Zange, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zange · Nominativ Plural: Zangen
Aussprache
WorttrennungZan-ge
Wortbildung mit ›Zange‹ als Erstglied: ↗Zangenbewegung · ↗Zangengeburt · ↗zangenförmig
 ·  mit ›Zange‹ als Letztglied: ↗Beißzange · ↗Drahtzange · ↗Elektrikerzange · ↗Feuerzange · ↗Flachzange · ↗Flügelzange · ↗Fresszangen · ↗Geburtszange · ↗Gebäckzange · ↗Greifzange · ↗Kneifzange · ↗Kneipzange · ↗Knipszange · ↗Kohlenzange · ↗Kombizange · ↗Lochzange · ↗Schmiedezange · ↗Zuckerzange
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
zum Halten, Biegen und Trennen dienendes Werkzeug aus zwei durch ein Scharnier verbundenen Backen, die in Griffe übergehen
Beispiele:
er kniff den Draht mit der Zange ab
er zog mit seiner Zange alle Nägel aus der Kiste
eine Zange zum Knipsen der Fahrkarten
sie nahm sich [Dativ] mit der fein ziselierten, silbernen Zange Gebäck auf den Teller
das Kind musste mit der Zange (= Geburtszange) geholt werden
umgangssprachlich, übertragen jmdn. in die Zange nehmenjmdn. von mehreren Seiten bedrängen, unter Druck setzen
Beispiele:
jmdn. in der Zange haben (= jmdn. in der Gewalt haben, zu etw. zwingen können)
In die Zange genommen, lieferte Joe vor der Untersuchungskommission endlich den ersten Namen [Weltbühne1954]
jmdn., etw. nicht mit der Zange anfassen mögenvor jmdm., etw. Widerwillen empfinden
Beispiel:
das Taschentuch sah so aus, dass man es nicht einmal mit der Zange anfassen mochte
2.
paariges Werkzeug zum Greifen bei einigen Insekten und Krebsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zange · Beißzange
Zange f. Werkzeug zum Greifen, Festhalten, Biegen und Trennen, bestehend aus zwei durch ein Scharnier verbundenen, in Griffe übergehenden Backen, ahd. zanga (8. Jh.), mhd. zange (auch ‘Lichtputze’), asächs. tanga, mnd. tange (auch ‘Sandrücken zwischen Mooren’, im Plur. ‘Grundpfähle des Hauses’), mnl. tanghe, nl. tang, aengl. tang(e), engl. tongs (Plur.), anord. tǫng, schwed. tång, dän. tang. Das im Got. nicht bezeugte, aber wohl gemeingerm. *tangō f. läßt sich mit aind. dáśati ‘beißt’, griech. dáknein (δάκνειν) ‘beißen, stechen, verletzen’, dágma, dḗgma (δάγμα, δῆγμα) ‘Biß, Stich’, alban. (tosk.) darë, (geg.) danë ‘Zange’ an die Wurzel ie. *denk̑- ‘beißen’ anschließen. Ausgangsbedeutung von Zange wäre dann ‘die Beißende’. Verdeutlichendes Kompositum dazu ist Beißzange f. ‘Zange mit zwei scharfen, gegeneinandergebogenen Schneiden’ (1. Hälfte 16. Jh., zuerst als chirurgisches Instrument), ferner gleichbed. Kneifzange (17. Jh., s. ↗kneifen).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Zange  ●  Knieper  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Zange‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Amboß Bohrer Feile Hammer Klammer Lötkolben Maulschlüssel Meißel Nadel Nagel Pinzette Saugglocke Schere Schraube Schraubendreher Schraubenschlüssel Schraubenzieher Schraubstock Skalpell Sturmleuchte Säge Sägen Tupfer abkneifen anfassen glühend hantieren hydraulisch rostig zwicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zange‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zange‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gelang ihnen, die amerikanischen Einheiten in eine gefährliche Zange zu nehmen.
Die Zeit, 27.07.1950, Nr. 30
Darin aufbewahrt lagen einige zerbrochene Knochen, auch eine eiserne Zange.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 216
Er stand auf und griff sich mit der Zange ein Stück Glut aus dem Herd.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 225
Auch einige Hiebe mit der Zange beendeten das Heulen nicht.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 2
Aber wenn man in einem Zimmer ohne Steckdose ist, geht es auch mit einer Zange oder einem Messer.
Erpenbeck, Jenny: Wörterbuch, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2004, S. 89
Zitationshilfe
„Zange“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zange>, abgerufen am 22.01.2020.

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