Zahlstelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zahlstelle · Nominativ Plural: Zahlstellen
Aussprache
WorttrennungZahl-stel-le
WortzerlegungzahlenStelle
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Behörde oder Einrichtung, bei der Ein- oder Auszahlungen getätigt werden
siehe auch Zahlschalter
Beispiele:
Sie [die Empfänger des Arbeitslosengelds] könnten sich in den Zahlstellen der Arbeitsagenturen das Geld bar abholen oder bekämen es wenige Tage später überwiesen[…]. [Süddeutsche Zeitung, 31.12.2004]
Vor der Zahlstelle des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) im Kabuler Vorort […] wartet er [ein afghanischer Flüchtling] auf die Auszahlung der Rückkehrerprämie. [Berliner Zeitung, 23.06.2005]
Seit 1971 wird die Auszahlung der Bremer Sozialhilfe über die Sparkasse abgewickelt, das Unternehmen hat nicht schlecht daran verdient und der Sozialsenator spart die Einrichtung eigener Zahlstellen. [die tageszeitung, 04.12.1992]
Am Geldautomat, Kontoauszugdrucker, beim Tanken, Telefonieren und Einkaufen benutzen Kunden in zunehmendem Maße das kleine Kärtchen mit der Magnetfolie. Welche Gefahren mit der Benutzung von Plastikgeld und elektronischen Zahlstellen verbunden sein können, versucht […] [der Autor] in seinem […] Taschenbuch aufzuzeigen. [Cʼt, 1990, Nr. 7]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: eine elektronische Zahlstelle
spezieller, Verkehrswesen Station für das Bezahlen einer Autobahn- oder Straßenbenutzungsgebühr
Synonym zu Mautstelle
Beispiele:
Die Leistung der streckenabhängigen Gebühr kann automatisch über einen im Fahrzeug installierten Bordcomputer, über Zahlstellen an den Autobahnauffahrten und Raststätten oder über das Internet erfolgen. [Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2002]
Dort [in Frankreich] kommt alle paar Kilometer die nächste Zahlstelle, weil die Besitzverhältnisse der Straßen so zerpflückt sind […]. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.2016]
Zahlstellen [auf italienischen Autobahnen] […] sind notorische Staugeneratoren. [Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2016]
Autofahrer geben die Viacard zusammen mit dem Mautticket an der Zahlstelle ab; der fällige Betrag wird dann automatisch abgebucht. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.1993]
2.
Bankwesen Zahlungsort, meist ein Bankinstitut, bei dem Wertpapiere o. Ä. gekauft, verkauft und eingelöst oder Schuldverschreibungen beglichen werden
Beispiele:
Bereits der geltende Text [der EU-Richtlinie] soll sicherstellen, dass auch Zinszahlungen, die eine Zahlstelle (Bank usw.) an natürliche Personen aus einem anderen Mitgliedstaat leistet, besteuert werden. [Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2008]
Das Geld stammt aus sogenannten Tafelgeschäften, bei denen die Inhaber[…] die Rückzahlung nicht automatisch erhalten, sondern den Anspruch aus ihren Zinsscheinen erst bei ihrer Bank geltend machen müssen, die als Zahlstelle fungiert. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2005]
Nun wird erwogen, der EU eine »Zahlstellen-Steuer« anzubieten. Dabei würden dem ausländischen Kunden von der Schweizer Bank, der Zahlstelle für Zinseinkünfte und Dividenden, auch bei fremden Anleihen und Wertpapieren 20 Prozent des Kapitalertrags abgezogen und in das jeweilige Heimatland überwiesen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000]
Die übrigen Wechsel gingen zu Protest und kamen […] zurück, weil die […] angegebene Zahlstelle, die Filiale der Deutschen Bank in Koblenz, auf […] [dem] Konto keine Beträge hatte, aus denen die Wechsel hätten gedeckt werden können. [Der Spiegel, 25.07.1966, Nr. 31]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autobahn Flughafen eingerichtet einrichten elektronisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zahlstelle‹.

Zitationshilfe
„Zahlstelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zahlstelle>, abgerufen am 18.10.2019.

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