Wunschsatz, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWunsch-satz (computergeneriert)
WortzerlegungWunschSatz
eWDG, 1977

Bedeutung

Sprachwissenschaft Satz, der einen Wunsch ausdrückt
Beispiel:
›käme er doch bald!‹ ist ein Wunschsatz
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Verfassungsgeber seien sich „über den platonischen Charakter dieses Wunschsatzes weitgehend klar“ gewesen.
Die Zeit, 12.02.1962, Nr. 07
Wohl aber bewegen sich alle Wunschsätze als wissenschaftlich behandelbare in der Sphäre mehr oder minder großer Wahrscheinlichkeit zum Falschen oder Wahren hin; und zwar bestimmt sich diese Wahrscheinlichkeit je nach dem Grad der mehr oder minder großen objektiven Möglichkeit des Wunschsatz-Inhalts.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 449
Aber die politische Vernunft gebietet, was Staatsanwalt Kaninias in einen Wunschsatz kleidet:
Die Zeit, 22.08.1975, Nr. 35
Haben wir nicht, schallt es uns aus kauendem Munde entgegen, ehe wir unseren Wunschsatz beenden können.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.1997
Mehr als der Bericht, den Trojanowicz nur halb hörte, teils aus Unaufmerksamkeit, teils wegen der brüchigen, vorn Motorenlärm erdrosselten Stimme, mehr gab ihm zu denken, was monologisch einfloß an Nebensätzen, Wunschsätzen, und der Blick geradeaus, durch die Frontscheibe, auf einen Punkt Ypsilon im unvollendeten Blau des Horizonts; er verschwieg aber, was er von Wünschen und Horizonten und von Ypsilon hielt (das immer gleich fern, gleich nah ist).
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 391