Wurst, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wurst · Nominativ Plural: Würste
Aussprache  [vʊʁst]
eWDG

Bedeutungen

1.
als Speise dienende, aus zerkleinertem Fleisch, Innereien, Blut und Gewürzen hergestellte Masse, die in natürliche oder künstliche Därme gefüllt und gekocht, gebraten oder geräuchert wird
siehe auch Würstchen
Beispiele:
eine heiße, gekochte, gebratene, geräucherte, hausschlachtene, harte Wurst
warme Würstchen (= kleine Brühwürste)
ein Paar Wiener Würstchen
Kochkunst Würstchen im Schlafrock
ein Stück, Zipfel Wurst
umgangssprachlichein Endchen Wurst
landschaftlich Wurst im Stück kaufen
Wurst in Scheiben kaufen
eine Wurst füllen, stopfen (= W. durch Stopfen herstellen)
umgangssprachlicheine Wurst machen (= W. herstellen)
Würste grillen, kochen, braten, räuchern
eine Wurst (auf)schneiden
die Haut von der Wurst abziehen
Wurst aufs Brot legen, streichen
er hat Finger wie Würste (= sehr dicke Finger)
bildlich
Beispiel:
saloppes geht um die Wurst (= etw. steht auf dem Spiel)
umgangssprachlich mit der Wurst nach der Speckseite werfen (= Kleineres einsetzen, um Größeres zu gewinnen)
Beispiele:
den Schinken nach der Wurst werfen (= Größeres einsetzen, um Kleineres zu gewinnen)
dies alles geschehe nur, um […] mit der Wurst nach der Speckseite zu werfen [ G. Keller6,264]
2.
umgangssprachlich, übertragen Dinge, die einer Wurst äußerlich ähnlich sind
a)
dicke Wulst
Beispiel:
Eine zweite [Wolldecke] kann man zur Wurst rollen [ Gesundheit1964]
b)
große, längliche Hülle
Beispiel:
Rechts […] hängen, golden angeleuchtet, die Würste der Fesselballons im Abendlicht [ A. ZweigErziehung20]
c)
Kot, Exkrement
3.
salopp etw., jmd. ist jmdm. Wurst (= etw., jmd. ist jmdm. vollkommen gleichgültig)
Beispiele:
das ist mir völlig, ganz und gar Wurst
seine Meinung ist ihm Wurst
dieser Mensch war ihnen Wurst
es ist uns völlig Wurst, was andere von uns denken
umgangssprachlich, veraltend Wurst wider Wurst (= wie du mir, so ich dir)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wurst · wursteln · wurstig
Wurst f. ‘in Därme gefüllte, gewürzte Fleischspeise’, ein dt. und nl. Wort, ahd. (11. Jh.), mhd. wurst (md. auch worst), asächs. wurst, mnd. mnl. nl. worst. Herkunft ungewiß. Am besten ist wohl Anschluß (ausgehend von ie. *u̯ṛtsti-) im Sinne von ‘Gedrehtes’ an ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’ (s. werden, -wärts), Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. Möglich ist ferner die Auffassung des Substantivs als ‘Durcheinandergemengtes, Gemengsel’ und Zusammenhang mit wirr (s. d.), das (wenngleich unsicher) zu ie. *u̯ers- gestellt werden kann. In jedem Fall handelt es sich bei germ. *wursti- um eine schwundstufige Bildung mit (s)ti-Suffix. Redensartlich mit der Wurst nach dem Schinken werfen (18. Jh.), älter mit einer Wurst eine Speckseite abwerfen (Anfang 17. Jh.) ‘mit geringem Einsatz etw. Großes zu erreichen suchen’; es geht um die Wurst ‘es geht um die Entscheidung, kommt darauf an’ (19. Jh.); das ist mir Wurst (umgangssprachlich Wurscht) ‘gleichgültig’ (Anfang 19. Jh., aus der Studentensprache), im Hinblick auf die beiden sich einander gleichenden Enden der Wurst. wursteln Vb. ‘langsam, im alten Trott leben, arbeiten, wirtschaften’, auch ‘nicht ordentlich arbeiten’, meist (umgangssprachlich) wurschteln, Iterativbildung (Anfang 19. Jh.) zu wursten ‘Wurst machen’ (15. Jh.), ‘unordentlich, ungeschickt drehen, durcheinanderbringen, verwirren’ (17. Jh.), mnd. worstelen ‘ringen’. wurstig Adj. ‘gleichgültig’ (1. Hälfte 19. Jh., Studentensprache), älter ‘dick wie eine Wurst’ (18. Jh.), zuvor wursticht (vgl. würstet, 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Wurst‹ (berechnet)

abgepackt braten brutzeln deftig eingeschweißt essen etikettiert fett fettarm fettfrei fettig gebraten gegrillt geräuchert grillen grillieren grilliert hausgemacht hausmacher keimbelastet krakauer lecker luftgetrocknet lyoner schmecken thüringer vegan vegetarisch verdorben würzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wurst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Wurst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An dem Tag, an dem wir das Geld kriegen, kaufen wir uns Wurst. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 436]
Dann legst du die Wurst mit den aufgeschnittenen Teilen nach unten auf den Teller. [Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 191]
Das kannst du in die Wurst hacken: das taugt nichts. [Röhrich, Lutz: Wurst. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6892]
In der lauen Luft hängt der Duft frisch gebratener Würste. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Eine kurze Eingabe am angeschlossenen Computer – schon wandert die Wurst über den Flügel. [Die Zeit, 13.08.1998, Nr. 34]
Zitationshilfe
„Wurst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wurst#1>.

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wurscht

Grammatik Adjektiv · indeklinabel (nur prädikativ)
Nebenform wurst · Adjektiv
Aussprache [vʊʁʃt] · [vʊʁst]
GrundformWurst1
Ungültige Schreibungen Wurscht, Wurst
Rechtschreibregel § 56 (1)
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

salopp völlig unwichtig, gleichgültig
Synonym zu schnurz, schnurzegal
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: völlig, ziemlich, vollkommen, ganz wurscht
Beispiele:
Ich bin Gott sein dank alt genug, so dass ich anderen gegenüber kein Geltungsbedürfnis mehr habe und denke[:] »Ist mir doch wurscht, was die anderen denken.« [7 Gründe warum ich glücklicher bin als andere, 19.06.2019, aufgerufen am 20.08.2020]
Er sagte: »Es ist wurst, was über einen geschrieben wird, der Name muss richtig geschrieben sein, und es muss ein gutes Foto dabei sein.« [Bote der Urschweiz, 13.11.2021]
Es ist mir jetzt scheißegal, ich spring einfach, wurscht, was dabei herauskommt. [Welt am Sonntag, 27.12.2020]
Der Mehrzahl [der Fahrgäste] ist es völlig wurscht, ob sie mit einem schadstoffarmen Dieselbus fahren oder mit einem Elektrobus, Hauptsache, sie kommen gut und pünktlich an. [Berliner Morgenpost, 09.01.2020]
Unvorteilhaft? Mir doch wurscht! [Bild, 04.11.2019]
[…] sie ist da ohnehin nicht so materiell eingestellt. »Ich kann ja nichts mitnehmen, Geld ist mir eigentlich ziemlich wurscht [Hamburger Abendblatt, 22.05.1999]
… Ist mir ganz wurscht, wer Sie sind! [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff. München: Hanser 1971, S. 343]
Hitler und Ludendorff wollten ihre eigene Diktatur, die dem Norden mit Gewalt aufgezwungen werden sollte. Bayern war für sie nur eine Plattform, ein Mittel zum Zweck, was Poehner wörtlich so formulierte: »Bayern ist mir wurscht, ich kümmere mich nur um das Reich.« [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 12.03.1924]

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.

Typische Verbindungen zu ›wurscht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›wurscht‹, ›wurst‹ und ›Wurst‹.

Zitationshilfe
„wurscht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wurscht#2>.

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