Zaum, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zaum(e)s · Nominativ Plural: Zäume
Aussprache
Wortbildung mit ›Zaum‹ als Erstglied: ↗Zaumzeug
eWDG, 1977

Bedeutung

Vorrichtung zum Lenken und Führen von Zugtieren und Reittieren, die aus dem Gebiss und dem Riemenzeug für den Kopf besteht
Beispiele:
dem Pferd den Zaum anlegen
er ... entwirrte gerade den ledernen Leitstrang, um den Riemen in die Zäume einzuschnallen [GanghoferHubertus510]
übertragen etw., sich im Zaum haltenetw., sich beherrschen, zügeln
Beispiele:
er hielt seine Rauflust, seinen Zorn im Zaum
sie war so eifersüchtig, dass sie sich nicht mehr im Zaum halten konnte und ihm eine Szene machte
die Zunge im Zaum haltennur das sagen, was zu sagen angebracht ist
Beispiel:
sie versteht es nicht, ihre Zunge im Zaum zu halten
umgangssprachlich das Mundwerk im Zaum halten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zaum · zäumen · aufzäumen · Zaumzeug
Zaum m. ‘Riemenzeug am Kopf und im Maul von Zug- und Reittieren’, ahd. zoum (8. Jh.), mhd. zoum, zōm ‘Lenkriemen, Zügel, Seil, Wurfriemen’, mnd. tōm, mnl. nl. toom ‘Lenkriemen, Nachkommenschaft’, aengl. tēam, engl. team ‘Nachkommenschaft, Gespann, Mannschaft, Gruppe’ (s. ↗Team), anord. taumr ‘Leine, Zügel, Zaum’, schwed. töm ‘Leine, Zügel’ führen auf germ. *tauma-. Diesem geht germ. *taugma- voraus, ein mit dem Suffix ie. -mo- zum Stamm des unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verbs gebildetes Substantiv. Danach bezeichnet Zaum (wie auch das anders gebildete ↗Zügel, s. d.) eigentlich das, womit man zieht, ‘Zugriemen, Zugseil’, außerdem, entsprechend der Bedeutung des Verbs, das, was erzogen, ernährt wird, ‘Nachkommenschaft’. zäumen Vb. ‘einem Reit- oder Zugtier den Zaum anlegen, aufzäumen’, mhd. zöumen, zoumen; aufzäumen Vb. (15. Jh.). Zaumzeug n. (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ambition Ausgabe Emotion Extremist Gefühl Inflation Islamist Kosten Leidenschaft Militär Mühe Nationalist Nerv Pferd Sattel Staatsausgabe Temperament Verbrauch Zins Zorn Zunge Zügel brechen gebrechen halten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zaum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sprach dafür, die eigene Wut im Zaum zu halten.
Der Tagesspiegel, 11.09.2002
Er hatte offensichtlich größte Probleme damit, das Ding in Zaum zu halten.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1023
Wie immer man es hält, den Hunger sollte man noch im Zaum halten dabei.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.1994
Nun hatte der ungemütliche Messerschmidt diese Geschichte vom Zaum gebrochen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 987
Später einmal wird die Menschheit lernen müssen, ihre Vermehrung durch vernünftige Mittel im Zaum zu halten.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 185
Zitationshilfe
„Zaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zaum>, abgerufen am 19.06.2019.

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