Xenie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungXe-nie (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Literaturwissenschaft (satirisches) epigrammatisches Distichon
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Xenie · Xenion
Xenie f. Xenion n. ‘satirisches Epigramm, Spottgedicht’, vornehmlich im Plur. Xenien, Xenia, entsprechend dem Titel der von Goethe und Schiller verfaßten (1795) polemischen Distichen zur zeitgenössischen Literatur, zuerst veröffentlicht im „Musenalmanach für 1797“. Der Ausdruck folgt dem mit Xenia bezeichneten 13. Buch der Epigramme (meist Begleitverse zu Gastgeschenken) des römischen Dichters Martial. Zugrunde liegt griech. xénia (ξένια) Plur. ‘Gastgeschenke’, zu griech. xénos (ξένος) ‘Fremdling, Gast, Gastfreund, Wirt’.

Verwendungsbeispiele für ›Xenie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Herder lobte sie, und Goethe und Schiller sprachen in den Xenien von »des Grenadiers herrlichen Saiten«.
Lorenzen, Käte: Gleim. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 28456
Legt ihr’s nicht aus, so legt was unter “, schrieb Goethe in den„ Zahmen Xenien “.
Die Zeit, 02.01.1989, Nr. 01
Da hätte er mit Schiller fetzige Xenien auf Pinnwände gedichtet.
Die Zeit, 05.04.2010, Nr. 14
Mit dieser Xenie eröffnet Hans-Joachim Simm seine eben erschienene Textsammlung.
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Hervorragende deutsche E. stammen von Logau, Wernike, Kästner, Goethe und Schiller (»Xenien«), Haug, Platen, neurerdings Hebbel, Leuthold, Schack, Bodenstedt, Vischer, Bauernfeld, L. Fulda.
o. A.: E. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 11185
Zitationshilfe
„Xenie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Xenie>, abgerufen am 02.04.2020.

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