Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Wunsch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wunsches · Nominativ Plural: Wünsche
Aussprache 
eWDG

Bedeutungen

1.
Verlangen, Begehren
a)
Verlangen, Begehren, das jmd. an jmdn. heranträgt, vor jmdm. äußert; an jmdn. gerichtete Bitte, Forderung
Beispiele:
ein berechtigter, ausdrücklicher, dringlicher, unbescheidener, unerfüllbarer, persönlicher Wunsch
der letzte Wunsch (= Wille) eines Sterbenden
sein Wunsch ist bescheiden
umgangssprachlich, scherzhaftdein Wunsch ist mir Befehl (= ich tue, was du willst)
sein Wunsch fand Gehör
jmds. Wünschen nachkommen
gehobenjmds. Wünschen willfahren
sich jmds. Wünschen fügen
viele Wünsche haben
umgangssprachlicheinen Sack Wünsche haben (= sehr viele Wünsche haben)
einen Wunsch äußern
einen Wunsch an jmdn. herantragen
jmds. Wünsche befriedigen
sich [Dativ] jmds. Wunsch anhören
jmdm. einen Wunsch erfüllen, abschlagen
er las ihr den leisesten Wunsch von den Augen ab
die Verkäuferin fragte: »Haben Sie sonst noch einen Wunsch (= möchten Sie sonst noch etwas kaufen)
Georg Lauffer beugte sich dem Wunsche Gustavs [ JahnnHolzschiff159]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
er ist auf seinen eigenen Wunsch versetzt worden (= er ist auf sein Ersuchen versetzt worden)
auf vielfachen Wunsch der Zuschauer wird die Sendung wiederholt (= wegen zahlreicher Bitten der Hörer wurde die Sendung wiederholt)
auf Wunsch wird die Ware ins Haus geliefert (= auf Verlangen wird die Ware ins Haus geliefert)
Grammatik: in Verbindung mit »nach«
Beispiele:
sich nach jmds. Wünschen richten
der Ober fragte nach unseren Wünschen (= der Ober fragte, was wir verzehren wollten)
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
von seinen Wünschen nicht abgehen
b)
Verlangen, Begehren, das jmd. (heimlich) in sich trägt
Synonym zu Sehnen, Hoffen
Beispiele:
ein lebhafter, inniger, heißer, leidenschaftlicher, brennender Wunsch
ein stiller, geheimer, törichter Wunsch
umgangssprachlichder Wunsch seines Lebens (= sein größter Wunsch)
am Ziel seiner Wünsche sein
der Wunsch nach Ruhe, Frieden
ein eigenes Haus war schon immer sein Wunsch
sein langjähriger Wunsch ging in Erfüllung
viele Wünsche blieben noch offen
in ihm regte sich der Wunsch, ein neues Werk zu schaffen
es war sein sehnlichster Wunsch, sie wiederzusehen
gehobeneinen Wunsch hegen
ich habe nur den einen Wunsch, wieder gesund zu werden
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
er trug sich mit eitlen Wünschen
Grammatik: in Verbindung mit »nach«
Beispiele:
alles lief nach Wunsch (= alles lief, wie es erhofft war)
alles ging nach Wunsch und Willen (= alles ging, wie es erhofft und gewollt war)
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
von einem Wunsch beseelt sein
2.
das, was jmd. für jmdn. aus gegebenem Anlass ersehnt, erwartet
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
aufrichtige, freundliche Wünsche
meine guten Wünsche begleiten dich
jmdm. die besten Wünsche für baldige Genesung aussprechen
Glückwunsch
Beispiele:
die besten Wünsche zum Geburtstag
die Wünsche der Gratulanten entgegennehmen
für jmds. Wünsche danken
mit herzlichen Wünschen zum neuen Jahr (= Briefschluss in Neujahrsglückwünschen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wunsch · wünschen
Wunsch m. ‘Begehren, Verlangen, Ersehntes’, ahd. wunsc (8. Jh.), mhd. mnd. wunsch, auch ‘Vermögen, etw. Außerordentliches zu schaffen’, mnl. wonsc, wunsc (neben ablautend mnl. wensc, nl. wens), mit n-Ausfall und Ersatzdehnung aengl. wūsc, anord. ōsk (germ. *wunska- m., *wunskō f.). Den schwundstufig gebildeten germ. Substantiven vergleichen sich aind. vanṓti ‘begehrt, erstrebt, hat gern’, vā́ñchati ‘begehrt, wünscht’, vāñchā- ‘Wunsch, Verlangen’, air. fine (aus *venjā) ‘Verwandtschaft, Stamm, Familie’, lat. venus ‘Liebe, Liebesgenuß, Anmut, Liebreiz, Geliebte’. Zugrunde liegt die unter gewinnen, Wahn und wohnen (s. d.) genannte Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’, auch ‘erarbeiten, Mühe haben’, perfektiv ‘erreichen, gewinnen’. Da im Germ. ein für inchoative Verben charakteristisches ie. sk̑-Suffix vorzuliegen scheint wie in aind. vā́ñchati, könnte germ. *wunski- bzw. *wunskō zu einem diesem entsprechenden, jedoch verlorenen Verb gebildet sein. wünschen Vb. ‘begehren, verlangen’, ahd. wunsken (8. Jh.), mhd. wünschen, wunschen, mnd. wunschen, mnl. wonscen, wunscen (neben ablautendem mnl. wenscen, nl. wensen), aengl. wȳscan, anord. ȳskja, vom Substantiv abgeleitetes jan-Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
...begehren · Anliegen · Antrag · Antragstellung · Begehren · Ersuchen · Gesuch · Nachfrage · Wunsch  ●  Ansuchen  österr. · Bitte (um)  Hauptform · ...anfrage  fachspr. · Anfrage  fachspr. · Desiderium  geh., lat. · freundliches Ersuchen  geh., formell
Assoziationen
Synonymgruppe
Appetit (auf) · Begehren · Lust (auf) · Sehnen (nach) · Sehnsucht (nach) · Trieb · Verlangen (nach) · Wunsch (nach)  ●  Appetenz  fachspr. · einen Zahn haben (auf)  ugs.
Synonymgruppe
Bedürfnis · Begehren · Begierde · Drang · Gier · Sehnen · Sehnsucht · Verlangen · Wunsch  ●  Durst  ugs., fig.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sehnlicher) Wunsch · Wunschtraum · Wunschvorstellung

Typische Verbindungen zu ›Wunsch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wunsch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wunsch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ende des Jahrhunderts entstand der Wunsch, dem Namen eine Gestalt zu geben. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 78]
Hierbei richtet sich der Herr wieder nach den Wünschen der Dame. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 189]
Mit der Fülle der Computer entstand auch der Wunsch, sie miteinander zu Netzen zu verbinden. [Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 7]
Oft besteht der Wunsch, den Ablauf eines Programms diagrammartig darzustellen. [Bauer, Friedrich L. u. Goos, Gerhard: Informatik, Berlin: Springer 1971, S. 111]
Zu diesem schweren Werk Ihre Hilfe zu erbitten, das ist mein sehnlichster Wunsch. [o. A.: Einsetzung des Gauleiters Karl Kaufmann als Reichsstatthalter von Hamburg sowie Vereidigung des neuen Hamburger Senats, 20.05.1933]
Zitationshilfe
„Wunsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wunsch>.

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