Zähre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zähre · Nominativ Plural: Zähren
Aussprache 
Worttrennung Zäh-re
Wortbildung  mit ›Zähre‹ als Letztglied: ↗Wonnezähre
eWDG

Bedeutung

dichterisch Träne
Beispiel:
Dir weihe ich diese Zähren, o schönes Vaterland [ E. T. A. Hoffm.Kater Murr5,146]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zähre f. ‘Träne’, ahd. zahar m. (8. Jh.), mhd. zaher, zeher m., (md. auch f. und kontrahiert) zār ‘Träne, Tropfen’, aengl. tēar, engl. tear, anord. tār, schwed. tår, (mit grammatischem Wechsel) aengl. teagor, got. tagr, germ. *tahru-. Zur Herkunft s. verwandtes ↗Träne. Heutiges Zehre, Zähre f. (17. Jh.) ist aus kontrahierten Pluralformen wie mhd. (md.) zēre, frühnhd. (Genitiv Plur.) der Zehren (16. Jh.) hervorgegangen. Das zunächst nur südd. Wort wird (vom 18. Jh. an) durch vordringendes Träne in die Dichtersprache abgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tränchen  abwertend · ↗Träne  Hauptform · Zähre  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Auge · ↗Sehwerkzeug  ●  Glubscher  ugs. · ↗Gucker  ugs. · Oculus  fachspr. · ↗Sehorgan  fachspr.
  • (es) fließen Tränen · Tränen vergießen · ↗jammern · ↗schluchzen · ↗schreien (Baby) · ↗weinen (vor) · ↗wimmern  ●  (jemandem) laufen die Tränen (über das Gesicht)  variabel · ↗weinen (über)  Hauptform · (jemandem) kullern die Tränen (über das Gesicht)  ugs., fig., variabel · (sich) ein Tränchen verdrücken  ugs. · ↗barmen  geh., poetisch · ↗bläken  ugs., abwertend, regional · das heulende Elend haben  ugs. · ↗flennen  ugs., regional · ↗greinen  ugs. · ↗heulen  ugs. · leise weinend (in der Ecke)  ugs., floskelhaft · ↗plieren  ugs. · ↗plinsen  ugs., norddeutsch · ↗plärren  ugs., abwertend, regional

Typische Verbindungen zu ›Zähre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zähre‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zähre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und langsam füllen sich auch ihre Augen mit Wasser, rollt eine Zähre auf das Papier.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17645
Mutter bedeckte mich mit heißen Zähren und taute mir Badewasser auf.
Die Zeit, 10.07.1995, Nr. 28
Die Sopranistin Simone Nold sang zauberhaft, christliche Minne konnte man ihr wohl, fließende Zähren weniger abnehmen.
Der Tagesspiegel, 11.03.1999
Bekanntlich ist Weihnachten das Fest der Zähren, des Heulens und Zähneklapperns, der Familiendramen und der psychologischen Notdienste.
Die Zeit, 25.12.2000, Nr. 52
Geweint wurde nicht nur im empfindsamen Parkett, sondern auch auf der Bühne, namentlich der alte Sampson ist geradezu ein Leistungsschwimmer im Ozean kummervoller Zähren.
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2003
Zitationshilfe
„Zähre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Z%C3%A4hre>, abgerufen am 12.06.2021.

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