wülste/Wulste
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wulst · Nominativ Plural: Wülste/Wulste
Aussprache
Wortbildung mit ›Wulst‹ als Erstglied: ↗Wulstling · ↗Wulstnacken · ↗wulstartig · ↗wulstig · ↗wulstlippig
 ·  mit ›Wulst‹ als Letztglied: ↗Fettwulst · ↗Muskelwulst · ↗Nagelwulst
 ·  mit ›Wulst‹ als Grundform: ↗wulsten
eWDG, 1977

Bedeutung

Verdickung
Beispiel:
eine längliche, ringförmige Wulst
a)
Verdickung, die sich am Körper, bei Kleidungsstücken bildet
Beispiele:
die Wülste des Nackens
der dicke Rock hat Wülste
er hatte die Hose zu einem Wulst zusammengeknüllt
b)
Verdickung, die durch Erstarrung flüssiger Stoffe entsteht
Beispiele:
dicke Wülste von Eis
Die Kerzen ... tropften in weißen Wülsten [A. ZweigClaudia223]
c)
Verdickung, die aus verschiedenen Materialien geformt ist
Beispiele:
der Wulst eines Kapitells
[die Schuhe] haben ... geschlitzte Wulste vorn [R. Dehmel10,130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wulst · wulstig
Wulst m. f. ‘gerundete, aufgeworfene Verdickung’, ahd. wulst m. (Hs. 12. Jh.), frühnhd. wulst m. (15. Jh.), spätmhd. wulste f., erst seit dem 16. Jh. geläufig. Herkunft ungewiß. Wohl mit Ablaut und st-Suffix zu dem stark flektierenden Verb ahd. wellan ‘runden, rollen, wälzen’ (s. ↗wallen) und der dort angegebenen Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’ gebildet. Wulst bezeichnet eine Erhebung, Verdickung, Geschwulst am Körper, eine verstärkte Umrandung an Gefäßen und besonders (16. bis 19. Jh.) in der Damenmode ein bauschendes, zusammengerolltes oder -gebundenes Polster für Haartracht, Kopfbedeckung oder Kleider. wulstig Adj. ‘aufgebauscht, geschwollen, dick’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Quaddel · ↗Schwellung · Wulst
Medizin
Synonymgruppe
Auswuchs · ↗Geschwulst · ↗Gewebewucherung · ↗Raumforderung · ↗Tumor · ↗Wucherung · Wulst  ●  ↗Exkreszenz  fachspr., lat. · ↗Neoplasie  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Hodentumor  ●  Seminom  fachspr.
  • Geschwulstbildungen der Haut  ●  ↗Melanom  fachspr.
  • vom Knochenmark ausgehende Geschwulst  ●  ↗Myelom  fachspr.
  • Katecholaminüberschuss  ●  Phäochromozytom  fachspr.
  • Erdheim-Tumor  ●  Kraniopharyngeom  fachspr.
  • Blutschwämmchen · Erdbeerfleck · ↗Hämangiom
  • Krebs · ↗Krebserkrankung · ↗Krebsleiden · bösartige Tumorerkrankung
  • Aderhautmelanom · malignes uveales Melanom
  • Teratom  ●  Wundergeschwulst  veraltet
  • Fleischgewächs · bösartiges Geschwulst  ●  ↗Sarkom  fachspr., griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Falte Kinn Schulter bilden dick kräftig rund unschön

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wulst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit hat er wohl recht, Kunst kommt von Können, sonst hieße sie Wulst.
Die Zeit, 02.07.1998, Nr. 28
Kunst käme bekanntlich von Können und nicht von Wollen, sonst hieße sie ja "Wulst".
Die Welt, 13.12.1999
Die Felsklippen stießen hier von oben herab bis in den Sand, in dicken vorspringenden Wülsten.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 35
Die Konstruktion des Gewölbes ist flach, den Übergang von der Nische zur Decke bildet ein Wulst.
o. A.: Lexikon der Kunst - T. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 45610
Die Hörner wachsen beim Bullen auf der Stirn zu einem mächtigen Wulst zusammen.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 68
Zitationshilfe
„Wulst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wulst>, abgerufen am 23.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wulfenit
Wuhr
Wuhne
Wühltisch
Wühltätigkeit
wulstartig
Wulstbug
wulsten
wulstig
Wulstling