Zahn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zahn(e)s · Nominativ Plural: Zähne
Aussprache
Wortbildung mit ›Zahn‹ als Erstglied: ↗Zahnarzt · ↗Zahnausfall · ↗Zahnbehandlung · ↗Zahnbelag · ↗Zahnbogen · ↗Zahnbrecher · ↗Zahnbürste · ↗Zahncreme · ↗Zahncrème · ↗Zahnersatz · ↗Zahnfleisch · ↗Zahnformel · ↗Zahnfäule · ↗Zahnfüllung · ↗Zahngold · ↗Zahnhals · ↗Zahnheilkunde · ↗Zahnhöhle · ↗Zahnklempner · ↗Zahnklinik · ↗Zahnkrone · ↗Zahnlabor · ↗Zahnlücke · ↗Zahnmark · ↗Zahnmedizin · ↗Zahnmediziner · ↗Zahnpasta · ↗Zahnpaste · ↗Zahnpflege · ↗Zahnpflegemittel · ↗Zahnprothese · ↗Zahnputzglas · ↗Zahnrad · ↗Zahnreihe · ↗Zahnriemen · ↗Zahnschmelz · ↗Zahnseife · ↗Zahnstein · ↗Zahnstocher · ↗Zahnsubstanz · ↗Zahntechnik · ↗Zahntechniker · ↗Zahnverlust · ↗Zahnwechsel · ↗Zahnwurzel · ↗Zähnchen · ↗Zähneklappern · ↗Zähneknirschen · ↗zahnig · ↗zahnlos · ↗zahnmedizinisch · ↗zahntechnisch · ↗zahnärztlich · ↗zähneknirschend
 ·  mit ›Zahn‹ als Letztglied: ↗Affenzahn · ↗Augenzahn · ↗Backenzahn · ↗Backzahn · ↗Beißzahn · ↗Drachenzahn · ↗Eckzahn · ↗Frontzahn · ↗Giftzahn · ↗Goldzahn · ↗Haifischzahn · ↗Hakenzahn · ↗Hasenzahn · ↗Inzisivzahn · ↗Kuchenzahn · ↗Kälberzahn · ↗Löwenzahn · ↗Mahlzahn · ↗Mammutzahn · ↗Milchzahn · ↗Nagezahn · ↗Radzahn · ↗Rattenzahn · ↗Rechenzahn · ↗Reißzahn · ↗Schneidezahn · ↗Seitenzahn · ↗Stiftzahn · ↗Stockzahn · ↗Stoßzahn · ↗Sägezahn · ↗Vorderzahn · ↗Weisheitszahn · ↗Zweizahn
 ·  mit ›Zahn‹ als Grundform: ↗gezahnt · ↗gezähnt · ↗zahnen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
in einem der beiden Kiefer¹ wurzelndes, gewöhnlich in die Mundhöhle ragendes (spitzes, scharfes) knochenähnliches Gebilde, das bes. zur Zerkleinerung der Nahrung dient
Beispiele:
Wehe dem, der abends nicht gründlich die Zähne putzt. Über Nacht wuchern sie heran und sorgen morgens für ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen: Bakterienteppiche. [Der Standard, 17.08.2015]
Hat die Vampirfledermaus ein Blutgefäss aufgespürt, ritzt sie mit äusserst scharfen Zähnen ein Loch in die Haut und leckt den kostbaren Saft auf. [Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2011]
Der amerikanische Zahnarzt [Horace Wells] ließ sich [1844] unter Lachgas-Narkose einen Zahn ziehen und verwendete das Gas von da an regelmäßig in seiner Praxis. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 2000 [1999]]
Wenn die Milchzähne […] Löcher bekommen, ist das zunächst nur halb so schlimm. Gebohrt wird nur, wenn die kranken Zähne schmerzen. [Frankfurter Rundschau, 17.07.1997]
Die Kiefer sind bei den Zahnwalen mit einer Reihe dichtstehender Zähne besetzt, durch deren Zwischenräume das Wasser abfließt, ohne daß die Fische hindurchgleiten können. [Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 125]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein ausgeschlagener, fauler, hohler, kariöser, schiefer, spitzer Zahn
als Akkusativobjekt: die Zähne blecken, fletschen, zusammenbeißen; die Zähne putzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: mit den Zähnen beißen, klappern, knirschen; durch die Zähne pfeifen
mit Genitivattribut: die Zähne eines Hundes, Krokodils, Sauriers; die Zähne des Unterkiefers
in Koordination: Zähne und Kiefer, Lippen, Zahnfleisch, Zunge; Zähne und Klauen, Knochen, Krallen
als Genitivattribut: die Abnutzung, der Durchbruch, die Fehlstellung, eine Röntgenaufnahme der Zähne
2.
Zoologie einem spitzen Zahn gleichendes Gebilde auf der Haut eines Haifisches; Plakoidschuppe
Beispiele:
Die Haut von Haien ist mit vielen kleinen Zähnen besetzt. Sie verhindern unter anderem, dass sich Querwirbel bilden und senken so den Widerstand beim Gleiten durchs Wasser. [Spiegel, 18.07.2005 (online)]
Die ganze Haut der Knorpelfische ist, wie bei den Knochenfischen mit Schuppen, […] über und über mit feineren und gröberen spitzen Zähnen besetzt […], die nichts andres sind als Schutzorgane. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 315]
3.
zackenartiger Teil, Zacke
Beispiele:
An der Spitze eines solchen Bohrers drehen sich drei sehr feste, gegeneinandergestellte Stahlrollen, deren Zähne ineinandergreifen und das Gestein, in diesem Falle den besonders hartnäckigen Dolomit, zerschlagen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.1998]
Vergleichbar ist das Prinzip mit einer Kettenschaltung am Fahrrad, nur daß die Kette nicht auf Zahnrädern und Zähnen aufliegt[…]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2001]
Erst Ende der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts lösten die Kettensäge mit Zähnen aus Edelstahl und die mit Industriediamanten besetzte Drahtseilsäge die alten Sägen ab. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.1999]
Mit der Nutzung der Wasser- statt der Menschen- und Tierkraft wurde die Mühle zur Maschine, indem ein Kammrad mit seinen Zähnen die Drehung des Wasserrades auf ein zweites Kammrad, den Bunkel, übertrug und so den Mahlstein in drehende Bewegungen versetzte[…]. [Welt am Sonntag, 19.07.1998]
Zur Basis-Haarpflege gehört ein breitzinkiger Kamm mit schonenden, abgerundeten Zähnen. [Berliner Zeitung, 19.03.1994]
Kollokation:
mit Genitivattribut: die Zähne eines Kammes, Reißverschlusses, Rades, Sägeblattes, einer Säge
4.
umgangssprachlich hohe Geschwindigkeit
Phraseme:
einen Zahn zulegen
einen tollen Zahn drauf haben
Beispiele:
Der weltgrösste Kosmetikkonzern […] hat im zweiten Quartal beim Wachstum wieder einen Zahn zugelegt. [Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2014]
Warum sagt man eigentlich … Einen tollen Zahn drauf haben? Stammt aus der Fliegersprache des 1. Weltkrieges: Um in ihren kleinen Flugzeugen Gas zu geben, mussten die Piloten eine auf der Unterseite mit Zähnen versehene Stange nach vorn bewegen. [Bild, 20.09.2000]
Dafür hat [der Hersteller] […] bei der Schreibgeschwindigkeit des [CD-Brenners] einen Zahn zugelegt. CD-Rs können nun mit sechsfacher Geschwindigkeit beschrieben werden. [C't, 1999, Nr. 5]
Wenn die Kölner wieder Meister werden wollen, müssen sie […] noch einen Zahn zulegen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.1996]
Einen tollen Zahn drauf haben: eine sehr hohe Geschwindigkeit entwickeln; sehr schnell fahren. Bezieht sich auf das Zahnradgetriebe des Automotors, vor allem auf den großen Gang. [Röhrich, Lutz: Zahn. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7122]
5.
Jugendsprache, veraltend
Phrasem:
ein steiler Zahn (= junges Mädchen, junge Frau)
Beispiele:
Damals [in den 70er Jahren] mußten die Seriendetektive noch karierte Sakkos und Mützen tragen, Studentenwohnungen durften »Bude« heißen, und junge Frauen mußten sich als »steile Zähne« oder »kesse Bienen« anreden lassen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2001]
Ich [als Schauspieler] habʼ doch keine Lust, so doofe Sätze zu sagen wie »Guck mal, der steile Zahn da drüben!« […] Das ist doch keine Jugendsprache. So was sagt doch heute kein Schwein mehr! [die tageszeitung, 20.06.1998]
Zahn bedeutet in der Teenagersprache […] soviel wie Mädchen, Freundin, Braut usw. (»Blonder Zahn«, »Flotter Zahn«, »Steiler Zahn« usw.)[…]. [Röhrich, Lutz: Zahn. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7123]
Ein steiler Zahn ist ein duftes Mädchen. [Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre…, München: Goldmann 1984 [1964], S. 22]
Romeo verwandelte sich im »Deutschen Theater« zu München in einen Halbstarken, Julia in einen steilen Zahn. [Der Spiegel, 21.06.1961, Nr. 26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zahn · Zahnfleisch · Zahnarzt · Zahnbürste · Zahnrad · zahnen · verzahnen
Zahn m. im Kiefer wurzelndes knochenähnliches Gebilde zum Zerkleinern der Nahrung, übertragen ‘vorspringender zackenartiger Teil, Zacke’, ahd. zan(d) (8. Jh.), mhd. zan(t), asächs. tand, mnd. tan(t), mnl. tant, nl. tand, aengl. tōþ, engl. tooth, anord. tǫnn, schwed. tand, ablautend got. tunþus. Germ. *tanþ-, *tunþ- führt mit aind. dán (Akkusativ dántam), lat. dēns (Genitiv dentis), air. dēt, lit. dantìs auf ie. *dont-, *dṇt- ‘Zahn’. Zieht man noch griech. odṓn, Genitiv odóntos (ὀδών, ὀδόντος) ‘Zahn’ heran, dessen ablautendes o- (nach äol. ἔδοντεϛ Plur.) als Assimilation an den Vokal der Folgesilbe anzusehen ist, so ist ie. *edont- erschließbar, und die ie. Formen können als Partizipialbildungen zur Wurzel ie. *ed- ‘essen’ (s. ↗essen) erklärt werden. Zahnfleisch n. Teil der Mundschleimhaut, der die Zahnhälse umschließt, ahd. zandfleisc (Hs. 13. Jh.), spätmhd. zan-, zantvleisch. Zahnarzt m. (Anfang 17. Jh.). Zahnbürste f. (2. Hälfte 18. Jh.). Zahnrad n. ‘mit Zacken ken versehenes Rad’ (18. Jh.). zahnen Vb. ‘Zähne bekommen’ (16. Jh.); vgl. ahd. zennen (um 1000). verzahnen Vb. ‘durch ineinandergreifende Zacken (wie bei Zahnrädern) miteinander verbinden’ (18. Jh.), übertragen ‘ineinandergreifen lassen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sprossenrad · Stachelrad · Zahn · ↗Zahnkranz
Synonymgruppe
Ausschnitt · ↗Aussparung · ↗Einschnitt · ↗Kerbe · ↗Nut · ↗Nute · Zahn
Synonymgruppe
Zahn  ●  ↗Beißerchen (kindersprachlich)  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Klau Knochen Lippe Zahn Zunge ausbeißen ausgeschlagen ausschlagen beißen bewaffnen blecken blitzen faul fletschen gebleckt gefletscht gesund hohl kariös klappern knirschen nagen pfeifen putzen scharf schief spitz weiß zusammenbeißen zusammengebissen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zahn‹.

Zitationshilfe
„Zahn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zahn>, abgerufen am 10.12.2019.

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