Wutausbruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wutausbruch(e)s · Nominativ Plural: Wutausbrüche
Aussprache
WorttrennungWut-aus-bruch
WortzerlegungWutAusbruch
eWDG, 1977 und ZDL, 2019

Bedeutung

plötzlich aufsteigendes und ausbrechendes Gefühl der Wut, des Zorns
Synonym zu Wutanfall
Beispiele:
ein plötzlicher Wutausbruch Quelle: WDG, 1977
Im vergangenen Jahr konnte man auch unzählige Belege in Berichten seriöser Medien dafür finden, dass [US-Präsident] Trumps Mitarbeiter ihn wie ein Kind behandeln, dessen Wutausbrüche genauso schwer zu kontrollieren sind wie seine aggressive Ignoranz. [Die Welt, 11.01.2018]
Du solltest dir mit deinen Wutausbrüchen nicht das Denkvermögen trüben. [Reiche, Dietlof: Freddy. In: Edition Anrich. Weinheim, 2003.]
Sie litt unter Vaters Wutausbrüchen und bemühte sich, den Familienfrieden aufrechtzuerhalten. [Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987, S. 119. Zitiert nach: Hein, Christoph: Horns Ende, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1985.]
Wenigstens habe ich mir so viel Selbstbewußtsein zurückerobert, daß ich mir Wutausbrüche leiste, die ihn dann doch schockieren, und irgendwas zertrümmere, was gerade zur Hand ist. [Brief von Brigitte Reimann an Christa Wolf vom 13. 2. 1972. In: Brigitte Reimann u. Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999. Zitiert nach: Brief von Brigitte Reimann an Christa Wolf vom 13. 2. 1972.]
Und wenn sich einmal ein Gutmütiger fand, der ihn bedauerte und ihm erklären wollte, daß seine Traurigkeit wahrscheinlich von dem Hungern käme, konnte es, besonders bei vorgeschrittener Hungerzeit, geschehn, daß der Hungerkünstler mit einem Wutausbruch antwortete und zum Schrecken aller wie ein Tier an dem Gitter zu rütteln begann. [Kafka, Franz: Ein Hungerkünstler. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 106798. Zitiert nach: Die neue Rundschau, 1922, Nr. 10, Bd. 33.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein heftiger, kalkulierter, spontaner, unkontrollierter Wutausbruch
als Akkusativobjekt: einen Wutausbruch auslösen, provozieren, bekommen
in Präpositionalgruppe/-objekt: zu Wutausbrüchen neigen; mit einem Wutausbruch reagieren

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anfall · Wutausbruch  ●  (seine) dollen (oder: dullen) fünf Minuten (haben)  ugs. · ↗Koller  ugs. · ↗Rappel  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Wutanfall · Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
Assoziationen
  • Anfall · Wutausbruch  ●  (seine) dollen (oder: dullen) fünf Minuten (haben)  ugs. · ↗Koller  ugs. · ↗Rappel  ugs.
  • Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · ↗Aufgeregtheit · ↗Aufregung · ↗Echauffiertheit · Echauffierung · ↗Empörtheit · ↗Entrüstung · ↗Erbostheit · ↗Feindseligkeit · ↗Furor · ↗Gereiztheit · ↗Indignation · ↗Jähzorn · ↗Rage · ↗Raserei · ↗Stinkwut · ↗Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · ↗Wüterei · ↗Zorn · heiliger Zorn · ↗Ärger  ●  ↗Empörung  Hauptform · ↗Ingrimm  veraltend · ↗Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · ↗Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
  • (jemand könnte) vor Wut explodieren · (jemand könnte) vor Wut in den Teppich beißen · (jemand könnte) vor Wut platzen  ●  (jemand könnte) sich vor Wut in den Arsch beißen  derb
  • (die) Geduld verlieren · ↗(sich) aufregen · Wut haben · keine Geduld mehr haben · wütend sein · Überdruss empfinden  ●  ↗(sich) ärgern  Hauptform · vor Wut kochen  fig. · (jemandem) reißt der Geduldsfaden  ugs. · ↗(sich) grämen  geh., veraltend · Schnappatmung bekommen  ugs., fig. · Wut im Bauch haben  ugs. · einen Föhn kriegen  ugs., fig. · einen dicken Hals kriegen  ugs., fig. · genervt sein  ugs. · mit der Geduld am Ende sein  ugs. · sauer sein  ugs. · so eine Krawatte kriegen  ugs., norddeutsch · so einen Hals kriegen  ugs. · verrückt werden  ugs. · ↗zürnen  geh.
  • (einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
  • Randale machen · ↗herumtoben · ↗herumwüten · ↗randalieren · ↗toben · ↗wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · ↗berserkern  geh., selten · ↗rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkoholeskapade Anlaß Auslöser Auswechslung Depression Kanzler Laune Neigung Träne Zerstörungswut ausbleiben berüchtigt cholerisch entladen entschuldigen fürchten gefürchtet gelegentlich heftig hysterisch kalkuliert kollektiv legendär neigen plötzlich provozieren spontan unkontrolliert veranlassen verbal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wutausbruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dieses Mal ging es einfach nicht anders ", rechtfertigte King seinen verbalen Wutausbruch.
Die Welt, 18.11.2003
Allerdings zeigte sie sich von seinem Wutausbruch nicht sonderlich beeindruckt.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 146
Aber um so erstaunlicher sind die oft kaum kontrollierten Wutausbrüche.
Die Zeit, 01.10.1976, Nr. 41
Wir wußten ohnehin, daß er nicht an Überfluß von Courage litt, und wir lachten darum bei seinen Wutausbrüchen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1364
Ich habe nie in meinem Leben einen solchen Wutausbruch eines Menschen erlebt.
o. A.: Einhundertfünfundvierzigster Tag. Montag, 3. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 32603
Zitationshilfe
„Wutausbruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wutausbruch>, abgerufen am 20.05.2019.

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