Zöllner, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zöllners · Nominativ Plural: Zöllner
Aussprache
WorttrennungZöll-ner
Wortbildung mit ›Zöllner‹ als Erstglied: ↗Zöllnerin
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich Angestellter einer Zolldienststelle
Beispiel:
ein Zöllner überprüfte das Gepäck
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zoll1 · Zöllner · zollen · verzollen · zollfrei
Zoll1 m. ‘Abgabe für bestimmte Waren beim Transport über eine Grenze, Zollstelle, Zollbehörde’, auch ‘Wegegebühr’ (vgl. Brücken-, Wegezoll). Das allen germ. Sprachen mit Ausnahme des Got. (dafür mōta, s. ↗Maut) gemeinsame Wort ahd. (8. Jh.), mhd. zol (Genitiv zolles) ‘Abgabe’, frühnhd. auch ‘Zollstelle, -amt’, asächs. mnd. mnl. nl. tol, aengl. engl. toll, anord. (aus dem Aengl. oder Mnd.?) tollr, schwed. tull mit den Nebenformen asächs. tolna f., mnd. toln(e) m., tollen m., mnl. tolne, toolne m., aengl. toln f. ist entlehnt aus vlat. tolōnēum, spätlat. telōnēum, telōnīum ‘Abgabe, Zollhaus’, griech. telōné͞ion, telṓnion (τελωνεῖον, τελώνιον) ‘Zollstätte, Zollhaus’; zu griech. télos (τέλος) ‘Abgabe, Steuer, Zoll, Aufwand, Kosten’, eigentlich ‘Ende, Grenze, Ziel, Amt’. Man hat auch versucht, in den n-losen Formen ein einheimisches Wort germ. *tulla- zu sehen, das sich als schwundstufige Bildung im Sinne von ‘(Be)rechnung’ an die unter ↗Zahl, ↗zählen (s. d.) behandelte Wortgruppe anschließen würde, dann aber ganz die Bedeutung des entlehnten tolna, tolne angenommen hätte. Zöllner m. ‘Angestellter einer Zolldienststelle’, früher (bis Anfang 18. Jh.) ‘Zolleinnehmer’, ahd. zolonāri (8. Jh.), mhd. zolnære, zolner, mnd. tolner, mnl. tollenāre, tolnere, nl. tollenaar, aengl. tolnere, tollere, entlehnt aus gleichbed. mlat. tolnearius, vlat. tolōn(e)ārius (3. Jh.), spätlat. telōn(e)ārius. zollen Vb. ‘erweisen, entgegenbringen, zuteil werden lassen’ (18. Jh.), zuvor ‘Zoll zahlen’, mhd. zollen ‘Zoll geben, zahlen, fordern, auferlegen’, in dieser Bedeutung seit dem 18. Jh. nicht mehr üblich und durch verzollen Vb. mhd. verzollen, ersetzt. zollfrei Adj. ‘keiner Abgabe für den Zoll unterliegend’, mhd. zolvrī, zollevrī.

Thesaurus

Synonymgruppe
Zollbeamter · Zöllner
Oberbegriffe
  • Beamter · Bediensteter · Staatsbediensteter · ↗Staatsdiener

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bummelstreik Gleichnis Grenzbeamte Grenzer Grenzpolizist Grenzschutzbeamte Grenzschützer Grenzsoldat Grenzübergang Hure Pharisäer Schmuggler Sünder Zivil abfertigen beschlagnahmen beschlagnahmt bestechen bulgarisch durchleuchten durchwinken entdeckt filzen fündig konfiszieren korrupt mazedonisch polnisch wachsam zudrücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zöllner‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zöllner ließen ihn passieren - er hatte ja nichts zu verzollen.
Bild, 31.05.1997
Die Zöllner versprechen sich von dem neuen Apparat vor allem eine psychologische Wirkung.
Der Tagesspiegel, 23.02.1997
Den Zöllnern blieb zu guter Letzt nichts anderes übrig, als zähneknirschend selbst Hand anzulegen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 77
Hier ist auch ein kleiner Dampfer mit den Zöllnern herangekommen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 268
Der Zöllner blickte gelangweilt auf Lisas Gepäck und setzte seine Unterhaltung fort.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 8
Zitationshilfe
„Zöllner“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zöllner>, abgerufen am 15.12.2019.

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