Wust, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wustes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich großes Durcheinander von Dingen
Beispiele:
ein heilloser, verfilzter Wust
ein Wust aus altem Kram
im Wust wühlen, ersticken
ungeordnete Menge
Beispiele:
ein Wust Papiere
einen Wust von Büchern durchstöbern
bildlich
Beispiele:
ein Wust von Ideen
ein Wust von Daten und Zahlen
alle leben ... in einem Wust von Einbildungen [FontaneTreibelI 3,338]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wust m. ‘Durcheinander, ungeordnete Menge, Unrat, Schmutz’, mhd. wuost ‘Verwüstung, Trümmer’ (in dieser Bedeutung noch nhd., jedoch selten) ist eine Rückbildung aus dem Adjektiv mhd. wüeste, wuoste ‘öde, einsam, verlassen, leer, unschön, häßlich’ bzw. aus dem davon abgeleiteten Verb mhd. wüesten ‘öde machen, ausplündern, zerstören, Raubbau treiben’ (s. ↗wüst).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Anzahl · ↗Ballung · ↗Batzen · ↗Fülle · ↗Haufen · ↗Heer · ↗Legion · ↗Masse · ↗Menge · ↗Reihe · ↗Schar · ↗Schwall · ↗Schwarm · ↗Schwung · ↗Serie · ↗Unmasse · ↗Unmaß · ↗Unmenge · ↗Unzahl · ↗Vielheit · ↗Vielzahl · Wust · ↗Übermaß  ●  ↗Armee  ugs. · ↗Flut  ugs. · ↗Latte  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · ↗(wilde) Mischung · ↗Chaos · Gemeng(e) · ↗Gemisch · ↗Gewirr · ↗Sammelsurium · ↗Unordnung · ↗Verhau · ↗Wirrnis · ↗Wirrwarr · Wust  ●  ↗(wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · ↗Dschungel  fig. · ↗Pelemele  franz. · ↗Tohuwabohu  hebräisch · ↗Kuddelmuddel  ugs. · ↗Mischmasch  ugs. · ↗Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmerkung Bestimmungen Bürokratie Erlaß Fakt Formular Halbwahrheit Kleinkram Notiz Papiere Phrase Regelunge Reglementierung Tatsachenverdrehung Unwahrheit Verdächtigung Verlautbarung Verordnung Vorschrift bürokratisch ersticken herausfiltern herausschälen hervorziehen undurchdringlich untergehen unüberschaubar unübersichtlich wühlen zurechtfinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wust‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann hätte aus einem Wust von Angeboten zahlreicher Makler wählen können.
Der Tagesspiegel, 09.02.2000
Aber damals - da ist mir dieser Wust völlig über den Kopf gewachsen.
Bild, 29.06.1999
Wenn er fort war, wuchs der Wust in allen Zimmern schnell wieder nach.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 293
Die schmale Hinterlassenschaft des Toten nahm den kleinsten Raum ein unter meinem eigenen Wust.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 39
In dem Wust von Ästen, der die Rodung bedeckte, hätte er üblen Weg gehabt.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 25
Zitationshilfe
„Wust“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wust>, abgerufen am 17.11.2019.

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