Wunde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wunde · Nominativ Plural: Wunden
Aussprache
WorttrennungWun-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Wunde‹ als Erstglied: ↗Wundarzt · ↗Wundbalsam · ↗Wundbehandlung · ↗Wundbenzin · ↗Wundfieber · ↗Wundheilung · ↗Wundinfektion · ↗Wundklammer · ↗Wundmal · ↗Wundpuder · ↗Wundrand · ↗Wundrose · ↗Wundsalbe · ↗Wundschmerz · ↗Wundspatel · ↗Wundstarrkrampf · ↗Wundverband
 ·  mit ›Wunde‹ als Letztglied: ↗Bauchwunde · ↗Bisswunde · ↗Brandwunde · ↗Kopfwunde · ↗Platzwunde · ↗Quetschwunde · ↗Risswunde · ↗Schnittwunde · ↗Schusswunde · ↗Stichwunde · ↗Säbelwunde · ↗Todeswunde
 ·  mit ›Wunde‹ als Grundform: ↗verwunden
eWDG, 1977

Bedeutung

durch gewaltsame Einwirkung, Schlag, Stoß, Schuss hervorgerufene Verletzung am Körper eines Menschen, Tieres, die mit Durchtrennung der Haut, des Gewebes, der Knochen oder der Organe verbunden ist
Beispiele:
eine leichte, unheilbare, tödliche Wunde
eine frische, offene, schmerzhafte, blutende, eiternde Wunde
veraltet eine schwärende Wunde
eine klaffende Wunde an der Stirn
die Wunde blutet, eitert
die Wunden schmerzen, brennen
die Wunde schließt sich, vernarbt
eine Wunde am Arm haben
eine Wunde davontragen
eine Wunde (aus)waschen, kühlen
der von der Schlange Gebissene saugte sofort die Wunde aus (= saugte das Gift aus ihr heraus)
eine Wunde mit Watte betupfen
der Arzt klammerte, nähte, verband die Wunde
der Hund leckte seine Wunden (ab)
der Feind schlug ihm mit seiner Waffe eine Wunde (= verwundete ihn)
der Soldat erlag seinen schweren Wunden
Beispiele:
an seinen Wunden sterben
ein Pflaster auf eine Wunde legen
er blutete aus vielen Wunden
er war mit vielen Wunden bedeckt
während er mit einem Tuch das Blut aus seinen Wunden auffing [StormSchimmelr.7,162]
bildlich Leid, Schmerz
Beispiele:
die Wunden des Krieges vernarben
alte Wunden wieder aufreißen (= schmerzliche Erinnerungen aufrühren)
den Finger auf die Wunde legen (= ein Übel beim Namen nennen)
gehoben In politischen Prozessen schlug die imperialistische Klassenjustiz der Arbeiterjugendbewegung tiefe Wunden (= fügte die imperialistische Klassenjustiz der Arbeiterjugendbewegung großen Schaden zu) [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung5,123]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wund · verwunden · Wunde · Wundfieber
wund Adj. ‘verletzt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. wunt, asächs. wund, mnl. wont, nl. wond, aengl. wund, got. wunds (germ. *wunda-). Aus einem Verbaladjektiv auf ie. -to- (*u̯ṇto-), das mit mnd. wene ‘Geschwulst, Beule’, aengl. wen(n), wæn(n) ‘Geschwulst’ (eigentlich ‘Beule von einem Schlag’), engl. wen, kymr. ym-wan ‘kämpfen’, mkymr. gweint ‘ich durchbohrte’ zu einer Wurzel ie. *u̯en- ‘schlagen, verwunden’ gestellt wird. Das Adjektiv bedeutet eigentlich ‘durch Schlagen verletzt’, bezieht sich in neuerer Sprache dagegen meist auf offene, aufgeriebene Hautstellen (16. Jh.). verwunden Vb. ‘verletzen’ (besonders durch Waffen), mhd. verwunden; vgl. ahd. wuntōn ‘verwunden’ (8. Jh.), mhd. wunden, nhd. wunden (dichterisch noch im 19. Jh.). Wunde f. ‘offene Körperverletzung’, ahd. wunta (8. Jh.), mhd. wunde, asächs. wunda, mnl. wonde, nl. wond(e), aengl. wund, engl. wound, anord. und, tiefstufiges Nomen actionis (germ. *wundō) mit dem Suffix ie. -tā zur oben angegebenen Wurzel. Wundfieber n. ‘durch Infektion einer Wunde hervorgerufenes Fieber’ (16. Jh., Paracelsus).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Wunde [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balsam Blut Finger Heilung Narbe Pflaster aufreißen bluten blutend chronisch eiternd geschlagen heilen heilend klaffen klaffend lecken nähen offen schmerzen schmerzend schwärend seelisch streuen tief verheilen verheilt vernarben vernarbt zufügen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wunde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Soll der Arzt im Patienten nur noch die Wunde sehen?
Die Zeit, 06.04.2005, Nr. 15
Ihm fehlt ein Auge, die Zeit heilt nicht nur Wunden.
Der Tagesspiegel, 25.06.2004
Er weigert sich, die von ihm geschlagenen Wunden auch nur zur Kenntnis zu nehmen.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 146
Ich widerspreche, auf diese Weise Salz in eine offene Wunde geschüttet zu haben.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 252
Eigentümlich war auch auf dem rechten Oberarm eine klaffende Wunde sichtbar.
Friedländer, Hugo: Ein »Ritualmord«-Prozeß. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 25785
Zitationshilfe
„Wunde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wunde>, abgerufen am 12.11.2019.

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