Wutanfall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wutanfall(e)s · Nominativ Plural: Wutanfälle
Aussprache
WorttrennungWut-an-fall
WortzerlegungWutAnfall
eWDG, 1977 und ZDL, 2019

Bedeutung

plötzlich aufsteigendes und ausbrechendes Gefühl der Wut, des Zorns
Synonym zu Wutausbruch, siehe auch Ausraster
Beispiele:
ein Wutanfall packte ihnQuelle: WDG, 1977
Im Wutanfall vermöbelt die Schwiegermutter den Schwiegersohn, einen großen, kräftigen Mann, mit einer Holzlatte, beleidigt und bedroht ihn. [Berliner Zeitung, 16.07.2005]
Manchmal weint Emma, manchmal kriegt sie Wutanfälle, weil ihr eine simple Tätigkeit nicht gelingen will, die für Gleichaltrige ein Kinderspiel ist. [Welt am Sonntag, 14.01.2018, Nr. 2]
Wenn die Griechen die Götter von Wutanfällen abhalten wollten, brachten sie ihnen Opfer dar. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 46]
[…] zwei Wochen vor der Premiere verfiel Barlog in einen atemberaubenden Wutanfall, der seinen von uns längst nicht mehr wahrgenommenen Lispler zu einem Sturzbach anschwellen ließ; wir verfolgten sein Wüten mit offenem Mund, der Orkan brach ab, Erleuchtung in den Augen, rief er: »Daß iß eß!« [Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999, S. 140. Zitiert nach: Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Wien: Molden 1970.]
Ein lärmend herumtobendes Kind von zwei, drei Jahren, das über Tisch und Bänke geht, das seine Wutanfälle bekommt und sonstige »Unarten« zeigt, geht den Nachbarn nicht nur auf die Nerven, sondern erweckt deutliche Zweifel an den Erziehungskünsten der Eltern. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973, S. 234. Zitiert nach: Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1969.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein heftiger, plötzlicher, spontaner Wutanfall
als Akkusativobjekt: einen Wutanfall auslösen, bekommen, kriegen
in Präpositionalgruppe/-objekt: zu Wutanfällen neigen

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
Assoziationen
  • Anfall · ↗Wutausbruch  ●  (seine) dollen (oder: dullen) fünf Minuten (haben)  ugs. · ↗Koller  ugs. · ↗Rappel  ugs.
  • Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · ↗Aufgeregtheit · ↗Aufregung · ↗Echauffiertheit · Echauffierung · ↗Empörtheit · ↗Entrüstung · ↗Erbostheit · ↗Feindseligkeit · ↗Furor · ↗Gereiztheit · ↗Indignation · ↗Jähzorn · ↗Rage · ↗Raserei · ↗Stinkwut · ↗Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · ↗Wüterei · ↗Zorn · heiliger Zorn · ↗Ärger  ●  ↗Empörung  Hauptform · ↗Ingrimm  veraltend · ↗Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · ↗Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
  • (jemand könnte) vor Wut explodieren · (jemand könnte) vor Wut in den Teppich beißen · (jemand könnte) vor Wut platzen  ●  (jemand könnte) sich vor Wut in den Arsch beißen  derb
  • (die) Geduld verlieren · ↗(sich) aufregen · Wut haben · keine Geduld mehr haben · wütend sein · Überdruss empfinden  ●  ↗(sich) ärgern  Hauptform · vor Wut kochen  fig. · (jemandem) reißt der Geduldsfaden  ugs. · ↗(sich) grämen  geh., veraltend · Schnappatmung bekommen  ugs., fig. · Wut im Bauch haben  ugs. · einen Föhn kriegen  ugs., fig. · einen dicken Hals kriegen  ugs., fig. · genervt sein  ugs. · mit der Geduld am Ende sein  ugs. · sauer sein  ugs. · so eine Krawatte kriegen  ugs., norddeutsch · so einen Hals kriegen  ugs. · verrückt werden  ugs. · ↗zürnen  geh.
  • (einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
  • Randale machen · ↗herumtoben · ↗herumwüten · ↗randalieren · ↗toben · ↗wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · ↗berserkern  geh., selten · ↗rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Depression auslösen bekommen berüchtigt erschlagen gefürchtet gelegentlich heftig hysterisch kriegen legendär mittel neigen plötzlich reagieren spontan unterdrücken zerstören zertrümmern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wutanfall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit nun fast dreißig Jahren verfaßt er Analysen gesellschaftlicher Wutanfälle.
Der Tagesspiegel, 26.05.1999
Er hatte diesen Sitz seit 14 Jahren inne, und als er von meiner Absicht erfuhr, bekam er einen Wutanfall.
Der Spiegel, 21.04.1986
Ich hätte mich solchem Wutanfall gegenüber nicht einmal in deutscher, viel weniger aber in dänischer Sprache verteidigen oder wehren können.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7044
Jahrelanges Leiden hatte es gelehrt, auch die härteste Mühe einem Wutanfall seines Besitzers vorzuziehen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 10
Unwillkürlich mußte ich über den komischen Wutanfall unseres lieben Brotherrn lachen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Wutanfall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wutanfall>, abgerufen am 09.12.2019.

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