Zaum, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zaum(e)s · Nominativ Plural: Zäume
Aussprache  [ʦaʊ̯m]
Wortbildung  mit ›Zaum‹ als Erstglied: Zaumgebiss · Zaumzeug
eWDG

Bedeutung

Vorrichtung zum Lenken und Führen von Zugtieren und Reittieren, die aus dem Gebiss und dem Riemenzeug für den Kopf besteht
Beispiele:
dem Pferd den Zaum anlegen
er … entwirrte gerade den ledernen Leitstrang, um den Riemen in die Zäume einzuschnallen [ GanghoferHubertus510]
übertragen etw., sich im Zaum haltenetw., sich beherrschen, zügeln
Beispiele:
er hielt seine Rauflust, seinen Zorn im Zaum
sie war so eifersüchtig, dass sie sich nicht mehr im Zaum halten konnte und ihm eine Szene machte
die Zunge im Zaum haltennur das sagen, was zu sagen angebracht ist
Beispiel:
sie versteht es nicht, ihre Zunge im Zaum zu halten
umgangssprachlich das Mundwerk im Zaum halten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zaum · zäumen · aufzäumen · Zaumzeug
Zaum m. ‘Riemenzeug am Kopf und im Maul von Zug- und Reittieren’, ahd. zoum (8. Jh.), mhd. zoum, zōm ‘Lenkriemen, Zügel, Seil, Wurfriemen’, mnd. tōm, mnl. nl. toom ‘Lenkriemen, Nachkommenschaft’, aengl. tēam, engl. team ‘Nachkommenschaft, Gespann, Mannschaft, Gruppe’ (s. Team), anord. taumr ‘Leine, Zügel, Zaum’, schwed. töm ‘Leine, Zügel’ führen auf germ. *tauma-. Diesem geht germ. *taugma- voraus, ein mit dem Suffix ie. -mo- zum Stamm des unter ziehen (s. d.) behandelten Verbs gebildetes Substantiv. Danach bezeichnet Zaum (wie auch das anders gebildete Zügel, s. d.) eigentlich das, womit man zieht, ‘Zugriemen, Zugseil’, außerdem, entsprechend der Bedeutung des Verbs, das, was erzogen, ernährt wird, ‘Nachkommenschaft’. zäumen Vb. ‘einem Reit- oder Zugtier den Zaum anlegen, aufzäumen’, mhd. zöumen, zoumen; aufzäumen Vb. (15. Jh.). Zaumzeug n. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Zaum‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zaum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Zaum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie immer man es hält, den Hunger sollte man noch im Zaum halten dabei. [Süddeutsche Zeitung, 07.02.1994]
Aber der Umstand, daß jeder von uns vor dem Gesetz verantwortlich ist, hält uns im Zaum. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 417]
Sie nahm ihm nur den Zaum aus dem Maul und warf ihm eine Schütte Heu vor. [Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 417]
Mathis hielt das Pferd am Zaum und führte es vom Feld hin zur Straße. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 199]
Anscheinend war er streitlustig und hielt seine Zunge nicht im Zaum. [Albrecht, Hans: Formschneider (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13787]
Zitationshilfe
„Zaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zaum>.

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