Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wulst, der oder die

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wulstes · Nominativ Plural: Wülste/Wulste
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wulst
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Wulst‹ als Erstglied: Wulstbug · Wulstling · Wulstnacken · wulstartig · wulstig · wulstlippig
 ·  mit ›Wulst‹ als Letztglied: Fettwulst · Muskelwulst · Nagelwulst
 ·  mit ›Wulst‹ als Grundform: wulsten
eWDG

Bedeutung

Verdickung
Beispiel:
eine längliche, ringförmige Wulst
a)
Verdickung, die sich am Körper, bei Kleidungsstücken bildet
Beispiele:
die Wülste des Nackens
der dicke Rock hat Wülste
er hatte die Hose zu einem Wulst zusammengeknüllt
b)
Verdickung, die durch Erstarrung flüssiger Stoffe entsteht
Beispiele:
dicke Wülste von Eis
Die Kerzen … tropften in weißen Wülsten [ A. ZweigClaudia223]
c)
Verdickung, die aus verschiedenen Materialien geformt ist
Beispiele:
der Wulst eines Kapitells
[die Schuhe] haben … geschlitzte Wulste vorn [ R. Dehmel10,130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wulst · wulstig
Wulst m. f. ‘gerundete, aufgeworfene Verdickung’, ahd. wulst m. (Hs. 12. Jh.), frühnhd. wulst m. (15. Jh.), spätmhd. wulste f., erst seit dem 16. Jh. geläufig. Herkunft ungewiß. Wohl mit Ablaut und st-Suffix zu dem stark flektierenden Verb ahd. wellan ‘runden, rollen, wälzen’ (s. wallen1) und der dort angegebenen Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’ gebildet. Wulst bezeichnet eine Erhebung, Verdickung, Geschwulst am Körper, eine verstärkte Umrandung an Gefäßen und besonders (16. bis 19. Jh.) in der Damenmode ein bauschendes, zusammengerolltes oder -gebundenes Polster für Haartracht, Kopfbedeckung oder Kleider. wulstig Adj. ‘aufgebauscht, geschwollen, dick’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Quaddel · Schwellung · Wulst
Medizin
Synonymgruppe
Auswuchs · Geschwulst · Gewebewucherung · Neubildung · Raumforderung · Tumor · Wucherung · Wulst  ●  Exkreszenz  fachspr., lat. · Neoplasie  fachspr.
Oberbegriffe
Kunst
Synonymgruppe
Bausch · Helmbinde · Helmlöhr · Löhr · Pausch · Türkenbund · Wulst  ●  Helmwulst  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Wulst‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wulst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wulst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit hat er wohl recht, Kunst kommt von Können, sonst hieße sie Wulst. [Die Zeit, 02.07.1998, Nr. 28]
Auch Wülste am Rand potenzieller Spuren sehen die Forscher gern. [Die Zeit, 08.12.2008, Nr. 49]
Am auffälligsten aber ist ein Wulst, der sich in den vergangenen Jahrzehnten von unten nach oben geschoben hat. [Die Zeit, 10.08.2006, Nr. 02]
Kunst käme bekanntlich von Können und nicht von Wollen, sonst hieße sie ja "Wulst". [Die Welt, 13.12.1999]
Die Felsklippen stießen hier von oben herab bis in den Sand, in dicken vorspringenden Wülsten. [Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 35]
Zitationshilfe
„Wulst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wulst>.

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